Deutscher Bundestag Drucksache 20/11717
20. Wahlperiode 06.06.2024
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten René Springer, Jürgen Pohl, Ulrike
Schielke-Ziesing, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 20/11322 –
Aufwuchs und Kosten der Beschäftigten im öffentlichen Dienst
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Rund 5,2 Millionen Menschen in Deutschland waren 2022 nach vorläufigen
Ergebnissen im öffentlichen Dienst beschäftigt (Stichtag 30. Juni 2022). Wie
das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Tag des öffentlichen Dienstes am
23. Juni 2023 mitteilte, waren das 106 100 Beschäftigte oder 2,1 Prozent mehr
als ein Jahr zuvor. Damit arbeiteten 2022 etwa 11 Prozent aller Erwerbstätigen
in Deutschland im Staatsdienst (
www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilunge
n/2023/06/PD23_241_741.html).
Auch an anderer Stelle wird der zunehmende Aufwuchs der öffentlichen
Verwaltung sichtbar. Im Zeitraum von 2010 bis 2015 erhöhte sich die Zahl der
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der allgemeinen öffentlichen
Verwaltung (Wirtschaftsklasse 8411) um 49 000. Im darauffolgenden
Zeitraum (von 2015 bis 2022) erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten um 239 000
überdurchschnittlich stark auf zuletzt 1,38 Millionen. Keine andere der
insgesamt 615 Wirtschaftsklassen verzeichnete zwischen 2015 und 2022 einen
größeren Beschäftigungszuwachs als die allgemeine öffentliche Verwaltung
(Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Auftrag 336856).
In der Antwort auf die Kleine Anfrage „Aufwuchs und Kosten der
Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung“ (Antwort zu Frage 12 auf
Bundestagsdrucksache 20/6133) teilte die Bundesregierung im Zusammenhang mit dem
Personalaufwuchs im öffentlichen Dienst außerdem mit: „Für den
Personalaufwuchs spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, dabei ist die Asyl- und
Migrationspolitik ein Teilaspekt. Gesetzgebungs- und Verwaltungstätigkeiten
sind auch in diesem Bereich in solchen Phasen besonders personalintensiv, in
denen Änderungen umzusetzen sind oder Fallzahlen in die Höhe gehen.“
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g :
Einige Fragen lassen sich mit frei verfügbaren Informationen beantworten,
sodass es nicht Bestandteil der parlamentarischen Kontrollfunktion des
Deutschen Bundestages ist, diese durch die Bundesregierung zusammenzutragen
und anschaulich aufbereiten zu lassen.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern und für Heimat
vom 6. Juni 2024 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Bei der Beantwortung der folgenden Fragen wird der öffentliche Dienst in
Deutschland als Gesamtheit mit dem Personal von Bund, Ländern mit
Gemeinden und Gemeindeverbänden, der rechtlich selbstständigen Einrichtungen in
öffentlich-rechtlicher Rechtsform sowie der Sozialversicherungsträger
(einschließlich der Bundesagentur für Arbeit) verstanden. Davon ausgenommen
sind die Fragen 10 und 11, da die Bundesregierung nur für die Ebene des
Bundes und nicht für den Bereich der Länder mit Gemeinden und
Gemeindeverbänden sowie der rechtlich selbständigen Einrichtungen in öffentlich-
rechtlicher Rechtsform aussagefähig ist.
Soweit von den Fragestellern eine differenzierte Darstellung nach ausgewählten
Wirtschaftsbereichen erbeten wird, erfolgt die Abgrenzung der
Wirtschaftsbereiche auf Basis der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ
2008) wie folgt:
• öffentlicher Dienst: Wirtschaftsabschnitt O (öffentliche Verwaltung,
Verteidigung, Sozialversicherung) der WZ 2008,
• Produzierendes Gewerbe: Summe der Wirtschaftsabschnitte B bis F der WZ
2008,
• Privatwirtschaft: Insgesamt abzüglich Wirtschaftsabschnitt O (Öffentliche
Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung).
Die Daten zu den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes werden durch das
Statistische Bundesamt jährlich zum Stichtag 30. Juni – zuletzt zum 30. Juni
2022 – erhoben.
Die erbetenen Aufschlüsselungen sind aufgrund fehlender Daten oder nicht
ausreichend zur Verfügung stehender Zeit nicht bei allen Fragen in der
erbetenen Detailtiefe möglich. In diesen Fällen beschränkt sich die Antwort auf
die der Bundesregierung vorliegenden Daten.
