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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Gefahrguttransporte - Transportverlagerung auf die Bahn (G-SIG: 11002882)

Möglichkeiten einer verstärken Verlagerung von Gefahrguttransporten auf die Bundesbahn angesichts eines schrumpfenden Bahnnetzes, Verteilung der Schienen-Gefahrguttransporte auf die einzelnen Bundesländer, Angebote des "Huckepack-Verkehrs" und sonstige Förderungsmaßnahmen der Bundesbahn; Stillegung von Güterverkehrsstrecken seit 1950 und in den nächsten fünf Jahren, Aufgabe von Stückgutbahnhöfen und ca. einem Drittel aller Wagenladungstarifpunkte; Einrichtung von Verladestellen für Gefahrgüter an DB-Bahnhöfen, insbesondere im Hinblick auf Mineralölverladestationen; Menge des auf die Straße verlagerten Gefahrguts nach Stillegungen von Eisenbahnstrecken; Kontrolle der Sicherheits- und Sozialvorschriften im Bereich der Bahn im Vergleich zum Straßentransportgewerbe

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

21.11.1988

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/306005.10.88

Gefahrguttransporte — Transportverlagerung auf die Bahn

der Abgeordneten Frau Rock und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Kleine Anfrage

Gefahrguttransporte — Transportverlagerung auf die Bahn

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen10

1

Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, bei einem schrumpfenden Bahnnetz die Zahl der Gefahrguttransporte und generell der Lasttransporte auf die Bahn zu verlagern, und was hat die Bundesregierung konkret seit der Katastrophe von Herborn unternommen, nachdem Bundesverkehrsminister Dr. Warnke öffentlich eine verstärkte Verlagerung von Gefahrguttransporten auf die Schiene angekündigt hatte?

2

Wie verteilen sich die 12 % der Gefahrguttransporte auf der Schiene auf die einzelnen Bundesländer, welche Angebote des „Huckepackverkehrs" stellt die Deutsche Bundesbahn in den einzelnen Bundesländern zur Verfügung, und welche Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung wurden eingeleitet (differenziert nach Bundesländern)?

3

Wie will die Bundesregierung ihr erklärtes Ziel der Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene erreichen, wenn ein Großteil der Gefahrguttransporte im Nahverkehr transportiert wird, wo die Schienenverbindungen systematisch von der Deutschen Bundesbahn abgebaut wurden?

4

Wie viele und welche Güterverkehrsstrecken der Deutschen Bundesbahn wurden seit 1950 in den einzelnen Bundesländern stillgelegt, welche Gesamtlänge hatten diese Strecken, und welche weiteren Strecken sind in den einzelnen Bundesländern in den nächsten fünf Jahren zur Stillegung vorgesehen?

5

Wie ordnet sich das Vorhaben der Deutschen Bundesbahn, zahlreiche Stückgutbahnhöfe und ca. ein Drittel aller Tarifpunkte im Wagenladungsverkehr aufzugeben, in die Bestrebungen der Bundesregierung ein, Güter verstärkt von der Straße auf die Schiene zu verlagern?

6

Wie beurteilt die Bundesregierung die Möglichkeit, an den Bahnhöfen der Deutschen Bundesbahn öffentlich betriebene Verladestellen für Gefahrgüter einzurichten und zu betreiben, und wie beurteilt sie dies im Hinblick auf Mineralölverladestationen?

7

Welche Mengen welchen Gefahrgutes wurden auf den in den letzten drei Jahren stillgelegten Eisenbahnstrecken (gegliedert nach Ländern) in deren letztem Betriebsjahr befördert und nach der Stillegung auf die Straße verlagert?

8

Teilt die Bundesregierung die Einschätzung, daß die Einhaltung von Sicherheits- und Sozialvorschriften im Bereich der Bahn einfacher und effektiver zu kontrollieren ist, als dies im Straßentransportgewerbe der Fall ist?

9

Welche Gebiete der Bundesrepublik Deutschland können heute nicht im 50-km-Radius um Verladeanlagen Schiene/Straße erreicht werden?

10

Welche zusätzlichen Verladeeinrichtungen wird die Deutsche Bundesbahn in den nächsten fünf Jahren wo errichten?

Bonn, den 5. Oktober 1988

Frau Rock Dr. Lippelt (Hannover), Frau Schmidt-Bott, Frau Vennegerts und Fraktion

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