Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Thomas Seitz, Dr. Christian Wirth,
Martin Hess, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 20/7953 –
Mögliche extremistische Äußerungen von Mitgliedern der „Letzten Generation“
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Das Online-Magazin Apollo News berichtete am 24. Juli 2023 erstmalig über
die Inhalte interner Chat-Verläufe der Gruppierung „Letzte Generation“
(
www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/letzte-generation-mitglieder-wollten-spren
gstoff-beschaffen/).
Die Chats offenbaren Gewaltbereitschaft und Pläne zum Einsatz mit
Sprengstoff. In der offiziell moderierten Chat-Gruppe „Austausch: LG goes Lützi“
werden Mordphantasien und Pläne zu schweren Straftaten, wie das
Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen, geäußert. In der Gruppe sollen laut Apollo
News hochrangige Mitglieder der „Letzten Generation“ sein (s. o.).
Eine Aktivistin, die sich Zoola nennt und laut Apollo News zum inneren Kreis
der Bewegung gehört sowie Mutter von Teenagern sein soll, schreibt über
Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen: „Ich könnt seit Tagen
auch nur noch ausrasten. Das die echt noch keiner übern Haufen geschossen
hat, ist echt ein wahres Wunder!“ (s. o.).
Weiter schreibt sie: „weisst de was du machen musst?!… Ständiges Besuchen
gehen, mit Scheissebeuteln auf die werfen! Nagelbretter auslegen und so
weiter und so weiter!! Denn, du siehst wohin Gewaltlosigkeit führt!“ (s. o.).
Laut Apollo News schlägt Zoola schließlich vor, Bagger und Konzern-
Zentrale von RWE in Brand zu setzen (s. o.).
Ein weiterer Aktivist, der sich Igor nennt, schreibt daraufhin, laut Apollo
News: „Das Zeug brennt nicht gut, glaub mir der Bagger ist aus Eisen und das
Büro aus Ziegel“. Er schreibt: „Wer von euch kennt sich mit Sprengstoff aus?
Bitte welchen besorgen“. Als sich niemand meldet, schließt er an: „Sonst kauf
ich welchen im Darknet“ (s. o).
Distanzierungen von diesen Äußerungen seien laut Apollo News nur zaghaft
erfolgt. So habe ein Nutzer gewarnt, die Worte seien „unter Umständen auch
strafrechtlich relevant.“ Schon deshalb solle man es es unterlassen, vor „über
70 Mitgliedern darüber in dieser Form zu sprechen.“ (s. o).
Zoola antwortet: „Und bei allem was die sich so leisten, ist das denk ich ganz
normal das man da Mordfantasien bekommt! Wenn dies nicht so wäre, dann
hast du s nicht verstanden!! Ganz einfach! Denn es MUSS einen Weg geben,
Deutscher Bundestag Drucksache 20/8060
20. Wahlperiode 18.08.2023
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern und für Heimat
vom 17. August 2023 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
der es ermöglicht denen für immer und ewig denen den Garaus macht!!!“
(s. o).
Zoola und Igor sollen laut Apollo News bis heute Mitglieder dieser Chat-
Gruppe sein. Keiner der Mitglieder der Chat-Gruppe habe den Sachverhalt zur
Anzeige gebracht. Auch sei intern keine Konsequenz erfolgt (s. o).
Apollo News berichtet weiter, dass die Mitglieder darüber diskutiert haben,
wie sinnvoll Gewaltaktionen sein können. Ein führendes Mitglied der „Letzte
Generation“, das sich „Thomas Großes Zebra“ nennt, habe geschrieben, bei
Gewaltaktionen sollen „keine Letze Generations-Banner“ eingesetzt werden.
„In der Kommunikation“ sollen die als „selbstmotivierte Taten (gerne auch
mit dem Motiv ‚Verzweiflung‘, was zur Lage in Lützerath ja durchaus aus
passend angesehen werden kann)“ dargestellt werden. Dann habe er gefragt,
wo Sabotageaktionen sinnvoll seien können. Er habe auch schon mit einem
szenebekannten Journalisten gesprochen, der sei von der Idee angetan:
„Machen … Dieser drecks Verein … Die drecksdinger sind überall“. Laut Apollo
News dulde die „Letzte Generation“ faktische Gewalttaten, solange diese
nicht unter dem Zeichen der Bewegung stattfinden (s. o).
