[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 17. Juli 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/11763
19. Wahlperiode 19.07.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Harald Weyel und
der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/11363 –
Deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020
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Die nächste EU-Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland steht für
das zweite Halbjahr 2020 an (
www.eu-info.de/europa-punkt/wo-finde-ich/
praesidentschafts-liste/). Mit der Ratspräsidentschaft verknüpfen sich folgende
Aufgaben: Sie hat die Arbeiten und Treffen des Rates sowie der damit
verbundenen Ausschüsse und Arbeitsgruppen zu leiten und zu moderieren, und sie hat
den Rat vor anderen europäischen Institutionen wie der Europäischen
Kommission und dem Europäischen Parlament sowie, gemeinsam mit der Europäischen
Kommission, auf internationaler Ebene zu vertreten (
www.europarl.europa.eu/
germany/de/europa-und-europawahlen/rolle-und-aufgaben).
Ein vollständiges Programm liegt nach Kenntnis der Fragesteller dafür bislang
nicht vor, allerdings wurde bereits die Bekämpfung des Judenhasses (www.
evangelisch.de/inhalte/156279/14-05-2019/merkel-ruft-zum-widerstand-
gegenantisemitismus-auf) auf die Agenda gesetzt. Vor dem Hintergrund des
erodierenden Vertrauens in die EU und ihre Institutionen (
www.morgenpost.de/politik/
article219763649/Etwa-die-Haelfte-der-Deutschen-hat-kaum-Vertrauen-in-die-
EU.html) kommt der EU-Ratspräsidentschaft nach Ansicht der Fragesteller eine
besondere Verantwortung zu. Insbesondere das Migrationsproblem harrt nach
Ansicht der Fragesteller der gesetzlichen Neuregelung durch die EU-
Mitgliedstaaten (
www.tichyseinblick.de/meinungen/eu-von-dublin-iii-nach-dublin-iv-
findeterstmal-wohl-nicht-statt/).
1. Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung dem Deutschen Bundestag
das Programm der nächsten deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorgelegt
werden?
Der turnusgemäß nächste Vorsitz im Rat stellt sein Programm üblicherweise kurz
vor Übernahme des sechsmonatigen Vorsitzes vor. Die Bundesregierung wird
dem Deutschen Bundestag das Programm zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft
nach Befassung des Kabinetts übermitteln.
2. Welche zusätzlichen Stellen plant die Bundesregierung im Rahmen der EU-
Ratspräsidentschaft einzurichten (bitte nach Besoldungsstufen, Ressorts und
nachgeordneten Behörden aufschlüsseln)?
Auf die Anlage zu Frage 2 wird verwiesen.
3. Wie hoch sind die für den Bundeshaushalt veranschlagten Gesamtkosten der
EU-Präsidentschaft?
Das Verfahren für das Haushaltsjahr 2020 ist noch nicht abgeschlossen. Das
Verfahren für das Haushaltsjahr 2021 hat noch nicht begonnen.
4. Mit welchen Maßnahmen beabsichtigt die Bundesregierung, den Bürgern
Europas die Europäischen Institutionen wieder näherzubringen?
5. Mit welchen Impulsen gedenkt die Bundesregierung einen Politikwechsel in
der Migrationsfrage zu unterstützen?
6. Welche konkreten Schutzmaßnahmen der Europäischen Union gegen
antisemitisch motivierte Handlungen stellt sich die Bundesregierung im Zuge
des angekündigten europäischen Kampfes gegen Antisemitismus vor?
7. Mit welchen konkreten Maßnahmen sollen nach den Vorstellungen der
Bundesregierung antisemitische Einstellungen der Bevölkerung bekämpft
werden?
Die Fragen 4 bis 7 werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundesregierung hat Überlegungen zu möglichen Programminhalten der
deutschen EU-Ratspräsidentschaft aufgenommen. Für einen Programmentwurf,
der konkrete Maßnahmen zu einzelnen Themenbereichen im Zeitraum der
deutschen EU-Ratspräsidentschaft enthält, werden neben der Strategischen Agenda
des Europäischen Rats auch die Überlegungen zum künftigen Arbeitsprogramm
der Europäischen Kommission eine Rolle spielen.
Darüber hinaus wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
8. Auf welche kulturellen und/oder religiösen und/oder nationalen und/oder
sonstigen Ursachen führt die Bundesregierung das Vorhandensein
antisemitischer Einstellungen in der europäischen Bevölkerung zurück?
Die Bundesregierung verweist auf den aktuellen Stand der
Antisemitismusforschung, wonach antisemitische Einstellungen in unterschiedlichen Teilen der
Gesellschaft auftreten und auf eine Vielzahl von Ursachen zurückgeführt werden
können.
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Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim,
www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]