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Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet

Fragen zum Sinken des Güterschiffes "Achim" in einer Donauschleuse und zur Havarie am Eisernen Steg

(insgesamt 11 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Digitales und Verkehr

Datum

11.04.2023

Aktualisiert

14.07.2023

Deutscher BundestagDrucksache 20/615324.03.2023

Fragen zum Sinken des Güterschiffes „Achim“ in einer Donauschleuse und zur Havarie am Eisernen Steg

der Abgeordneten René Bochmann, Dr. Dirk Spaniel, Wolfgang Wiehle, Dirk Brandes, Thomas Ehrhorn, Leif-Erik Holm, Dr. Rainer Kraft, Mike Moncsek und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Abschnitte von Main und Donau sowie der Main-Donau-Kanal sind Bundeswasserstraßen (www.stmb.bayern.de/vum/wasser/personenschifffahrt/bundeswasserstrassen/index.php#:~:text=Zu%20den%20Bundeswasserstra%C3%9Fen %20z%C3%A4hlen%20auch,Main%2DDonau%2DKanal%20Bundeswasserstra%C3%9Fen).

Das Güterschiff „Achim“ sank laut dem Sender „ntv“ am 10. März 2023 in einer Donauschleuse (www.n-tv.de/panorama/Gueterschiff-Achim-sinkt-in-Donauschleuse-article23976567.html). Das mit Erz beladene Schiff unter deutscher Flagge ist nach der Einfahrt in die Donauschleuse Geisling auseinandergebrochen und gesunken (ebd.). Dies geschah während der Schleusung. Kapitän und Steuermann, beide ungarische Staatsbürger, konnten sich schwimmend selbst retten (ebd.). Der 64-jährige Steuermann musste laut dem oben genannten Bericht ins Krankenhaus (Wasser in der Lunge), der 61-jährige Kapitän erlitt Unterkühlungen. Das Video im oben angegebenen Link zeigt, dass die „Achim“ tief abgeladen war, was aber nicht ungewöhnlich ist. Der Schaden ist enorm, weil einerseits das Wrack aus der Schleuse entfernt und außerdem die Schleuse gereinigt werden muss. Das Schiff hatte aber nicht die erste Havarie. Auch im Jahr 2017 war die „Achim“ auf der Donau bei Vilshofen auf Grund gelaufen (www.br.de/nachrichten/bayern/schiffshavarie-nichts-geht-mehr-auf-der-donau-bei-vilshofen,Qbmz6O1).

Bei einem weiteren Vorfall hat auf dem Main bei Frankfurt am Sonntag, den 12. März 2023, ein Flusskreuzfahrtschiff eine im Jahr 1868 erbaute Fußgängerbrücke, den Eisernen Steg, gerammt. Wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilt, habe das Schiff „ungewollten Kontakt mit dem #EisernenSteg aufgenommen“ (www.t-online.de/region/frankfurt-am-main/id_100142826/kreuzfahrtschiff-kracht-gegen-beruehmten-eisernen-steg-schiff-beschaedigt.html).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, ob der Kapitän und der Steuermann des genannten Güterschiffes inzwischen wieder genesen sind oder sich beide noch in ärztlicher Behandlung befinden, und wenn ja, welche Informationen sind dies, und in welcher Behandlung befinden sich die Genannten gegebenenfalls?

2

Wann wurde nach Kenntnis der Bundesregierung das Güterschiff „Achim“ letztmalig in einer Werft kontrolliert und oder repariert?

3

Wurde nach Kenntnis der Bundesregierung nach der Beladung und dem Auslaufen die Stabilität des Güterschiffes berechnet, und wenn ja, wie groß war die Strecke vom Massenschwerpunkt G bis zum Metazentrum M (metazentrische Höhe) GM?

4

Hat die Bundesregierung Kenntnisse darüber, ob der Treibstoffverbrauch während der Fahrt des Güterschiffes durch Ballastwasser fachgerecht ausgeglichen wurde?

5

War das Schiff nach Kenntnis der Bundesregierung homogen beladen, oder war die Ladung unterschiedlich geschüttet worden?

6

Wie groß waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Biege- und Torsionsmomente (Mt = F x r) in Nm, die zum Zerbrechen des Schiffskörpers führten?

7

Trat beim Biegemoment nach Auffassung der Bundesregierung eine beidseitig gestützte Belastung mit Einzelkraft (Mb = F x L / 4) oder mit verteilter Kraft (Mb = F x L / 8) auf?

8

Befand sich das Unterwasserschiff (der sich unter Wasser befindende Teil des Schiffes) nach Auffassung der Bundesregierung in einem verkehrssicher konservierten Zustand?

9

Waren Spanten und Außenhaut des Güterschiffes nach Kenntnis der Bundesregierung in einem verkehrssicheren Zustand oder bereits reparaturbedürftig?

10

Welche Ursachen führten nach Kenntnis der Bundesregierung beim zweiten in der Vorbemerkung der Fragesteller beschriebenen Vorfall zum Schiffskontakt mit dem Eisernen Steg?

11

Führt das Bundesministerium für Digitalisierung und Verkehr, zusammen mit der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, inzwischen die laut Antwort der Bundesregierung zu den Fragen 1 und 2 auf Bundestagsdrucksache 19/897 angekündigte bundesweite Schiffsunfalldatenbank, in der alle Unfälle auf Bundeswasserstraßen erfasst werden?

Berlin, den 15. März 2023

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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