Der Klimaaktivist Tadzio Müller hatte bereits 2021 gegenüber dem „Spiegel“
gesagt: „Wer Klimaschutz verhindert, schafft die grüne RAF“ (
www.t-onlin
e.de/nachrichten/klima-und-umwelt/id_100096148/-gruene-raf-klimaaktivist-t
adzio-mueller-zeigt-reue.html). Mittlerweile hat sich Tadzio Müller von dieser
Äußerung zwar distanziert, der von Apollo News aufgedeckte Chat-Verlauf
der „Letzten Generation“ zeigt aber, wie tief verwurzelt die Idee einer grünen
RAF bei den Aktivisten zu sein scheint:
In einer Art „Grüne Armee Fraktion“-Manifest, das im Chat verbreitet wurde,
heißt es: „Die LG ist nicht Radikal genug und vieel zu friedlich deswegen
müssen jetzt mal andere Saiten aufgezogen werden… Wir haben keine Angst
vor dem Klimawandel, wir sind Wütend weil sich immer noch über
Aktionsformen gestritten wird und nicht gehandelt. Wir handeln nicht aus
Verzweiflung aber aus Verwirrung weil alles so absurd ist.“ Im Chat ist ein Bild mit
einem RAF-Zeichen im Stile des RAF-Fotos von Hanns Martin Schleyer
abgebildet. Zunächst soll ein Lauch „entführt“ werden, den die Mitglieder des
Chats „Dobrindt“ nennen (apollo-news.net/letzte-generation-diskutierte-spren
gstoff-beschaffung-und-anschlaege-auf-politiker/).
Gleichwohl erklärte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz im
November 2022: „Ich erkenne jedenfalls gegenwärtig nicht, dass sich diese
Gruppierung gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung richtet, und
insofern ist das kein Beobachtungsobjekt für den Verfassungsschutz“ (
www.fa
z.net/aktuell/politik/inland/haldenwang-stuft-letzte-generation-als-nicht-extre
mistisch-ein-18467352.html).
Auch aktuell stuft der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz die
„Letzte Generation“ nicht als extremistische Gruppierung ein (
www.stern.de/n
ews/verfassungsschutz-sieht-letzte-generation-nicht-als-extremistische-gruppi
erung-33575250.html).
Aus dem aktuellen Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz ist nicht
ersichtlich, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz eine Prüfung der
„Letzten Generation“ als extremistisch bzw. verfassungsfeindlich vorgenommen hat
(
www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/verfassungsschutz
berichte/2023-06-20-verfassungsschutzbericht-2022.pdf?__blob=publicationF
ile&v=5).
Die „Letzte Generation“ arbeitet laut Medienberichten (
www.berliner-zeitun
g.de/politik-gesellschaft/was-ist-denn-da-los-klimakleber-suchen-kontakt-zu-p
olizisten-li.371983) jetzt auch „eng“ mit der Polizei zusammen. Die
Gruppierung hat eine Arbeitsgruppe „Polizeivernetzung“ gebildet. Angebliches Ziel
dieser Arbeitsgruppe sei ein gegenseitiger Austausch und mehr Verständnis
für die jeweiligen Positionen.
Die Zeitung „Welt am Sonntag“ berichtete (
www.welt.de/politik/deutschland/
plus246517742/Klimaaktivismus-Wie-die-Letzte-Generation-sich-mit-der-Pol
izei-vernetzt.html), das Bündnis erstrecke sich nach Polizeiangaben bereits
über mehrere Bundesländer und Behörden und vergrößere sich ständig.
Inzwischen seien rund 100 Polizisten beteiligt. Dabei gehe es auch darum, der
„Letzten Generation“ Polizeiarbeit zu erklären. An mehreren
Polizeihochschulen im gesamten Bundesgebiet sollen bereits Veranstaltungen und Seminare
mit Aktivisten der „Letzten Generation“ stattgefunden haben, so z. B. an der
Berliner Hochschule für Wirtschaft.
1. Sind der Bundesregierung, insbesondere der Bundesministerin des Innern
und für Heimat Nancy Faeser, dem Bundesministerium des Innern und für
Heimat, dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz Thomas
Haldenwang und dem Bundesamt für Verfassungsschutz, die Chat-
Verläufe der „Letzten Generation“, über die Apollo News berichtet, bekannt, und
wenn nein, warum nicht?