1. Wie haben sich in den Jahren 2010, 2015, 2020, 2023 und 2024 jeweils
die Personalkosten der Beamten in den obersten Bundesbehörden und in
deren nachgeordneten Bereichen sowie der Arbeitnehmer (außertarifliche
und tarifliche Arbeitnehmer) in den obersten Bundesbehörden und in
deren nachgeordneten Bereichen entwickelt (bitte jeweils nach Beamten
und Arbeitnehmern getrennt ausweisen)?
Für die Jahre 2010, 2015, 2020 und 2023 wird auf die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 2 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf
Bundestagsdrucksache 20/6133 verwiesen.
Übersicht Personalausgaben der Gruppen 422 und 428 Bundeshaushalt gesamt
(Soll 2024, Angaben in 1 000 Euro)
Jahr Gruppe 422 Beamte/Beamtinnen Gruppe 428 Arbeitnehmer/-innen
2024 10 884 050 6 777 153
2. Wie hat sich in der Bundesagentur für Arbeit sowie in deren
nachgeordneten Bereichen in den Jahren 2010, 2015, 2020, 2023 und 2024 die
Gesamtzahl der Planstellen (ohne Leerstellen) jeweils entwickelt (bitte
insgesamt sowie nach Beamten und Arbeitnehmern getrennt ausweisen)?
Für die Jahre 2010, 2015, 2020 und 2023 wird auf die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 7 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf
Bundestagsdrucksache 20/6133 verwiesen.
Angaben zu den Planstellen und Stellen der Bundesagentur für Arbeit können
nachfolgender Tabelle entnommen werden.
Jahr Insgesamt Beamte/Beamtinnen Arbeitnehmer/-innen (inklusive AT-Beschäftigte)
2024 115 434,00 11 658,00 103 776,00
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
3. Wie haben sich in den Jahren 2010, 2015, 2020, 2023 und 2024 in der
Bundesagentur für Arbeit sowie in deren nachgeordneten Bereichen die
Personalkosten jeweils entwickelt (bitte insgesamt sowie nach Beamten
und Arbeitnehmern getrennt ausweisen)?
Für die Jahre 2010, 2015, 2020 und 2023 wird auf die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 8 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf
Bundestagsdrucksache 20/6133 verwiesen.
Personalausgaben der Bundesagentur für Arbeit können nachfolgender Tabelle
entnommen werden (Angaben in 1 000 Euro).
Jahr Insgesamt Beamte/Beamtinnen Arbeitnehmer/-innen
20241 7 679 000 551 700 7 127 300
1 Haushaltansätze 2024
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
4. Wie hat sich in den Jahren 2010, 2015, 2020, 2023 und 2024 die Zahl der
Beschäftigten im Wirtschaftsabschnitt O (Öffentliche Verwaltung,
Verteidigung; Sozialversicherung) jeweils entwickelt?
5. Wie hat sich in den Jahren 2010, 2015, 2020, 2023 und 2024 die Zahl der
Beschäftigten in folgenden Wirtschaftsklassen jeweils entwickelt
a) 8411 – Allgemeine öffentliche Verwaltung,
b) 8412 – Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten Gesundheitswesen,
Bildung, Kultur und Sozialwesen,
c) 8413 – Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht,
d) 8421 – Auswärtige Angelegenheiten,
e) 8422 – Verteidigung,
f) 8423 – Rechtspflege,
g) 8424 – Öffentliche Sicherheit und Ordnung,
h) 8425 – Feuerwehren,
i) 8430 – Sozialversicherung
(bitte zu jeder Wirtschaftsklasse auch die absolute sowie relative
Veränderung jeweils getrennt von 2010 bis 2014 und 2015 bis 2024 sowie
von 2010 bis 2024 ausweisen)?
Die Fragen 4 und 5 werden gemeinsam beantwortet.
Angaben der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in der erfragten
wirtschaftsfachlichen Differenzierung können den nachfolgenden Tabellen
entnommen werden.
Für die Jahre 2010 bis 2022 wird auf die Antwort der Bundesregierung zu den
Fragen 9 und 10 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf
Bundestagsdrucksache 20/6133 verwiesen. Veränderungen wurden für die Zeiträume 2010
bis 2015, 2015 bis 2023 und 2010 bis 2023 ausgewiesen. Als Jahreswert wurde
der Juni-Wert ausgewiesen. Ergebnisse für das Jahr 2024 liegen nicht vor.
