Deutscher Bundestag Drucksache 20/12421
20. Wahlperiode 29.07.2024
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Edgar Naujok, Eugen Schmidt, Barbara
Benkstein, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 20/12079 –
Berichte und Studien zu einem Rückstand der deutschen Industrie bei KI-
Anwendungen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Anwendungsbereiche von künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie
umfassen vor allem die Prozess- und Logistikdatenanalyse, die
Qualitätssicherung, die Maschinensteuerung sowie neue datengetriebene Geschäftsmodelle.
Aus einschlägigen Medienberichten geht hervor, dass die deutsche Industrie
hinsichtlich der Anwendung von künstlicher Intelligenz im internationalen
Vergleich ein erhebliches Maß an Rückständigkeit aufweist (
www.cio.de/a/hie
sige-industrie-droht-bei-ki-abgehaengt-zu-werden,3698560). Ebenso geht aus
der Expertise des Forschungsbeirats Industrie 4.0 hervor, dass KI-
Anwendungen bei einem eminenten Anteil an Unternehmen und Multiplikatoren noch
nicht vorhanden bzw. erst in der Planungsphase sind (
www.acatech.de/publika
tion/ki-industrielle-arbeit/, S. 20). Weiterhin wird in der Berichterstattung
geschildert, dass kleine und mittelständische Unternehmen angesichts des
geringen Implementierungsgrades von KI-Anwendung mittlerweile
„Entwicklungshilfe“ benötigten (
www.np-coburg.de/inhalt.zukunftsfaktor-kuenstliche-i
ntelligenz-mittelstand-braucht-entwicklungshilfe.f9e300b8-e1ed-476c-a101-e
8a137e6a63a.html). Hingegen geht aus einer Umfrage des Branchenverbands
Bitkom hervor, dass 78 Prozent der Industrieunternehmen die Anwendung von
künstlicher Intelligenz als zukunftsentscheidend erachten (
www.bitkom.org/Pr
esse/Presseinformation/Industrie-Zukunft-KI-Einsatz).
Aus Sicht der Fragesteller hat es die Bundesregierung versäumt, die
Bedingungen dafür zu schaffen, dass die deutsche Industrie innovationsaffiner bei
digitalen Anwendungen wie der künstlichen Intelligenz wird. Dazu zählen
etwa eine forcierte Entbürokratisierung, ein markttauglicher
Industriestrompreis sowie die Ausbildung dringend erforderlicher Fachkräfte. Entsprechende
Anreize für eine Zunahme von industriellen KI-Anwendungen fehlen,
Möglichkeiten bleiben ungenutzt, und die Infrastruktur bleibt lückenhaft. So hieß
es u. a. in der Medienberichterstattung, dass die Bundesregierung bei der
Zukunftstechnologie der künstlichen Intelligenz orientierungslos sei (
www.wiw
o.de/politik/deutschland/kuenstliche-intelligenz-die-bundesregierung-ist-bei-k
i-orientierungslos/29723370.html).
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte im
November 2023 den BMBF-Aktionsplan Künstliche Intelligenz vorgelegt (
www.bmb
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz
vom 29. Juli 2024 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
f.de/SharedDocs/Publikationen/de/bmbf/5/31819_Aktionsplan_Kuenstliche_I
ntelligenz.pdf?__blob=publicationFile&v=7). Innerhalb des BMBF-
Aktionsplans wird als Ziel die „technologische Souveränität“ Deutschlands und
Europas formuliert (
www.bmbf.de/SharedDocs/Publikationen/de/bmbf/5/31819_A
ktionsplan_Kuenstliche_Intelligenz.pdf?__blob=publicationFile&v=7, S. 3).
Weiterhin beabsichtigt die Bundesregierung, darin eine „Förderpipeline“ vom
„Studium bis zur Professur [zu] etablieren“, wobei ein Frauenanteil von
mindestens 50 Prozent festgesetzt wird (
www.bmbf.de/SharedDocs/Publikatione
n/de/bmbf/5/31819_Aktionsplan_Kuenstliche_Intelligenz.pdf?__blob=publica
tionFile&v=7, S. 13). Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Industrie- und
Handelskammer hat ergeben, dass 70 Prozent der befragten Unternehmen von
Stromausfällen betroffen sind, was regelmäßig zu Produktionsausfällen sowie
Maschinenschäden und damit zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führt
(
www.welt.de/wirtschaft/article251457862/Energiewende-70-Prozent-der-Unt
ernehmen-laut-Studie-von-Stromausfaellen-betroffen.html). Die
Funktionstüchtigkeit von KI-Anwendungen ist jedoch auf eine verlässliche und sogar
zunehmende Energieversorgung angewiesen (vgl.
www.ingenieur.de/technik/f
achbereiche/kuenstliche-intelligenz/ki-koennte-den-energieverbrauch-explodie
ren-lassen/).