Die Chatverläufe im Sinne der Anfrage sind der Bundesregierung und dem
Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) bekannt.
2. Wurden die Chat-Verläufe der „Letzten Generation“, über die Apollo
News berichtet, in die Bewertung der Gruppierung durch das Bundesamt
für Verfassungsschutz einbezogen, und wenn ja, wie erklärt sich dann die
Einschätzung der Gruppierung als „nicht extremistisch“?
3. Welche Tatsachen, Berichte, Aussagen und sonstigen Quellen wurden für
die Bewertung der „Letzten Generation“ als „nicht extremistisch“ vom
Bundesamt für Verfassungsschutz zugrunde gelegt (bitte nach Datum, Art
der Quelle und Bewertung des Bundesamtes für Verfassungsschutz
aufschlüsseln)?
4. Gab es eine (behördeninterne) Prüfung der Gruppierung „Letzte
Generation“ hinsichtlich extremistischer Tendenzen, und wenn ja, in welcher
Form (schriftlich oder nur mündlich, per Aktenvermerk), in welchem
Umfang (Anzahl der ausgewerteten Quellen, Seitenzahl), welcher Zeitraum
wurde in die Prüfung einbezogen, wer hat die Prüfung wann veranlasst?
Die Fragen 2 bis 4 werden im Sachzusammenhang beantwortet.
Das BfV sieht derzeit keine hinreichenden tatsächlichen Anhaltspunkte, um die
Gruppierung „Letzte Generation“ als extremistisch einzuschätzen. Die
Entwicklung der „Letzten Generation“ und ihre Aktionsformen werden durch das
BfV fortlaufend geprüft.
Das BfV hat gemäß § 3 Absatz 1 Nummer 1 des
Bundesverfassungsschutzgesetzes (BVerfSchG) den gesetzlichen Auftrag, Bestrebungen, die gegen die
freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind, zu beobachten. § 4
Absatz 1 Satz 1 Buchstabe c BVerfSchG definiert derartige Bestrebungen als
politisch bestimmte, ziel- und zweckgerichtete „Verhaltensweisen in einem oder für
einen Personenzusammenschluss, der darauf gerichtet ist, einen der in Absatz 2
genannten Verfassungsgrundsätze zu beseitigen oder außer Geltung zu setzen.“
Als Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung sind
daher solche anzusehen, die über die bloße Kritik an Verfassungswerten und
Verfassungsgrundsätzen hinaus Aktivitäten zu deren Beseitigung (so die
Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts (BVerfGE) 113, 63 [81 f.];
BVerwGE 137, 275 Randnummer 61) oder zu einer Umgestaltung der Staats-
und Gesellschaftsordnung in Richtung einer mit den Grundprinzipien der
freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht zu vereinbarenden Ordnung
entfalten (so BVerwGE 137, 275 Randnummer 40). Ob die Voraussetzungen für
den Beobachtungsauftrag des BfV vorliegen, unterliegt einer fortlaufenden
Betrachtung unter Einbeziehung aller vorliegenden Informationen. Weitergehende
Informationen zu einer Organisation außerhalb der Verfassungsschutzberichte
könnten Rückschlüsse auf den Aufklärungsbedarf, den Erkenntnisstand sowie
die generelle Arbeitsweise des BfV zulassen.