Beschäftigte insgesamt im Wirtschaftszweig Öffentliche Verwaltung,
Verteidigung und Sozialversicherung (Abschnitt O WZ 2008), Deutschland
(Arbeitsort), Stichtag: 30. Juni 2023
Beschäftigte insgesamt (Summe der sozialversicherungspflichtig und
ausschließlich geringfügig Beschäftigten)
Wirtschaftszweige WZ 2008 Beschäftigte
Insgesamt 39 182 746
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 2 110 902
8411 Allgemeine öffentliche Verwaltung 1 414 498
8412 Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und
Sozialwesen
99 680
8413 Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht 74 758
8421 Auswärtige Angelegenheiten 12 466
8422 Verteidigung 50 286
8423 Rechtspflege 58 566
8424 Öffentliche Sicherheit und Ordnung 69 521
8425 Feuerwehren 5 662
8430 Sozialversicherung 325 465
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Wirtschaftszweig Öffentliche
Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (Abschnitt O WZ 2008),
Deutschland (Arbeitsort), Stichtag: 30. Juni 2023
Wirtschaftszweige WZ 2008 Beschäftigte
Insgesamt 34 709 056
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 2 028 741
8411 Allgemeine öffentliche Verwaltung 1 341 929
8412 Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und
Sozialwesen
94 581
8413 Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht 72 583
8421 Auswärtige Angelegenheiten 12 407
8422 Verteidigung 50 060
8423 Rechtspflege 58 139
8424 Öffentliche Sicherheit und Ordnung 69 070
8425 Feuerwehren 5 114
8430 Sozialversicherung 324 858
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Ausschließlich geringfügig Beschäftigte im Wirtschaftszweig Öffentliche
Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (Abschnitt O WZ 2008),
Deutschland (Arbeitsort), Stichtag: 30. Juni 2023
Wirtschaftszweige WZ 2008 Beschäftigte
Insgesamt 4 473 690
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 82 161
8411 Allgemeine öffentliche Verwaltung 72 569
Wirtschaftszweige WZ 2008 Beschäftigte
8412 Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und
Sozialwesen
5 099
8413 Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht 2 175
8421 Auswärtige Angelegenheiten 59
8422 Verteidigung 226
8423 Rechtspflege 427
8424 Öffentliche Sicherheit und Ordnung 451
8425 Feuerwehren 548
8430 Sozialversicherung 607
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Absolute Veränderung der Beschäftigung insgesamt im Wirtschaftszweig
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (Abschnitt O WZ
2008), Deutschland (Arbeitsort)
Beschäftigung insgesamt (Summe der sozialversicherungspflichtigen und
ausschließlich geringfügigen Beschäftigung)
Wirtschaftszweige WZ 2008 2015 zu 2010 2023 zu 2015 2023 zu 2010
Insgesamt 2 603 135 3 223 859 5 826 994
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 12 625 324 783 337 408
8411 Allgemeine öffentliche Verwaltung 47 107 277 283 324 390
8412 Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten
Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und Sozialwesen
–12 275 16 095 3 820
8413 Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht –9 524 1 211 –8 313
8421 Auswärtige Angelegenheiten 6 151 3 467 9 618
8422 Verteidigung –10 006 –9 759 –19 765
8423 Rechtspflege 21 3 167 3 188
8424 Öffentliche Sicherheit und Ordnung 472 16 684 17 156
8425 Feuerwehren –115 1 188 1 073
8430 Sozialversicherung –9 206 15 447 6 241
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Relative Veränderung der Beschäftigung insgesamt in Prozent im
Wirtschaftszweig Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung
(Abschnitt O WZ 2008), Deutschland (Arbeitsort)
Beschäftigung insgesamt (Summe der sozialversicherungspflichtigen und
ausschließlich geringfügigen Beschäftigung)
Wirtschaftszweige WZ 2008 2015 zu 2010 2023 zu 2015 2023 zu 2010
Insgesamt 7,8 9,0 17,5
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 0,7 18,2 19,0
8411 Allgemeine öffentliche Verwaltung 4,3 24,4 29,8
8412 Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten
Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und Sozialwesen
–12,8 19,3 4,0
8413 Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht –11,5 1,6 –10,0
8421 Auswärtige Angelegenheiten 216,0 38,5 337,7
8422 Verteidigung –14,3 –16,3 –28,2
8423 Rechtspflege 0,0 5,7 5,8
8424 Öffentliche Sicherheit und Ordnung 0,9 31,6 32,8
8425 Feuerwehren –2,5 26,6 23,4
8430 Sozialversicherung –2,9 5,0 2,0
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Absolute Veränderung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im
