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Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Projekt Drohnenüberwachungssystem "Brevel" (G-SIG: 12011052)

Deutsch-französische Zusammenarbeit bei der Durchführung des Projektes, sicherheitspolitische Notwendigkeit, Finanzierung, Zahl der von der Bundeswehr und der französischen Armee abzunehmenden Systeme, Fragen des Rüstungsexports

Fraktion

PDS/LL

Ressort

Bundesministerium der Verteidigung

Datum

06.11.1992

Aktualisiert

26.07.2022

BT12/346413.10.1992

Projekt Drohnenüberwachungssystem "Brevel"

Kleine Anfrage

Volltext (unformatiert)

[Deutscher Bundestag 12. Wahlperiode Drucksache 12/3464 13.10.92 Kleine Anfrage der Abgeordneten Andrea Lederer und der Gruppe der PDS/Linke Liste Projekt Drohnenüberwachungssystem „Brevel" Die französische Firma Matra will mit der zum Bremer Vulkan Konzern gehörenden Firma System Technik Nord die Drohne Brevel entwickeln. Ursprünglich war das Überwachungssystem für die Gefechtsfeldbeobachtung der DDR gedacht. Wir fragen die Bundesregierung: 1. Existiert zu der Kooperation zwischen den beiden Firmen ein Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der Bundesregierung und der französischen Regierung? Wenn ja, wann wurde das MoU unterzeichnet? Was ist der Gegenstand dieses MoU? 2. Ist die Durchführung des Projektes durch Verzögerungen finanzieller Art gefährdet? Wenn ja, durch welche? 3. Überlegt die Bundesregierung, im Zusammenhang mit der Aussage des Bundesministers der Verteidigung, Volker Rühe, daß „für die Bedrohungssituation der Vergangenheit (...) keine Mark mehr ausgegeben" wird (Europäische Sicherheit 8/92: 426), das Projekt einzustellen? Wenn nein, warum nicht? Für welche „Bedrohungssituation" der Gegenwart ist das System nach Ansicht der Bundesregierung heute noch notwendig/verwendbar? 4. Ab wann, in welchem Zeitraum und in welcher zeitlichen Abstufung werden dem bundesdeutschen Vertragsteilnehmer die im Bundeshaushalt eingeräumten Mittel für die Entwicklungsphase zugeleitet? Wie hoch ist diese Summe insgesamt? 5. Wie viele Systeme werden nach der Entwicklung der Brevel von der Bundeswehr, wie viele von der französischen Armee abgenommen? Drucksache 12 /3464 Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode Was geschieht im Falle des Ausstiegs der französischen Partner mit den laut Planung für die französische Armee vorgesehenen Systemen? Ist die Produktion von mehr Systemen geplant, als Frankreich und die Bundesrepublik Deutschtand gemeinsam abnehmen wollen? Wenn ja, werden die übrigen Systeme für den Export produziert? 6. Ist gesichert, daß die Brevel weder von Frankreich aus noch von der Bundesrepublik Deutschland aus in NATO- oder andere Länder exportiert wird? Wenn nein, warum nicht? Gibt es bereits interessierte Staaten innerhalb oder außerhalb der NATO (bitte Aufzählung)? Ist der Bundesregierung bekannt, ob die Türkei, der Iran, Pakistan oder Thailand Interesse angemeldet haben? 7. Hat die Bundesrepublik Deutschland sich die Möglichkeit. offengehalten, den Export von Systemen aus Frankreich zu untersagen und dieses effektiv zu kontrollieren? Bonn, den 8. Oktober 1992 Andrea Lederer Dr. Gregor Gysi und Gruppe]

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