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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Zukünftige Bedeutung und Nutzung militärischer Tiefflüge in der Bundesrepublik Deutschland (G-SIG: 13011029)

Mögliche Einsatzszenarien, Bereitstellung von Teilen der Luftwaffe für internationale Aufgaben außerhalb des Verteidigungsauftrages, Verzicht auf Tiefflugübungen über bewohntem Gebiet in der Bundesrepublik Deutschland, Verlagerung auf unbewohnte Gebiete im Ausland, Entwicklung der politischen Situation und der Sicherheitslage in Europa, Ausbildung an Tiefflugsimulatoren, alternative militärische Einsatzformen

Fraktion

SPD

Ressort

Bundesministerium der Verteidigung

Datum

27.11.1995

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/282826. 10. 95

Zukünftige Bedeutung und Nutzung militärischer Tiefflüge in der Bundesrepublik Deutschland

der Abgeordneten Uwe Hiksch, Ernst Bahr, Klaus Barthel, Wolfgang Behrendt, Hans-Werner Bertl, Dr. Ulrich Böhme (Unna), Anni Brandt-Elsweier, Edelgard Bulmahn, Wolf-Michael Catenhusen, Christel Deichmann, Freimut Duve, Petra Ernstberger, Annette Faße, Elke Ferner, Lothar Fischer (Homburg), Gabriele Fograscher, Iris Follak, Arne Fuhrmann, Günter Graf (Friesoythe), Angelika Graf (Rosenheim), Dr. Ingomar Hauchler, Reinhold Hemker, Rolf Hempelmann, Dr. Barbara Hendricks, Monika Heubaum, Stephan Hilsberg, Gerd Höfer, Lothar Ibrügger, Barbara Imhof, Brunhilde Irber, Gabriele Iwersen, Jann-Peter Janssen, Ilse Janz, Sabine Kaspereit, Hans-Peter Kemper, Walter Kolbow, Horst Kubatschka, Detlev von Larcher, Waltraud Lehn, Robert Leidinger, Erika Lotz, Dr. Christine Lucyga, Ulrike Mascher, Christoph Matschie, Heide Mattischek, Ursula Mogg, Jutta Müller (Völklingen), Volker Neumann (Bramsche), Günter Oesinghaus, Dr. Martin Pfaff, Georg Pfannenstein, Karin Rehbock-Zureich, Bernd Reuter, Dr. Edelbert Richter, Dr. Hansjörn Schäfer, Siegfried Scheffler, Horst Schmidbauer (Nürnberg), Dagmar Schmidt (Meschede), Wilhelm Schmidt (Salzgitter), Regina Schmidt-Zadel, Dr. Emil Schnell, Dietmar Schütz (Oldenburg), Dr. Mathias Schubert, Richard Schuhmann (Delitzsch), Ilse Schumann, Dr. Angelica Schwall-Düren, Rolf Schwanitz, Horst Sielaff, Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast, Wieland Sorge, Dr. Dietrich Sperling, Dr. Peter Struck, Bodo Teichmann, Jella Teuchner, Gerald Thalheim, Dietmar Thieser, Uta Titze-Stecher, Ute Vogt (Pforzheim), Wolfgang Weiermann, Hans Georg Wagner, Hans Wallow, Dr. Konstanze Wegner, Matthias Weisheit, Lydia Westrich, Dr. Norbert Wieczorek, Verena Wohlleben, Heidemarie Wright, Hanna Wolf (München), Rudolf Scharping und der Fraktion der SPD

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen22

1

Sieht die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen der Festlegung des erweiterten Auftrags der Bundeswehr und der Festlegung der neuen Flugkorridore für den Nachttiefflug?

2

Für welche möglichen Einsatzszenarien (z. B. Golfkrieg, NATO-Einsätze im ehemaligen Jugoslawien, Landes- und Bündnisverteidigung) ist das Üben von Tiefflügen unabdingbar?

3

Welchen Anteil der Luftwaffe, Anzahl der Geschwader, Aufklärungs- und Kampfflugzeuge gegenüber der jeweiligen Gesamtzahl, beabsichtigt die Bundesregierung für internationale Aufgaben außerhalb des Verteidigungsauftrages bereitzustellen?

4

Müssen die für Aufgaben außerhalb des Verteidigungsauftrages bereitzustellenden Teile der Luftwaffe für evtl. Einsätze den Tiefflug unbedingt in der Bundesrepublik Deutschland üben?

5

Müssen solche Einsätze unbedingt über bewohntem Gebiet in der Bundesrepublik Deutschland geübt werden?

6

Würden Tiefflugübungen über unbewohntem Gebiet, wie sie heute bereits schon in Kanada stattfinden, für die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr nicht ausreichen?

7

Sieht die Bundesregierung Möglichkeiten, durch eine Weiterentwicklung der Verträge mit unseren Bündnispartnern weitere Übungen über unbewohntem Gebiet stattfinden zu lassen?

8

Welche potentiellen gegnerischen Flugabwehrschirme müssen nach Ansicht der Bundesregierung in Zukunft bei möglichen Einsatzszenarien unterflogen werden?

9

Gibt es seit Auflösung des Warschauer Paktes andere, im Verteidigungsfalle dann ggf. gegnerische Flugabwehrschirme, die „weit in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland hineinreichen" und deshalb „nur im Tiefflug zu überwinden " wären?

10

In welcher Zahl, in welchen Ländern und in welcher Entfernung von deutschen Grenzen sieht die Bundesregierung hier eine konkrete bzw. potentielle Gefährdung?