Wirtschaftszweig Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung
(Abschnitt O WZ 2008), Deutschland (Arbeitsort)
Wirtschaftszweige WZ 2008 2015 zu 2010 2023 zu 2015 2023 zu 2010
Insgesamt 2 804 696 3 937 759 6 742 455
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 16 077 330 500 346 577
8411 Allgemeine öffentliche Verwaltung 48 616 281 541 330 157
8412 Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten
Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und Sozialwesen
–11 613 16 751 5 138
8413 Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht –8 697 1 746 –6 951
8421 Auswärtige Angelegenheiten 6 135 3 479 9 614
8422 Verteidigung –10 025 –9 861 –19 886
8423 Rechtspflege 23 3 018 3 041
8424 Öffentliche Sicherheit und Ordnung 502 16 674 17 176
8425 Feuerwehren –101 1 178 1 077
8430 Sozialversicherung –8 763 15 974 7 211
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Relative Veränderung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in
Prozent im Wirtschaftszweig Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und
Sozialversicherung (Abschnitt O WZ 2008), Deutschland (Arbeitsort)
Wirtschaftszweige WZ 2008 2015 zu 2010 2023 zu 2015 2023 zu 2010
Insgesamt 10,0 12,8 24,1
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 1,0 19,5 20,6
8411 Allgemeine öffentliche Verwaltung 4,8 26,6 32,6
8412 Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten
Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und Sozialwesen
–13,0 21,5 5,7
8413 Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht –10,9 2,5 –8,7
8421 Auswärtige Angelegenheiten 219,7 39,0 344,2
8422 Verteidigung –14,3 –16,5 –28,4
8423 Rechtspflege 0,0 5,5 5,5
8424 Öffentliche Sicherheit und Ordnung 1,0 31,8 33,1
8425 Feuerwehren –2,5 29,9 26,7
8430 Sozialversicherung –2,8 5,2 2,3
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Absolute Veränderung der ausschließlich geringfügigen Beschäftigung im
Wirtschaftszweig Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung
(Abschnitt O WZ 2008), Deutschland (Arbeitsort)
Wirtschaftszweige WZ 2008 2015 zu 2010 2023 zu 2015 2023 zu 2010
Insgesamt –201 561 –713 900 –915 461
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung –3 452 –5 717 –9 169
8411 Allgemeine öffentliche Verwaltung –1 509 –4 258 –5 767
8412 Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten
Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und Sozialwesen
–662 –656 –1 318
8413 Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht –827 –535 –1 362
8421 Auswärtige Angelegenheiten 16 –12 4
8422 Verteidigung 19 102 121
8423 Rechtspflege –2 149 147
8424 Öffentliche Sicherheit und Ordnung –30 10 –20
8425 Feuerwehren –14 10 –4
8430 Sozialversicherung –443 –527 –970
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Relative Veränderung der ausschließlich geringfügigen Beschäftigung in
Prozent im Wirtschaftszweig Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und
Sozialversicherung (Abschnitt O WZ 2008), Deutschland (Arbeitsort)
Wirtschaftszweige WZ 2008 2015 zu 2010 2023 zu 2015 2023 zu 2010
Insgesamt –3,7 –13,8 –17,0
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung –3,8 –6,5 –10,0
8411 Allgemeine öffentliche Verwaltung –1,9 –5,5 –7,4
8412 Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten
Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und Sozialwesen
–10,3 –11,4 –20,5
8413 Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht –23,4 –19,7 –38,5
8421 Auswärtige Angelegenheiten 29,1 –16,9 7,3
8422 Verteidigung 18,1 82,3 115,2
8423 Rechtspflege –0,7 53,6 52,5
8424 Öffentliche Sicherheit und Ordnung –6,4 2,3 –4,2
8425 Feuerwehren –2,5 1,9 –0,7
8430 Sozialversicherung –28,1 –46,5 –61,5
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
6. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2010,
2015, 2020, 2023 und 2024 die Zahl der Beamten entwickelt, die
aufgrund ihres Tätigkeitsbereiches folgenden Wirtschaftsklassen
zugerechnet werden können
a) 8411 – Allgemeine öffentliche Verwaltung,
b) 8412 – Öffentliche Verwaltung auf den Gebieten Gesundheitswesen,
Bildung, Kultur und Sozialwesen,
c) 8413 – Wirtschaftsförderung, -ordnung und -aufsicht,
d) 8421 – Auswärtige Angelegenheiten,
e) 8422 – Verteidigung,
f) 8423 – Rechtspflege,
g) 8424 – Öffentliche Sicherheit und Ordnung,
h) 8425 – Feuerwehren,
i) 8430 – Sozialversicherung
(bitte insgesamt sowie nach entsprechender Wirtschaftsklasse getrennt
ausweisen)?
