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Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet

Versorgungslage und Versorgungsgrad der Bevölkerung im Königreich Marokko

(insgesamt 6 Einzelfragen mit zahlreichen Unterfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Datum

15.03.2023

Aktualisiert

24.03.2023

Deutscher BundestagDrucksache 20/573020.02.2023

Versorgungslage und Versorgungsgrad der Bevölkerung im Königreich Marokko

der Abgeordneten Dietmar Friedhoff, Markus Frohnmaier, Edgar Naujok, Stefan Keuter, Dr. Malte Kaufmann und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Viele Länder Afrikas leiden unter Trockenheit. Aufgrund der bis zum Jahre 2050 prognostizierten Verdoppelung der afrikanischen Bevölkerung werden der Zugang zu sauberem Wasser sowie der Wassermangel viele Länder Afrikas vor gewaltige Herausforderungen stellen (vgl. https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Wasserprobleme_und_Klimawandel_in_Afrika). Zugleich gibt es unter der Erde, in der Wüste Sahara, gewaltige Wasservorkommen (https://www.klett.de/alias/1006230).

Neben dem Trinkwassermangel spitzt sich auch die Ernährungssituation in vielen Ländern Afrikas durch die wirtschaftlichen Langzeitfolgen der Corona-Pandemie und den andauernden Krieg in der Ukraine (vgl. https://www.welthungerhilfe.de/corona-spenden/coronavirus-in-afrika und https://www.merkur.de/wirtschaft/hungersnot-als-kriegsfolge-zr-91403188.html) zu. Aber auch andere strukturelle Probleme tragen zur Verschlechterung der Ernährungssituation bei: Nichtverfügbarkeit von Lebensmitteln, unzureichende Kaufkraft, unzureichende Verteilung und fehlende Strukturen im engsten sozialen Umfeld, der Anstieg der Zahl von Konfliktherden, wie zum Beispiel in Libyen, Mali und Mauretanien (https://www.maghreb-post.de/gesellschaft/maghreb-rund-52-mio-menschen-von-hunger-und-ernaehrungsunsicherheit-betroffen/ sowie https://www.tagesschau.de/ausland/hunger-afrika-un-101.html und https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-04/coronavirus-pandemie-westafrika-hungerkrise).

Auch der Zugang zu Energie bleibt weiterhin vielen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent verwehrt. Viele Haushalte in Afrika sind ganz ohne Strom. Nirgendwo auf der Welt ist der Anteil der Haushalte mit Stromanschluss so niedrig wie in den Ländern südlich der Sahara. In manchen ländlichen Gebieten hat kaum jeder 20. Haushalt Strom. Dabei ist laut Aussage der Organisation Africa Renewable Energy Initiative (AREI) der fehlende Zugang zu Energie ein großes Entwicklungshemmnis (https://www.eib.org/de/stories/africa-energy-access und http://www.bmz.de/de/themen/energie/energiepolitik_international/Africa_Renewable_Energy_Initiative_AREI/).

Eine gleichlautende Kleine Anfrage wurde auf Bundestagsdrucksache 19/21018 durch die Fragesteller bereits in der 19. Wahlperiode gestellt und von der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 19/21418 beantwortet. Die Fragesteller interessiert, ob es seitdem seitens der Bundesregierung zu einer Veränderung der Einschätzung der erfragten Sachverhalte gekommen ist.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Trinkwasservorräte sowie den Versorgungsgrad der Bevölkerung mit Trinkwasser im Königreich Marokko zum gegenwärtigen Zeitpunkt, angesichts ihres dortigen Engagements (bitte ausführen)?

2

Wie werden sich nach Einschätzung der Bundesregierung unter Berücksichtigung einer langfristig definierten Entwicklungszusammenarbeit und der damit verbundenen notwendigen Voraussetzungen die Trinkwasservorräte sowie der Versorgungsgrad der Bevölkerung mit Trinkwasser im Königreich Marokko bis zu den Jahren 2030, 2040, 2050 bei gleichbleibender demografischer Entwicklung entwickeln?

a) Welche endogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

b) Welche exogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

c) Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung die aufgezeigte Entwicklung hier (https://www.bmz.de/de/laender_regionen/naher_osten_nordafrika/marokko/index.jsp; bitte nach konkreten Projekten der staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit, Laufzeit, Finanzierungsvolumen und Durchführungsorganisation bzw. Träger aufschlüsseln)?

3

Welche Kenntnis hat die Bundesregierung im Hinblick auf die gegenwärtige Ernährungssituation der Bevölkerung im Königreich Marokko, und wie bewertet sie die Ernährungssituation (bitte ausführen und begründen)?

4

Wie wird sich nach Einschätzung der Bundesregierung unter Berücksichtigung einer langfristig definierten Entwicklungszusammenarbeit und den damit verbundenen notwendigen Voraussetzungen die Ernährungssituation im Königreich Marokko bis zu den Jahren 2030, 2040, 2050 bei gleichbleibender demografischer Entwicklung entwickeln?

a) Welche endogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

b) Welche exogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

c) Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung die aufgezeigte Entwicklung (bitte nach konkreten Projekten der staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit, Laufzeit, Finanzierungsvolumen und Durchführungsorganisation bzw. Träger aufschlüsseln)?

5

Welche Kenntnis hat die Bundesregierung im Hinblick auf die gegenwärtige Energieversorgung der Bevölkerung sowie die Energieversorgung der Wirtschaft im Königreich Marokko (vgl. https://www.bmz.de/de/laender_regionen/naher_osten_nordafrika/marokko/index.jsp)?

6

Wie wird sich nach Einschätzung der Bundesregierung unter Berücksichtigung einer langfristig definierten Entwicklungszusammenarbeit und den damit verbundenen notwendigen Voraussetzungen die Energieversorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft im Königreich Marokko bis zu den Jahren 2030, 2040, 2050 bei gleichbleibender demografischer Entwicklung entwickeln?

a) Welche endogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

b) Welche exogenen Ursachen sind nach Einschätzung der Bundesregierung für die aufgezeigte Entwicklung ursächlich?

c) Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung die aufgezeigte Entwicklung (bitte nach konkreten Projekten der staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit, Laufzeit, Finanzierungsvolumen und Durchführungsorganisation bzw. Träger aufschlüsseln)?

Berlin, den 16. Februar 2023

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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