Eine öffentliche Stellungnahme zu einer eventuellen nachrichtendienstlichen
Bearbeitung von Gruppierungen würde Bearbeitungsschwerpunkte des BfV
offenlegen. Dadurch könnten Abwehrmaßnahmen gegen die Bearbeitung durch
Sicherheitsbehörden entwickelt werden. Die Erkenntnisgewinnung des BfV
würde letztlich erschwert oder in Einzelfällen unmöglich gemacht werden. Dies
würde die Funktionsfähigkeit des BfV nachhaltig beeinträchtigen. Nach
sorgfältiger Abwägung des parlamentarischen Fragerechts mit den Folgen einer
Beantwortung für die künftige Arbeitsfähigkeit und Aufgabenerfüllung des BfV
ergibt sich, dass eine weitergehende Beantwortung – konkret hier zu einer
möglichen Beobachtung der „Letzten Generation“ durch das BfV – nicht erfolgen
kann. Aus der Abwägung der verfassungsrechtlich garantierten
Informationsrechte des Deutschen Bundestages und seiner Abgeordneten mit den negativen
Folgen für die künftige Arbeitsfähigkeit und Aufgabenerfüllung der
Verfassungsschutzbehörden sowie den daraus resultierenden Beeinträchtigungen der
Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland folgt, dass auch eine Beantwortung
unter Verschlusssachen (VS)-Einstufung, die in der Geheimschutzstelle des
Deutschen Bundestages einsehbar wäre, ausscheidet. Im Hinblick auf den
Verfassungsgrundsatz der wehrhaften Demokratie und die Bedeutung der
betroffenen Grundrechtspositionen hält die Bundesregierung die Informationen der
angefragten Art aus den oben ausgeführten Gründen für so sensibel, dass selbst
ein geringfügiges Risiko des Bekanntwerdens unter keinen Umständen
hingenommen werden kann.
5. Liegen der Bundesregierung oder den Bundesministerien bzw. den
nachgeordneten Behörden Erkenntnisse darüber vor, in welchen Bundesländern
die Polizei aktuell mit der „Letzten Generation“ vernetzt ist und mit der
Polizei zusammenarbeitet, und wenn ja, wie bewertet die Bundesregierung
diese Zusammenarbeit, welche Inhalte werden dort zwischen Polizei und
„Letzter Generation“ vermittelt, wie hoch sind die Kosten für diese
„Zusammenarbeit“, und wer zahlt diese?
Der Bundesregierung liegen keine Informationen zu einer „Vernetzung“ oder
einer strukturellen „Zusammenarbeit der Polizeien des Bundes oder der Länder
mit der Gruppierung ‚Letzte Generation‘“ vor. Nach hier vorliegenden
Informationen ist bislang lediglich ein Einzelsachverhalt bekannt, in welchem eine
Polizeibeamtin sich bei der Gruppierung engagiert hat.
6. Sind auch Bundesbehörden, insbesondere das Bundeskriminalamt, das
Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Verfassungsschutz mit
der „Letzten Generation“ vernetzt und arbeiten mit dieser zusammen und
veranstalten Veranstaltungen und Seminare, und wenn ja, seit wann, und
welche Inhalte wurden wann und mit wem besprochen?
Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse zu einer Vernetzung oder
Zusammenarbeit mit der Gruppierung „Letzte Generation“ im Sinne der
Fragestellung vor.
7. Gab es oder gibt es Gespräche oder sonstigen Austausch zwischen dem
Bundesinnenministerium, dem Bundesamt für Verfassungsschutz, dem
Bundeskriminalamt, anderen Behörden des Bundes und der
Bundesregierung mit Aktivisten der Gruppierung „Letzte Generation“, und wenn ja,
wann, und wer hat diese Gespräche bzw. diesen Austausch initiiert und
vorgenommen?
Im Rahmen ihrer Aufgabenwahrnehmung werden auf allen Ebenen der
Bundesministerien und ihrer Geschäftsbereichsbehörden Gespräche mit einer
Vielzahl von Personen, Verbänden und Organisationen geführt. Eine lückenlose
Auflistung von diesen Kontakten, den Umständen ihres Zustandekommens,
allen Beteiligten und des Zweckes etwaiger Gespräche kann bei der
Beantwortung der vorliegenden Frage nicht geleistet werden. Es kann insbesondere nicht
ausgeschlossen werden, dass es am Rande von Veranstaltungen oder sonstigen
Terminen zu einzelnen Kontakten gekommen sein könnte. Auch können durch
Zeitablauf mögliche Kontakte gegebenenfalls nicht mehr nachvollzogen
werden. Eine Verpflichtung zur Erfassung und jahrelangen Speicherung sämtlicher
zustande gekommener Kontakte besteht nicht, und eine solche umfassende
Dokumentation wurde auch nicht durchgeführt (siehe dazu die Vorbemerkung der
Bundesregierung in der Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE
LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/1174).
Die Beantwortung beschränkt sich auf den Zeitraum seit 1. Januar 2022. Es
ergeben sich folgende Austausche oder Gespräche auf Leitungsebene der
Ressorts, ihrer Geschäftsbereichsbehörden und des Bundeskanzleramtes im Sinne
der Fragestellung.