Angaben zur Anzahl der Beamtinnen und Beamten in wirtschaftsfachlicher
Differenzierung liegen nicht vor.
Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes zur Anzahl der Beamtinnen und
Beamten nach Aufgabenbereichen gemäß Haushaltssystematik 2012 können für
das Jahr 2022 nachfolgender Tabelle entnommen werden.
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 11 der Kleinen Anfrage
der Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache 20/6133 verwiesen.
Ergebnisse für die Jahre 2023 und 2024 liegen nicht vor.
Beamte/Beamtinnen, Richter/-innen, Berufs- und Zeitsoldaten/-soldatinnen
nach Aufgabenbereichen, Stichtag: 30. Juni 2022
Aufgabenbereich (Haushaltssystematik 2012) Anzahl in Tsd.
0-8 Öffentlicher Dienst insgesamt 1 919,1
0 Dienste 1 017,3
01 Politische Führung und zentrale Verwaltung 161,7
02 Auswärtige Angelegenheiten 2,8
03 Verteidigung 197,0
04 Öffentliche Sicherheit und Ordnung 366,2
05 Rechtsschutz 124,3
06 Finanzverwaltung 165,3
1 Bildungswesen, Wissenschaft, Forschung, Kulturelle Angelegenheiten 749,8
11/12 Allgemeinbildende und berufliche Schulen 666,0
13 Hochschulen 62,2
16/17 Wissenschaft, Forschung, Entwicklung außerhalb der Hochschulen 4,6
18/19 Kultur und Religion 2,8
2 Soziale Sicherung, Familie und Jugend, Arbeitsmarktpolitik 63,5
3 Gesundheit, Umwelt, Sport und Erholung 14,2
31 Gesundheitswesen 7,2
32 Sport und Erholung 0,9
33 Umwelt- und Naturschutz 5,8
34 Nukleare Sicherheit und Strahlenschutz 0,4
4 Wohnungswesen, Städtebau, Raumordnung und kommunale Gemeinschaftsdienste 17,3
5 Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 13,4
6 Energie- und Wasserwirtschaft, Gewerbe, Dienstleistungen 15,0
7 Verkehrs- und Nachrichtenwesen 27,2
8 Finanzwirtschaft 1,4
Quelle: Statistisches Bundesamt
7. Wie hat sich in den Jahren 2010, 2015, 2020, 2023 und 2024 die Zahl der
Beamten sowie Angestellten (tarifliche und außertarifliche
Arbeitnehmer) im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) jeweils
entwickelt?
Für die Jahre 2010, 2015 und 2020 wird auf die Antwort der Bundesregierung
zu Frage 13 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf
Bundestagsdrucksache 20/6133 verwiesen.
Die nachstehende Tabelle (auf 5er-Rundungen) zeigt den Personalstand der
Beschäftigten des Kapitels 0633 Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
(BAMF) des Bundeshaushalts zum Stichtag 30. Juni 2022. Daten für 2023 und
2024 liegen im Rahmen der Personalstandstatistik noch nicht vor.
Stichtag Beschäftigte Beamte/Beamtinnen, Richter/-innen Arbeitnehmer/-innen
30.06.2022 7 965 3 475 4 490
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024
8. Wie haben sich in den Jahren 2010, 2015, 2020, 2023 und 2024 die
Personalkosten für die Beamten sowie Angestellten (tarifliche und
außertarifliche Arbeitnehmer) im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
jeweils entwickelt?
Für die Jahre 2010, 2015, 2020 und 2023 wird auf die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 14 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf
Bundestagsdrucksache 20/6133 verwiesen.
Die Personalausgaben für die Beamten/Beamtinnen, und für die
Arbeitnehmer/-innen des BAMF sind in der nachstehenden Tabelle dargestellt.
