Abwanderung hochqualifizierter Wissenschaftler aus Deutschland
der Abgeordneten Dr. Marc Jongen, Nicole Höchst, Dr. Götz Frömming, Prof. Dr. Michael Kaufmann und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
In ihrer Antwort zu Frage 8 der Kleinen Anfrage der Fraktion der Fraktion der AfD „Abwanderung hochqualifizierter Wissenschaftler aus Deutschland“ auf Bundestagsdrucksache 20/481 bekundete die Bundesregierung, dass die geografische Nähe zu Deutschland und die dadurch bedingte Erleichterung einer Aufrechterhaltung von persönlichen Netzwerken es erleichtern würden, besonders leistungsfähige Forscher aus Deutschland, die nach Dänemark, Schweden oder Österreich abgewandert sind, zurückzugewinnen. Dies wurde aus Sicht der Fragesteller von der Bundesregierung allerdings nicht belegt und widerspricht in deren Augen zudem den Ergebnissen der Studie „Return migration of German-affiliated researchers: Analyzing departure and return by gender, cohort, and discipline using Scopus bibliometric data 1996–2020“ (2021) des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR), wonach der Anteil der Rückkehrer unter den in diese Länder abgewanderten Forschern bei unter 25 Prozent liegt, in Kontrast beispielsweise zum Anteil der Rückkehrer aus den USA von 34 Prozent (https://arxiv.org/pdf/2110.08340.pdf, S. 12 f.).
Daraus ergibt sich in den Augen der Fragesteller die Frage, ob die Bundesregierung belegen kann, dass besonders leistungsfähige deutsche Forscher aus den genannten Ländern oder aus anderen Ländern in geografischer Nähe mit überdurchschnittlich geringem Aufwand oder in überdurchschnittlich hoher Zahl zurückgewonnen werden können.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen3
Kann die Bundesregierung die Ausführung in ihrer Antwort zu Frage 8 der Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache 20/481 belegen, gemäß der besonders leistungsfähige deutsche Forscher, die nach Dänemark, Schweden oder Österreich abgewandert sind, aus den genannten oder aus anderen Ländern in geografischer Nähe im Vergleich mit besonders leistungsfähigen Forschern, die in geografisch signifikant weiter entfernte Länder abgewandert sind, mit überdurchschnittlich geringem Aufwand oder in überdurchschnittlicher Zahl zurückgewonnen werden können?
Wenn Frage 1 bejaht wird, welche Belege kann die Bundesregierung hier mit Blick auf ihre o. g. Ausführung im Einzelnen anführen (bitte auch erläutern, woraus die Bundesregierung ableitet, dass diese Belege ihre Auffassung stützen)?
Wenn Frage 1 verneint wird, wie begründet die Bundesregierung in diesem Fall ihre Auffassung, dass besonders leistungsfähige deutsche Forscher, die nach Dänemark, Schweden oder Österreich abgewandert sind, aus den genannten oder aus anderen Ländern in geografischer Nähe im Vergleich mit besonders leistungsfähigen Forschern, die in geografisch signifikant weiter entfernte Länder abgewandert sind, mit überdurchschnittlich geringem Aufwand oder in überdurchschnittlicher Zahl zurückgewonnen werden können?