Ressort Vertreterin/
Vertreter
Datum des
Treffens
Teilnehmende Initiator des Treffens
Bundesministerium
für Wirtschaft
und Klimaschutz
(BMWK)
Parlamentarischer
Staatssekretär Stefan
Wenzel
12. Juli
2023
Letzte Generation, Students for
Future, Schools for Future,
Parents for Future, Health for
Future, Verein Zukunft für
Kinder, Scientists for Future,
Europäische Energiewende Community,
Bündnis Bürgerenergie,
Umweltbundesamt
Verein Zukunft für
Kinder
BMWK Dr. Robert
Habeck in seiner
Funktion als
MdB
4. Juli
2023
Letzte Generation Initiator des Treffens
ist nicht mehr
nachvollziehbar.
BMWK Bundesminister
Dr. Robert
Habeck
9. Juni
2023
Letzte Generation Teilnahme an der
Podiumsdiskussion
auf dem 38.
Deutschen Evangelischen
Kirchentag
BMWK
Parlamentarischer
Staatssekretär Stefan
Wenzel
3. Mai
2023
Letzte Generation, Students for
Future, Parents for Future, Omas
for Future, Lawyers for Future,
Psychologists for Future, Health
for Future, Schools for Future,
Verein Zukunft für Kinder,
Klimaliste, Umweltbundesamt,
Runder Tisch Erneuerbare Energien,
Potsdam-Institut für
Klimafolgenforschung
Verein Zukunft für
Kinder
Ressort Vertreterin/
Vertreter
Datum des
Treffens
Teilnehmende Initiator des Treffens
BMWK
Parlamentarischer
Staatssekretär Stefan
Wenzel
27. April
2023
Letzte Generation, Students for
Future, Parents for Future, Omas
for Future, Lawyers for Future,
Psychologists for Future, Health
for Future, Schools for Future,
Verein Zukunft für Kinder,
Klimaliste, Umweltbundesamt, Runder
Tisch Erneuerbare Energien
Verein Zukunft für
Kinder
BMWK
Parlamentarischer
Staatssekretär Stefan
Wenzel
27.
Februar 2023
Letzte Generation Letzte Generation
BMWK
Parlamentarische
Staatssekretärin
Dr. Franziska
Brantner
17. Januar
2022
Letzte Generation Parlamentarische
Staatssekretärin
Dr. Franziska
Brantner
Bundesministerium
für Digitales und
Verkehr (BMDV)
Bundesminister
Dr. Volker
Wissing
2. Mai
2023
Letzte Generation Letzte Generation
Bundesministerium
für Umwelt,
Naturschutz, nukleare
Sicherheit und
Verbraucherschutz
(BMUV)
Präsident
Umweltbundesamt
24. Januar
2023
Letzte Generation, Fridays for
Future, Greenpeace sowie Extinction
Rebellion
Präsident
Umweltbundesamt
Geschäftsbereichsbehörden
Vertreterin/
Vertreter
Datum des
Treffens
Teilnehmende Initiator des Treffens
Bundespolizeidirektion Berlin
Vertreter der
Bundespolizeidirektion
17. April
2023
Letzte Generation Letzte Generation
8. Gab es oder gibt es Gespräche oder sonstigen Austausch zwischen dem
Bundesinnenministerium, dem Bundesamt für Verfassungsschutz, dem
Bundeskriminalamt, anderen Behörden des Bundes und der
Bundesregierung mit Aktivisten der Klimabewegung, wie z. B. mit Fridays for Future,
und wenn ja, wann, wer hat diese Gespräche bzw. diesen Austausch
initiiert und vorgenommen, und mit welchen Aktivisten bzw. Gruppierungen
fand und findet der Austausch statt?