Personalausgaben Kapitel 0633 (BAMF) (Soll 2024, Angaben in 1 000 Euro):
Jahr Gruppe 422 Beamte/Beamtinnen Gruppe 428 Arbeitnehmer/-innen
2024 251 341 196 577
9. Wie hoch beziffert die Bundesregierung – bezugnehmend auf die
Antwort zu Frage 12 auf Bundestagsdrucksache 20/6133 – den Anteil der
Asyl- und Migrationspolitik als „Teilaspekt“ am Personalzuwachs im
öffentlichen Dienst von 2015 bis heute?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 12 der Kleinen Anfrage der
Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache 20/6133, nach der entsprechend
der dort dargestellten Gründe bei Verwendung des Begriffes „öffentlicher
Dienst“ wesentliche Teile einer Beantwortung durch die Bundesregierung
entzogen sind, wird Bezug genommen.
10. Hat sich die Bundesregierung zu den Auswirkungen des Personalaufbaus
im öffentlichen Dienst zwischen dem Jahr 2015 und heute auf die
Arbeitskräftesituation auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere im Hinblick auf
den Fachkräftemangel in der freien Wirtschaft, eine eigene
Positionierung erarbeitet, und wenn ja, wie lautet diese?
Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung wird mit Letztentscheidungsrecht
von Bundesrat und Bundestag im parlamentarischen Verfahren verabschiedet.
Dabei beruhen die (plan-)stellenbezogenen Entscheidungen über
Personalaufwuchs oder ‑abbau auf den wahrzunehmenden staatlichen Aufgaben.
Dekarbonisierung, Digitalisierung und demografischer Wandel führen in
bestimmten Berufsgruppen zu Fachkräfteengpässen (vgl.
Fachkräfteengpassanalyse der Statistik der Bundesagentur für Arbeit), die den Bund als Arbeitgeber
und die Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft gleichermaßen treffen.
Die Bundesverwaltung hat sich daher mit einer eigenen Arbeitgeber-
Dachmarke am Arbeitsmarkt etabliert. Zudem sind in den letzten Jahren – in enger
Abstimmung mit den Bedarfsträgern aus der Praxis – vielfältige rechtliche
Instrumente zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften eingeführt worden: Dazu
gehören beispielsweise teilweise höher bezahlte Eingangsämter,
Personalgewinnungs- und -bindungsprämien im Beamtenbereich bzw. verschiedene
Zulagen im Tarifbereich mit vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten und die
verbesserte Anerkennung von beruflichen Erfahrungszeiten.
Darüber hinaus ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch noch
großzügigere Modelle des ortsunabhängigen Arbeitens gestärkt worden und bietet ein
Höchstmaß an Flexibilität. Gerade jungen Bewerberinnen und Bewerbern sind
gute und sichere Arbeitsbedingungen einhergehend mit sinnstiftenden
Aufgaben besonders wichtig.
Gleichzeitig ist das Ziel der Fachkräftestrategie der Bundesregierung vom
Oktober 2022, mit gesetzlichen wie untergesetzlichen Maßnahmen die
Anstrengungen der Unternehmen und Betriebe zur Gewinnung und Sicherung von
Fachkräften zu unterstützen. Dazu wurden folgende fünf prioritäre
Handlungsfelder identifiziert: 1. Zeitgemäße Ausbildung, 2. Gezielte Weiterbildung,
3. Arbeitspotenziale nutzen und Erwerbsbeteiligung erhöhen, 4. Arbeitsqualität
und Arbeitskultur verbessern sowie 5. Einwanderung modernisieren und
Abwanderung reduzieren.
Die Fachkräftestrategie ist branchen- und regionenübergreifend angelegt. Jede
Branche und jede Region ist selbst aufgefordert zu analysieren, welche
Maßnahmen in welchem Bereich und für welchen Beruf passend sind. Da dies nach
Region und Unternehmen sehr unterschiedlich ist, müssen die passenden
Lösungen immer von den Akteuren direkt vor Ort gefunden werden.
11. Teilt die Bundesregierung die Ansicht der Fragesteller, dass der
Personalaufwuchs im öffentlichen Dienst seit dem Jahr 2015 den
Fachkräftemangel in Deutschland verschärft, und wenn ja, inwiefern?
Die Bundesregierung teilt die Ansicht der Fragesteller nicht. Es wird zudem auf
die Antwort zu Frage 10 verwiesen.
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ISSN 0722-8333