Militärische Forschungsvorhaben der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Baden-Württemberg
der Abgeordneten Frau Vennegerts und der Fraktion DIE GRÜNEN/Bündnis 90
Vorbemerkung
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Frau Vennegerts und der Fraktion DIE GRÜNEN/Bündnis 90
Militärische Forschungsvorhaben der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Baden-Württemberg
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen15
In welcher finanziellen Höhe finanziert das Bundesministerium der Verteidigung „theoretische und experimentelle Grundlagenuntersuchungen auf dem Gebiet der Hochenergielaser-Technologie" (Drucksache 11/7794, Frage 2.9) der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Baden-Württemberg?
Kann die Bundesregierung bestätigen oder dementieren, daß diese Forschungen in Lampoldshausen stattfinden?
Wie viele Wissenschaftler sind derzeit und unter wessen Leitung mit diesem Forschungsvorhaben des Bundesministeriums der Verteidigung befaßt?
In welchem zeitlichen Rahmen sollen die militärischen Forschungen abgeschlossen sein?
Kann die Bundesregierung bestätigen oder dementieren, daß derartige Forschungsvorhaben nur Sinn im Aufbau eines eigenständigen bundesdeutschen Konzepts zur Raketenabwehr im Weltraum machen?
Wie beurteilt die Bundesregierung derartige Forschungsvorhaben im Hinblick auf die internationale Lage sowie hinsichtlich der internationalen Rüstungskontrollvereinbarungen der Großmächte (z. B. ABM-Vertrag von 1972)?
Welche Laserwaffen lassen sich nach den Vorstellungen der DLR-Wissenschaftler mit ihren Forschungen entwickeln?
Forscht die DLR auch an der Entwicklung spezieller Raketensysteme, die derartige Laserwaffen in den Weltraum befördern könnten?
Sind bei diesen Forschungen ggf. auch Wissenschaftler involviert, die sich an früheren deutschen Kriegsforschungen in Peenemünde oder bei den öffentlich bekannten Aktivitäten der Firma OTRAG in Zaire oder Libyen beteiligt hatten?
Welche weiteren NATO-Mitgliedstaaten betreiben ähnliche Forschungsvorhaben wie die Bundesrepublik Deutschland?
Hat die Bundesregierung die Sowjetunion über ihre militärischen Forschungsvorhaben in Kenntnis gesetzt?
Sind Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes in dieses Forschungsvorhaben verwickelt?
Gibt es für dieses Forschungsvorhaben auch Finanzierungshilfen durch ausländische Regierungen, Stiftungen, Organisationen oder Firmen?
Gibt es für dieses Forschungsvorhaben auch Finanzhilfen durch baden-württembergische Unternehmen, und wenn ja, durch wie viele und welche?
Betrachtet die Bundesregierung die Bundesrepublik Deutschland nach dem 3. Oktober 1990 als Großmacht?