Im Rahmen ihrer Aufgabenwahrnehmung werden auf allen Ebenen der
Bundesministerien und ihrer Geschäftsbereichsbehörden Gespräche mit einer
Vielzahl von Personen, Verbänden und Organisationen geführt. Eine lückenlose
Auflistung von diesen Kontakten, den Umständen ihres Zustandekommens,
allen Beteiligten sowie des Zweckes etwaiger Gespräche kann bei der
Beantwortung der vorliegenden Frage nicht geleistet werden. Es kann insbesondere nicht
ausgeschlossen werden, dass es am Rande von Veranstaltungen oder sonstigen
Terminen zu einzelnen Kontakten gekommen sein könnte. Auch können durch
Zeitablauf mögliche Kontakte gegebenenfalls nicht mehr nachvollzogen
werden. Eine Verpflichtung zur Erfassung und jahrelangen Speicherung sämtlicher
zustande gekommener Kontakte besteht nicht, und eine solche umfassende
Dokumentation wurde auch nicht durchgeführt (siehe dazu die Vorbemerkung der
Bundesregierung in der Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE
LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/1174).
Die Beantwortung beschränkt sich auf den Zeitraum seit 1. Januar 2022. Es
ergeben sich folgende Austausche oder Gespräche auf Leitungsebene der
Ressorts, ihrer Geschäftsbereichsbehörden und des Bundeskanzleramtes im Sinne
der Fragestellung.
Ressort Vertreterin/
Vertreter
Datum des
Treffens
Teilnehmende Initiator des Treffens
Bundeskanzleramt
(BK-Amt)
Bundeskanzler
Olaf Scholz und
Staatssekretär
Jörg Kukies
8.
November 2022
Jugendvertreter von
verschiedenen, auch internationalen
Klimaschutzorganisationen im
Rahmen der COP 2022
JugendvertreterInnen
BK-Amt Bundeskanzler
Olaf Scholz und
Staatssekretär
Jörg Kukies
7.
November 2022
Fridays for Future – Gespräche
am Rande der COP 2022
Fridays for Future
BK-Amt Chef des
Bundeskanzleramts
Wolfgang
Schmidt
29. März
2022
Fridays for Future Fridays for Future
BMWK Bundesminister
Dr. Robert
Habeck
18. Juli
2023
Fridays for Future Bundesminister
Dr. Robert Habeck
BMWK
Parlamentarischer
Staatssekretär Stefan
Wenzel
12. Juli
2023
Letzte Generation, Students for
Future, Schools for Future,
Parents for Future, Health for
Future, Verein Zukunft für Kinder,
Scientists for Future,
Europäische Energiewende
Community, Bündnis Bürgerenergie,
Umweltbundesamt
Verein Zukunft für
Kinder
BMWK Parlamentarische
Staatssekretärin
Dr. Franziska
Brantner
23. Mai
2023
Fridays for Future Fridays for Future
BMWK
Parlamentarischer
Staatssekretär Stefan
Wenzel
3. Mai
2023
Letzte Generation, Students for
Future, Parents for Future,
Omas for Future, Lawyers for
Future, Psychologists for
Future, Health for Future, Schools
for Future, Verein Zukunft für
Kinder, Klimaliste,
Umweltbundesamt, Runder Tisch
Erneuerbare Energien, Potsdam-Institut
für Klimafolgenforschung
Verein Zukunft für
Kinder
BMWK
Parlamentarischer
Staatssekretär Stefan
Wenzel
27. April
2023
Letzte Generation, Students for
Future, Parents for Future,
Omas for Future, Lawyers for
Future, Psychologists for
Future, Health for Future, Schools
for Future, Verein Zukunft für
Kinder, Klimaliste,
Umweltbundesamt, Runder Tisch
Erneuerbare Energien
Verein Zukunft für
Kinder
Ressort Vertreterin/
Vertreter
Datum des
Treffens
Teilnehmende Initiator des Treffens
BMWK Bundesminister
Dr. Robert
Habeck
31. März
2023
Fridays for Future Bundesminister
Dr. Robert Habeck
BMWK Bundesminister
Dr. Robert
Habeck
5.
September 2022
Fridays for Future Initiator des Treffens
ist nicht mehr
nachvollziehbar.
BMWK Parlamentarische
Staatssekretärin
Dr. Franziska
Brantner
3. Juni
2022
Fridays for Future Fridays for Future
BMWK Parlamentarische
Staatssekretärin
Dr. Franziska
Brantner
21. Februar
2022
Fridays for Future Fridays for Future
BMWK Staatssekretär
Sven
Giegold
10. Februar
2022
Fridays for Future Fridays for Future
Bundesministerium
der Finanzen (BMF)
Bundesminister
Christian Lindner
und
Staatssekretär Werner Gatzer
25. Oktober
2022
Fridays for Future Fridays for Future
Auswärtiges Amt
(AA)
Bundesministerin
Annalena
Baerbock und
Staatssekretärin
Jennifer Morgan
6. bis
18.
