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Kleine AnfrageWahlperiode 9Beantwortet

Künftige Entwicklung der Eisenbahnerstadt Bebra im hessischen Zonenrandkreis Bad Hersfeld-Rotenburg (G-SIG: 09001687)

Rationalisierungsmaßnahmen der Bundesbahn im Raum Bebra, Verlegung oder Neuerrichtung von Bundesbahneinrichtungen nach oder in Bebra, Auswirkungen der Neubaustrecke Hannover-Würzburg, die Bebra nicht berührt, auf die Entwicklung der Stadt, Auswirkungen auf den Verkehr mit der DDR nach Inbetriebnahme der Neubaustrecke

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

29.12.1982

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 9/233114.12.82

Künftige Entwicklung der Eisenbahnerstadt Bebra im hessischen Zonenrandkreis Bad Hersfeld — Rotenburg

der Abgeordneten Lintner, Böhm (Melsungen), Haase (Kassel), Link, Picard, Sauer (Salzgitter), Pfeffermann, Bayha, Dr. Becker (Frankfurt), Bohl, Eigen, Erhard (Bad Schwalbach), Lattmann, Lenzer, Lowack, Reddemann, Schulze (Berlin), Weirich, Frau Dr. Wisniewski, Zink, Ronneburger, Dr. Wendig, Frau Fromm, Frau Dr. Engel und Genossen

Vorbemerkung

Seit rund 125 Jahren ist die Entwicklung der Stadt Bebra im hessischen Zonenrandkreis Bad Hersfeld — Rotenburg wie die kaum einer anderen Stadt in der Bundesrepublik Deutschland mit der Entwicklung der Eisenbahn verbunden. Die Deutsche Bundesbahn ist der weitaus größte Arbeitgeber für die Menschen dieser Stadt und hat für Bebra dieselbe Bedeutung, die große Wirtschaftsunternehmen wie Volkswagen für Wolfsburg oder Opel für Rüsselsheim haben. Diese Bedeutung erstreckt sich deshalb nicht nur auf die unmittelbar bei der Deutschen Bundesbahn Beschäftigten, sondern auf das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben der ganzen Stadt.

Um so härter hat es die Stadt getroffen, daß die Deutsche Bundesbahn in den letzten 25 Jahren rund die Hälfte ihrer ursprünglichen 4 000 Arbeitsplätze in Bebra eingespart und insbesondere die Umladehalle entgegen vorher gegebenen Versprechungen geschlossen hat. Durch den Bau der Neubaustrecke Hannover — Würzburg, die Bebra nicht berührt, werden weitere erhebliche Nachteile befürchtet, da Bebra damit endgültig seine Bedeutung als Knotenpunkt für den Nord-Süd- und Ost-West-Verkehr verlieren wird.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Wie beurteilt die Bundesregierung die in den letzten Jahrzehnten getroffenen Rationalisierungsmaßnahmen der Deutschen Bundesbahn im Raum Bebra im Hinblick auf die wirtschaftliche Lebensfähigkeit dieser Stadt?

2

Ist irgendeine Maßnahme mit dem Ziel getroffen worden, den Verlust von Arbeitsplätzen durch die Verlegung oder Neuerrichtung von Bundesbahneinrichtungen nach oder in Bebra auszugleichen?

3

Welche Auswirkungen wird der Bau der Neubaustrecke Hannover — Würzburg, die Bebra nicht berührt, auf die Entwicklung dieser Stadt haben?

4

Ist die Deutsche Bundesbahn ihrer Verpflichtung gegenüber der Eisenbahnerstadt Bebra, die aus ihrer Rolle als größter Arbeitgeber herrührt, bisher gerecht geworden?

5

Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, auf die Deutsche Bundesbahn mit dem Ziel einzuwirken, daß künftig keine Maßnahmen ergriffen werden, die den Zielsetzungen des Zonenrandförderungsgesetzes zuwiderlaufen?

6

Welche Auswirkungen auf den Verkehr in die und aus der DDR werden eintreten, wenn die schnellen Züge der Deutschen Bundesbahn nach der Inbetriebnahme der Neubaustrecke nicht mehr in Bebra halten können?

Bonn, den 14. Dezember 1982

Lintner Böhm (Melsungen) Haase (Kassel) Link Picard Sauer (Salzgitter) Pfeffermann Bayha Dr. Becker (Frankfurt) Bohl Eigen Erhard (Bad Schwalbach) Lattmann Lenzer Lowack Reddemann Schulze (Berlin) Weirich Frau Dr. Wisniewski Zink Berger (Lahnstein) Frau Geier Gerlach (Obernau) Dr. Langner Dr. Lenz (Bergstraße) Dr. Riedl (München) Werner Ronneburger Dr. Wendig Frau Fromm Frau Dr. Engel

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