Neue Waffensysteme und zusätzliche Militärübungen in Bayern
der Abgeordneten Frau Rust und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Neue Waffensysteme und zusätzliche Militärübungen in Bayern
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
In den nächsten Jahren will die US-Armee in Bayern weitere Apache-Angriffshubschrauber stationieren. Diese Hubschrauber müssen auch gemeinsame Übungen mit Jagdflugzeugen durchführen. Ein Sprecher der US-Armee in Ansbach hat erklärt, daß solche Übungen ,,in der Regel nur auf Übungsplätzen" (FLZ 7. Oktober 1988) durchgeführt werden.
Welche Übungsplätze in Bayern werden von solchen gemeinsamen Übungen betroffen sein?
Wie oft werden solche Übungen durchgeführt werden?
Werden solche Übungen auch nachts durchgeführt werden?
Welche Flugzeugtypen sind für solche gemeinsamen Übungen vorgesehen?
In der Österreichischen Militärzeitschrift (Heft 6/83) ist zu lesen, daß bei der A 10 „bei den Einsatzübungen ... auch in der Bundesrepublik Deutschland eine enge Zusammenarbeit mit Kampfhubschraubern geübt" wird. Die US-Armee hat bekanntgegeben, daß am Truppenübungsplatz Hohenfels bessere Bedingungen für den Einsatz von A 10 geschaffen werden sollen.
Bestehen Zusammenhänge zwischen den Apache-Stationierungen in Bayern und dem Ausbau des Truppenübungsplatzes Hohenfels bzw. der eventuellen Verlängerung der Start- und Landepiste in Grafenwöhr?
Patriot-Raketenstellungen sind häufig das Ziel für Scheinangriffe durch Tiefflieger. Beim letzten Herbstmanöver übten die Illesheimer Apache-Hubschrauber den Angriff auf Patriot-Raketenstellungen und deren Vernichtung.
Ist geplant, auch bei kombinierten Hubschrauber-Jagdflugzeug-Manövern Patriot-Stellungen als Zielpunkte zu benutzen?
Seit 1985 wurden in Europa „W 79"-Sprengköpfe für die 203-mm-Geschütze der Artillerie stationiert. In den nächsten Jahren soll mit der Stationierung des Sprengkopfes „W 82" für die 155-mm-Artillerie begonnen werden. Diese Sprengköpfe können durch Einfügen eines Tritiummoduls in strahlungsverstärkte Waffen = Neutronenwaffen umgewandelt werden.
Ist der Bundesregierung die Einsatzmöglichkeit dieser Waffen als Neutronenwaffen bekannt?
Ist der „W 79" im Atomwaffenlager Kitzingen-Kaltensondheim bereits eingelagert?
Ist die Einlagerung des „W 82" in Kitzingen-Kaltensondheim vorgesehen?
Befinden sich die Tritiummodule für diese Sprengköpfe bereits in der Bundesrepublik Deutschland oder sollen sie erst im Bedarfsfall eingeflogen werden?
Ist der Bundesregierung bewußt, daß durch die Reichweite dieser Waffen bedingt (bis zu 30 km) der Einsatz vor allem die eigene Bevölkerung treffen wird?