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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Verspätungen im Personenverkehr der Deutschen Bahn AG (G-SIG: 13011304)

Entwicklung der Verspätungsquote seit 1990, Ursachen, Möglichkeiten zur größeren Pünktlichkeit im Zugverkehr

Fraktion

SPD

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

29.02.1996

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/380807. 02. 96

Verspätungen im Personenverkehr der Deutschen Bahn AG

der Abgeordneten Elke Ferner, Ingrid Becker-Inglau, Lilo Blunck, Hans Martin Bury, Annette Faße, Lothar Fischer (Homburg), Monika Ganseforth, Norbert Gansel, Angelika Graf (Rosenheim), Klaus Hasenfratz, Rolf Hempelmann, Reinhold Hiller (Lübeck), Lothar Ibrügger, Renate Jäger, Ilse Janz, Susanne Kastner, Walter Kolbow, Eckart Kuhlwein, Konrad Kunick, Erika Lotz, Heide Mattischeck, Ulrike Mehl, Jutta Müller (Völklingen), Dr. Edith Niehuis, Günter Oesinghaus, Manfred Opel, Karin Rehbock-Zureich, Bernd Reuter, Siegfried Scheffler, Dr. Angelica Schwall-Düren, Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast, Wieland Sorge, Antje-Marie Steen, Dr. Peter Struck, Margitta Terborg, Franz Thönnes, Hans-Georg Wagner, Wolfgang Weiermann, Berthold Wittich, Dr. Wolfgang Wodarg, Rudolf Scharping und der Fraktion der SPD

Vorbemerkung

Seit etwa einem Jahr häufen sich in den Medien und in den Zuschriften von Bürgerinnen und Bürgern an die Fraktionen des Deutschen Bundestages die Berichte über ein deutliches Anwachsen von Verspätungen im Personenfern- und -nahverkehr der Deutschen Bahn AG (DB AG). Auffällig häufig sind in letzter Zeit insbesondere Berichte über den Ausfall von Lokomotiven, die z. T. zu dramatischen Verspätungen im Zugverkehr führen. Dies führt immer häufiger dazu, daß Bahnreisende Anschlußzüge oder Anschlüsse an andere Verkehrsmittel verpassen. Setzt sich diese Entwicklung fort, führt dies auf Dauer zu einem spürbaren Attraktivitätsverlust des Bahnfahrens.

Vor dem Hintergrund der Bemühungen aller Parteien im Deutschen Bundestag, die Bahn nach der Bahnreform zu einem attraktiveren Verkehrsmittel zu machen, das wachsende Anteile des Straßenpersonenverkehrs übernehmen kann, muß diese Entwicklung mit Sorge betrachtet werden.

Zwar handelt es sich bei der Organisation des Bahnbetriebs nach der Bahnreform um eine Aufgabe des Managements der DB AG; die Bundesregierung ist jedoch in ihrer Position als 100 %iger Eigentümer der DB AG mit entsprechenden Einflußmöglichkeiten im Aufsichtsrat nicht von der Aufgabe entbunden, Fehlentwicklungen im Unternehmen frühzeitig zu erkennen und darauf zu achten, daß erfolgreiche Bewältigungsstrategien angegangen werden.

Wir fragen deshalb die Bundesregierung:

1. Wie hat sich seit dem Jahre 1990 pro Jahr die Verspätungsquote im Personenfern- und -nahverkehr von Bundesbahn und Reichsbahn bzw. DB AG jeweils entwickelt?

2. Welchen Anteil haben Ausfälle von Lokomotiven an den Verspätungen?

3. Wie ist derzeit die durchschnittliche Rest-Lebensdauer und der Erneuerungsbedarf der von der DB AG eingesetzten Lokomotiven?

4. Welche Rolle spielt nach Auffassung der Bundesregierung die Ausdünnung des Netzes von Betriebs- und Ausbesserungswerken für die Aufrechterhaltung eines möglichst verspätungsfreien Zugbetriebs?

5. Welche Rolle spielt nach Auffassung der Bundesregierung der Abbau des Personalbestands der DB AG insbesondere im Bereich der Lokomotiv- und Triebwagenführer für die Sicherstellung der notwendigen Personalreserven bei kurzfristigem - z. B. krankheitsbedingtem - Ausfall von Lok- oder Triebwagenführern?

