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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Belastungen der Stadt Suhl durch die Neubauten der Bundesautobahnen A 71 Erfurt - Schweinfurt und A 73 Suhl - Lichtenfels (G-SIG: 13011187)

Umweltauswirkungen, Alternative

Fraktion

PDS

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

09.01.1996

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/338218. 12. 95

Belastungen der Stadt Suhl durch die Neubauten der Bundesautobahnen A 71 Erfurt—Schweinfurt und A 73 Suhl—Lichtenfels

der Abgeordneten Dr. Dagmar Enkelmann, Dr. Winfried Wolf, Dr. Gregor Gysi und der Gruppe der PDS

Vorbemerkung

Die geplanten Neubauten der Bundesautobahnen A 71 Erfurt—Schweinfurt und A 73 Suhl—Lichtenfels (Projekt 16 VDE) führen durch eine ökologisch hochsensible Region. Der Thüringer Wald ist als noch unzerschnittener Raum mit einer Größe von mehr als 300 qkm insgesamt als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Darüber hinaus sind eine Vielzahl von geschützten oder schutzwürdigen Gebieten in dieser Region ausgewiesen.

In der Stadt Suhl befürchten viele Bürgerinnen und Bürger wegen der engen Talkessel-Lage der Stadt erhebliche Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit und der Umwelt.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen5

1

Hat die Bunderegierung im Rahmen der Planung des Neubaus der A 71 und der A 73 Untersuchungen darüber angestellt, zu wieviel Prozent der Schadstoffausstoß am „Suhler Dreieck" aus dem Transitverkehr stammen wird, welche Auswirkungen für die Berg- und Erholungslandschaft in der Umgebung von Suhl und den dortigen Fremdenverkehr zu erwarten sein werden, welche Beeinträchtigungen der Wohnqualität durch Lärm und Abgase sich in den Bereichen Suhler Friedberg, Suhl-Neundorf, Suhl-Mäbendorf, Suhl-Heinrichs und Suhl-Albrechts sowie in den Kleingartenanlagen Sehmar, Hardt, Plessengrund, Dreisbach und Haak ergeben werden, wie hoch die Werte für die Lärmbelästigung der einzelnen Stadtteile sein werden, welche Beeinträchtigungen durch starke Geräuschbelästigung sich für das gesamte Naherholungsgebiet und aller Kleingartenanlagen ergeben werden, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen sich durch die in die Täler herabsinkenden Schadstoffe wie Benzol und Ruß, Blei, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Stickstoffoxide ergeben werden, wie die Schadstoffbelastung der Luft bei Inversionswetterlagen sein wird, welche Beeinträchtigungen der Wasserqualität in Wassereinzugsgebieten auf lange Sicht durch den Eintrag von Blei und Nitraten zu erwarten sind, und zu welchen Ergebnissen kommen diese jeweils?

2

Wie bewertet die Bundesregierung den durch den Autobahnneubau bedingten Verlust an Wander- und Forstwegen mit einer schützenswerten artenreichen Flora und Fauna?

3

In welcher Form fand eine umfassende Öffentlichkeitsinformation über die Umweltauswirkungen der Vorhaben statt?

4

Wurde als Alternative zum Autobahnbau die Wiedereinrichtung des zweiten Bahngleises und die Wiederanbindung an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn AG geprüft, und wenn ja, mit welchem Ergebnis?

5

Kann die Bundesregierung bestätigen, daß im Auftrag des DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) bereits vor dem Planfeststellungsverfahren Land für den Bau der Haseltalbrücke gekauft wurde?

Bonn, den 18. Dezember 1995

Dr. Dagmar Enkelmann Dr. Winfried Wolf Dr. Gregor Gysi und Gruppe

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