Telekom-Telefontarife 1996
des Abgeordneten Gerhard Jüttemann und der Gruppe der PDS
Vorbemerkung
Der Vorsitzende des Verbandes der Postbenutzer, Wilhelm Hübner, hat die Telekom beschuldigt, dem Bundesministerium für Post und Telekommunikation 1994 vor der Entscheidung über die Reform der Telefongebühren „alte, falsche und unvollständige Zahlen" vorgelegt zu haben (dpa vom 3. Januar 1996 um 21.30 Uhr). Die Telekom habe Zahlen aus 1991 eingereicht, die nicht auf 1994 hochgerechnet worden seien. In der „Tagesthemen"-Sendung vom 2. Januar 1996 erklärte Wilhelm Hübner, Ortsgespräche hätten der Telekom schon vor der Tarifreform einen Kostenüberschuß von 40 Prozent gebracht. Er berief sich dabei ausschließlich auf von der Telekom übermittelte Zahlen.
Telekom-Chef Ron Sommer sagte dagegen im „Talk im Turm" vom 7. Januar 1996, auch nach der Tarifreform würden im Ortsgesprächsbereich noch Milliardenverluste eingefahren.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Kann ausgeschlossen werden, daß die Telekom der Bundesregierung 1994 alte, falsche oder unvollständige Zahlen vorgelegt hat (Bitte um Begründung der Antwort)?
Welche Statistiken haben der Bundesregierung zur Entscheidung über die Tarifstrukturreform vorgelegen (Bitte um detaillierte Angaben)?
Falls diese Statistiken nicht übermittelt werden können, warum nicht?
Wie erklärt sich die Bundesregierung die in der Einleitung beschriebenen unvereinbaren Angaben der Telekom und des Verbandes der Postbenutzer?
Wieviel Prozent aller Telefongespräche im Orts- und Nahbereich bleiben unter einer Dauer von 90 Sekunden?
Wieviel Prozent aller Telefongespräche aus privaten Haushalten im Orts- und Nahbereich bleiben unter einer Dauer von 90 Sekunden?
Wie setzen sich die Rechnungen der Privatkunden der Telekom durchschnittlich zusammen, welchen Anteil haben Orts- und Nahgespräche, welchen Anteil haben Ferngespräche?
Von welchem Zeitpunkt stammt die Statistik für die Antworten zu den Fragen 4, 5 und 6?
Wie hoch ist derzeit die Verschuldung der Deutschen Telekom AG?