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Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Weitere Saale- und Elbe-Staustufen oder Binnenschiffahrt auf natürlichen Wasserwegen (G-SIG: 12011388)

Zwangsläufiger Ausbau der Elbe mit drei weiteren Staustufen aufgrund des im Bundesverkehrswegeplan unter "vordringlicher Bedarf" geführten Saaleausbaus, Kosten/Nutzen der Investition, Zweifel am Bedarf der Saale-Staustufe Klein-Rosenburg, Transport der künftigen Gütermengen von Magdeburg nach <Halle> auf dem Schienenwege, Auswirkungen der Großschiffahrt auf die Bereiche Bahn, Schiffbau, Hafenwirtschaft und Schiffahrt, Beurteilung der Flußbaumethoden an der Donau bei Wien

Fraktion

Bündnis 90/Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

27.04.1993

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/469301.04.93

Weitere Saale- und Elbe-Staustufen oder Binnenschiffahrt auf natürlichen Wasserwegen

der Abgeordneten Werner Schulz (Berlin), Dr. Klaus-Dieter Feige und der Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen7

1

Ist der Bundesregierung bewußt, daß der im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) unter „Vordringlicher Bedarf" geführte Ausbau der Saale zwangsläufig Ausbaumaßnahmen in der Elbe bei Magdeburg durch drei weitere Staustufen nach sich zieht?

Liegt dieses Vorhaben in der Absicht der Bundesregierung?

2

Wie bewertet die Bundesregierung die in einem Gutachten der PLANCO-Consulting GmbH getroffene Feststellung, daß dieser Ausbau 1,5 Mrd. DM kostet und nach dem prognostizierten Verkehrsaufkommen sich erst nach 240 Jahren Nutzung rentieren würde?

Hält die Bundesregierung eine solche Investition für verantwortbar?

3

Ist der Bundesregierung bekannt, daß die für das Jahr 2005 prognostizierten Transportgütermengen von Magdeburg nach Halle über den Wasserweg Elbe — Saale in Höhe von 1,5 Mio. t/a auch auf der bereits vorhandenen umweltfreundlichen Schiene (Transportzeit max. 2 Stunden) bewegt werden können, ohne den ökonomisch unsinnigen und ökologisch verheerenden Saale-Elbe-Ausbau vornehmen zu müssen?

4

Ist der Bundesregierung bewußt, daß mit der Realisierung des Ausbaus des Wasserweges Halle — Magdeburg zur Großschifffahrtsstraße die Bahn als paralleler Verkehrsträger tariflich unter Druck gesetzt werden würde und die Einnahme-Verluste steigen würden?

5

Ist der Bundesregierung aus der Erfahrung in den alten Bundesländern bekannt, wie viele regionale Dauerarbeitsplätze in den neuen Bundesländern in den Bereichen Schiffbau, Hafenwirtschaft und Schiffahrt durch Einführung der Großschiffahrt (Zerschlagung der dezentralen Strukturen) verlorengehen würden bzw. wie viele Dauerarbeitsplätze bei einer Entwicklung einer flußangepaßten Schiffahrt mit flachgehenden Schiffen aus regionalen Werften erhalten bzw. entwickelt werden könnten?

6

Wie schätzt die Bundesregierung die modernsten flußbaulichen Methoden ein, die an der Donau bei Wien unter Leitung von Prof. Bernd Lötsch erfolgreich getestet werden, um die Errichtung naturzerstörerischer und unwirtschaftlicher Staustufen zu vermeiden?

7

Hält die Bundesregierung trotz der erdrückenden Gegenargumente immer noch am „Vordringlichen Bedarf" der Saale-Staustufe Klein-Rosenburg fest?

Bonn, den 1. April 1993

Dr. Klaus-Dieter Feige Werner Schulz (Berlin) und Gruppe

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