November 2022
Fridays for Future – Gespräche
am Rande der COP27, einschl.
im Rahmen von Pavillon-
Veranstaltungen und
zivilgesellschaftlichem Austausch
AA sowie Fridays for
Future
AA Bundesministerin
Annalena
Baerbock und
Staatssekretärin
Jennifer Morgan
2. und
3. Mai
2023
Fridays for Future, Teilnahme
von Luisa Neubauer an einer
Panel-Diskussion Petersberger
Klimadialog
AA
AA Bundesministerin
Annalena
Baerbock
29. März
2022
Fridays for Future bei
Eröffnung des Berlin Energy
Transition Dialogue
Fridays for Future
Bundesministerium
für Arbeit und
Soziales (BMAS)
Parlamentarische
Staatssekretärin
Kerstin Griese
10. Januar
2023
GermanZero e.V. GermanZero e.V.
Bundesministerium
für Ernährung
und Landwirtschaft
(BMEL)
Bundesminister
Cem Özdemir
15. Juni
2022
Fridays for Future Fridays for Future
BMDV Bundesminister
Dr. Volker
Wissing
12. Mai
2022
Fridays for Future Fridays for Future
BMUV
Parlamentarischer
Staatssekretär Christian
Kühn
10. März
2023
Parents for Future Parents for Future
BMUV Bundesministerin
Steffi Lemke
2. Februar
2023
Fridays for Future Teilnahme am ZEIT-
Roundtable zum
Thema „Anders grün.
Warum der Osten ein
eigenes ökologisches
Narrativ braucht.“
Ressort Vertreterin/
Vertreter
Datum des
Treffens
Teilnehmende Initiator des Treffens
BMUV Präsident
Umweltbundesamt
24. Januar
2023
Letzte Generation, Fridays for
Future, Greenpeace sowie
Extinction Rebellion
Präsident
Umweltbundesamt
BMUV Staatssekretär
Stefan Tidow
24. Februar
2022
Fridays for Future Fridays for Future
BMUV Präsidentin
Bundesamt für
Naturschutz
22. Februar
2022
Fridays for Future Präsidentin
Bundesamt für Naturschutz
Bundesministerium
für Wohnen,
Stadtentwicklung
und Bauwesen
(BMWSB)
Parlamentarische
Staatssekretärin
Cansel Kiziltepe
und
Parlamentarischer
Staatssekretär Sören
Bartol
22. März
2022
Architects for Future Initiator des Treffens
ist nicht mehr
nachvollziehbar.
9. Hat die Bundesregierung Erkenntnisse darüber, ob die
Generalbundesanwaltschaft Ermittlungen gegen Mitglieder der „Letzten Generation“ wegen
Bildung krimineller Vereinigungen nach § 129 des Strafgesetzbuchs
(StGB) bzw. wegen Bildung terroristischer Vereinigungen nach § 129a
StGB aufgenommen hat?
Nach sorgfältiger Abwägung gelangt die Bundesregierung zu dem Ergebnis,
dass sie aus Gründen des Staatswohls keine Auskunft – auch nicht in
eingestufter Form – darüber erteilen kann. Das verfassungsrechtlich verbürgte Frage-
und Informationsrecht des Deutschen Bundestages gegenüber der
Bundesregierung wird insoweit durch das gleichfalls Verfassungsrecht genießende
schutzwürdige Interesse des Staatswohls sowie durch das Interesse der
verfassungsrechtlichen Gewährleistung einer funktionsgerechten und organadäquaten
Aufgabenwahrnehmung durch die Strafverfolgungsbehörden begrenzt. Nach
sorgfältiger und konkreter Abwägung der betroffenen Belange tritt das
Informationsinteresse des Parlaments hinter den berechtigten Interessen an einer
effektiven Strafverfolgung zurück. Das Interesse an der Gewährleistung einer
funktionstüchtigen Strafrechtspflege leitet sich aus dem Rechtsstaatsprinzip ab und
hat damit ebenfalls Verfassungsrang. Die Verweigerung der Beantwortung kann
weder als Verneinung noch als Bejahung des erfragten Sachverhalts gewertet
werden.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
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