6. Treffen Meldungen zu, wonach die DB AG in letzter Zeit verstärkt den Abbau von Überholgleisen betreibt, und welche Rolle spielt dies für Verspätungen?

7. Haben die Vertreter der Bundesregierung im Aufsichtsrat der DB AG das Thema der Verspätungen jemals angesprochen, und wenn ja, mit welchem Ergebnis?

8. Ist die Bundesregierung der Auffassung, daß eine weitere Zunahme der Verspätungen zu der Anforderung einer umfassenden Berichterstattung im Aufsichtsrat der DB AG und zur Vorlage eines Bewältigungskonzepts durch den Vorstand der DB AG führen muß?

9. Welche Möglichkeiten zur größeren Pünktlichkeit im Zugverkehr haben die Vertreter der Bundesregierung im Aufsichtsrat und in den sonstigen Kontakten - insbesondere des federführenden Bundesministeriums für Verkehr - mit dem Vorstand der DB AG erörtert, und mit welchem Ergebnis?

Fragen9

1

Wie hat sich seit dem Jahre 1990 pro Jahr die Verspätungsquote im Personenfern- und -nahverkehr von Bundesbahn und Reichsbahn bzw. DB AG jeweils entwickelt?

2

Welchen Anteil haben Ausfälle von Lokomotiven an den Verspätungen?

3

Wie ist derzeit die durchschnittliche Rest-Lebensdauer und der Erneuerungsbedarf der von der DB AG eingesetzten Lokomotiven?

4

Welche Rolle spielt nach Auffassung der Bundesregierung die Ausdünnung des Netzes von Betriebs- und Ausbesserungswerken für die Aufrechterhaltung eines möglichst verspätungsfreien Zugbetriebs?

5

Welche Rolle spielt nach Auffassung der Bundesregierung der Abbau des Personalbestands der DB AG insbesondere im Bereich der Lokomotiv- und Triebwagenführer für die Sicherstellung der notwendigen Personalreserven bei kurzfristigem - z. B. krankheitsbedingtem - Ausfall von Lok- oder Triebwagenführern?

6

Treffen Meldungen zu, wonach die DB AG in letzter Zeit verstärkt den Abbau von Überholgleisen betreibt, und welche Rolle spielt dies für Verspätungen?

7

Haben die Vertreter der Bundesregierung im Aufsichtsrat der DB AG das Thema der Verspätungen jemals angesprochen, und wenn ja, mit welchem Ergebnis?

8

Ist die Bundesregierung der Auffassung, daß eine weitere Zunahme der Verspätungen zu der Anforderung einer umfassenden Berichterstattung im Aufsichtsrat der DB AG und zur Vorlage eines Bewältigungskonzepts durch den Vorstand der DB AG führen muß?

9

Welche Möglichkeiten zur größeren Pünktlichkeit im Zugverkehr haben die Vertreter der Bundesregierung im Aufsichtsrat und in den sonstigen Kontakten - insbesondere des federführenden Bundesministeriums für Verkehr - mit dem Vorstand der DB AG erörtert, und mit welchem Ergebnis?

Bonn, den 7. Februar 1996

Elke Ferner Ingrid Becker-Inglau Lilo Blunck Hans Martin Bury Annette Faße Lothar Fischer (Homburg) Monika Ganseforth Norbert Gansel Angelika Graf (Rosenheim) Klaus Hasenfratz Rolf Hempelmann Reinhold Hiller (Lübeck) Lothar Ibrügger Renate Jäger Ilse Janz Susanne Kastner Walter Kolbow Eckart Kuhlwein Konrad Kunick Erika Lotz Heide Mattischeck Ulrike Mehl Jutta Müller (Völklingen) Dr. Edith Niehuis Günter Oesinghaus Manfred Opel Karin Rehbock-Zureich Bernd Reuter Siegfried Scheffler Dr. Angelica Schwall-Düren Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast Wieland Sorge Antje-Marie Steen Dr. Peter Struck Margitta Terborg Franz Thönnes Hans-Georg Wagner Wolfgang Weiermann Berthold Wittich Dr. Wolfgang Wodarg Rudolf Scharping und Fraktion

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