11

Könnte ohne eine vorherige grundlegende Veränderung der politischen Situation und der Sicherheitslage in Europa von einem dieser Länder eine so ernsthafte Bedrohung der Bundesrepublik Deutschland und ihrer NATO-Partner ausgehen, daß der im Verteidigungsweißbuch 1994 als „höchst unwahrscheinliche" bezeichnete Verteidigungsfall in den Bereich des Möglichen rückt?

12

Welche konkreten Krisenherde sieht die Bundesregierung für einen solchen Fall, und kann sie diese benennen?

13

Würde für diesen Fall die Beurteilung des vom Bundesministerium der Verteidigung vorgelegten „Weißbuch 1994 zur Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland" gelten, daß dem „eine lange Warnzeit" vorausginge?

14

Teilt die Bundesregierung die Beurteilung von hochrangigen NATO-Vertretern, die im pessimistischen Fall eine solche Warnzeit mit einem Jahr und im optimistischen Fall mit einem noch längeren Zeitraum veranschlagt haben?

15

Erachtet es die Bundesregierung als ausreichend, in Friedenszeiten die Ausbildung von Piloten im Tiefflug überwiegend an Simulatoren vorzunehmen, und reicht nicht die lange Vorwarnzeit aus, die praktische Flugausbildung dann über bundesdeutschem Gebiet durchzuführen?

16

Wie viele finanzielle Mittel können durch die Ausbildung an Tiefflugsimulatoren eingespart werden?

17

Ergäbe sich für heute oder für einen überschaubaren Zeitraum ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für die Bundesrepublik Deutschland, wenn die Luftwaffe jetzt auf Tiefflugübungen über bewohnten Gebieten verzichten würde und diese Übungen wieder aufnehmen würde, wenn sich die Sicherheitslage des Landes gegenüber der im Verteidigungsweißbuch 1994 festgestellten Ist-Zustand ändern und eine den Verteidigungsfall nicht mehr ausschließende Krise heraufziehen würde?

18

Welche potentiellen Waffensysteme kämen für den Abschuß tieffliegender Flugzeuge in Betracht, und welche Verbreitung haben solche Waffensysteme?

19

Ist auch davon auszugehen, daß solche Waffensysteme in Zukunft immer mehr bei regionalen Konflikten zur Verfügung stehen könnten?

20

Kennt die Bundesregierung die Analysen der letzten Kriege, wie z. B. Yom-Kippur-Krieg und Golfkrieg, bei denen Tiefflug zum Einsatz kam? War der Tiefflug in solchen Kriegen effektiv, und was bewirkte er?

21

Ist der Bundesregierung bekannt, daß Israel im Yom-Kippur-Krieg den Tiefflug ergebnislos einstellte, weil durch den Einsatz der ägyptischen Luftabwehr dieser zu hohe Verluste brachte, ohne nennenswerte strategische Vorteile zu bringen?

22

Gibt es alternative militärische Einsatzformen, welche die Zwecke und Zielbestimmungen des Tieffluges überflüssig machen könnten?

Bonn, den 26. Oktober 1995

Uwe Hiksch Ernst Bahr Klaus Barthel Wolfgang Behrendt Hans-Werner Bertl Dr. Ulrich Böhme (Unna) Anni Brandt-Elsweier Edelgard Bulmahn Wolf-Michael Catenhusen Christel Deichmann Freimut Duve Petra Ernstberger Annette Faße Elke Ferner Lothar Fischer (Homburg) Gabriele Fograscher Iris Follak Arne Fuhrmann Günter Graf (Friesoythe) Angelika Graf (Rosenheim) Dr. Ingomar Hauchler Reinhold Hemker Rolf Hempelmann Dr. Barbara Hendricks Monika Heubaum Stephan Hilsberg Gerd Höfer Lothar Ibrügger Barbara Imhof Brunhilde Irber Gabriele Iwersen Jann-Peter Janssen Ilse Janz Sabine Kaspereit Hans-Peter Kemper Walter Kolbow Horst Kubatschka Detlev von Larcher Waltraud Lehn Robert Leidinger Erika Lotz Dr. Christine Lucyga Ulrike Mascher Christoph Matschie Heide Mattischek Ursula Mogg Jutta Müller (Völklingen) Volker Neumann (Bramsche) Günter Oesinghaus Dr. Martin Pfaff Georg Pfannenstein Karin Rehbock-Zureich Bernd Reuter Dr. Edelbert Richter Dr. Hansjörn Schäfer Siegfried Scheffler Horst Schmidbauer (Nürnberg) Dagmar Schmidt (Meschede) Wilhelm Schmidt (Salzgitter) Regina Schmidt-Zadel Dr. Emil Schnell Dietmar Schütz (Oldenburg) Dr. Mathias Schubert Richard Schuhmann (Delitzsch) Ilse Schumann Dr. Angelica Schwall-Düren Rolf Schwanitz Horst Sielaff Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast Wieland Sorge Dr. Dietrich Sperling Dr. Peter Struck Bodo Teichmann Jella Teuchner Gerald Thalheim Dietmar Thieser Uta Titze-Stecher Ute Vogt (Pforzheim) Wolfgang Weiermann Hans Georg Wagner Hans Wallow Dr. Konstanze Wegner Matthias Weisheit Lydia Westrich Dr. Norbert Wieczorek Verena Wohlleben Heidemarie Wright Hanna Wolf (München) Rudolf Scharping und Fraktion

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