1. Hat die Bundesregierung Kenntnis von der gegenwärtigen Verbreitung
von KI-Anwendungen in den einzelnen Industriebranchen, und wenn ja,
wie beurteilt sie diese (bitte aufschlüsseln)?
2. Sind der Bundesregierung die in der Vorbemerkung der Fragesteller
genannten Kritikpunkte verschiedener Akteure an ihrer Politik die
Schaffung günstiger Bedingungen für die KI-Implementierung in der
Wirtschaft betreffend bekannt, und wenn ja, welche spezifischen Ursachen
sieht die Bundesregierung für den Rückstand der deutschen Industrie bei
KI-Anwendungen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller), und mit
welchen Mitteln will sie diese ggf. innerhalb welchen Zeitraums angehen?
Die Fragen 1 und 2 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Bei Künstlicher Intelligenz (KI) ist insbesondere seit der Veröffentlichung von
ChatGPT und der Entwicklung generativer KI eine zunehmend dynamische
Entwicklung zu beobachten. Gleichzeitig lässt sich nicht jede technologische
Entwicklung direkt in ein konkretes KI-Anwendungsszenario in Unternehmen
überführen.
Die OECD kommt in ihrem Bericht zu Künstlicher Intelligenz in Deutschland*
zu dem Ergebnis, dass die deutschen Unternehmen hinsichtlich der Einführung
von KI in allen Branchen über dem EU-Durchschnitt lagen (S. 50).
In den einzelnen Branchen stellt sich ein heterogenes Bild dar; die Branchen, in
denen die KI-Durchdringung besonders hoch ist, sind der IKT-Sektor (ca.
26 Prozent) und Finanzwirtschaft (ca. 24 Prozent), am niedrigsten ist sie im
Baugewerbe (ca. 6 Prozent; S. 53). Aktuelle Daten des Ifo-Instituts zur
Nutzung von KI in der deutschen Wirtschaft** zeigen, dass im Juni 2024 bereits
27 Prozent der Unternehmen in Deutschland KI nutzten. Im Vorjahr lag der
Anteil der Unternehmen noch bei 13,3 Prozent.
Zudem bescheinigt die OECD Deutschland in ihrem Bericht eine Zunahme der
KI-Nutzung über alle Branchen und Unternehmensgrößen hinweg. Deutschland
gehört außerdem im besonders dynamisch wachsenden Markt der
Servicerobotik mit Blick auf die Anzahl der Herstellerunternehmen zur Weltspitze.
*
www.oecd.org/de/publications/2024/06/oecd-artificial-intelligence-review-of-germany_c1c35ccf.html
**
www.ifo.de/fakten/2024-07-18/mehr-unternehmen-nutzen-kuenstliche-intelligenz
Der Transfer von KI-Methoden, -Kompetenzen und -Werkzeugen in die
Wirtschaft und dabei insbesondere in den Mittelstand ist ein zentraler Schwerpunkt
der KI-Strategie der Bundesregierung. Die Bundesregierung setzt verschiedene
Maßnahmen um, um die Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI in der
Industrie zu verbessern und die Verbreitung von KI noch weiter zu fördern.
Eine Übersicht über KI-Fördermaßnahmen lässt sich der Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Gruppe die Linke (Bundestagsdrucksache
20/12191) und der Webseite der KI-Strategie* entnehmen (vgl.
www.ki-strat
egie-deutschland.de/home.html).
Die Maßnahmen der Bundesregierung werden durch Maßnahmen auf EU-
Ebene ergänzt, wie den KI-Innovationspaket.
3. Hat die Bundesregierung Kenntnis von einem möglichen
Fachkräftemangel im Bereich von KI-Anwendungen in der Industrie, und wenn ja,
wie hoch beziffert sie diesen, und wie will sie diesem ggf. begegnen?
Wie in der Antwort zu den Fragen 1 und 2 beschrieben, konnte KI in den
letzten Jahren eine sehr dynamische Entwicklung verzeichnen. Dies ist – neben den
damit verbundenen Potentialen – auch eine Herausforderung für Unternehmen,
die KI entwickeln und einsetzen möchten; unter anderem im Hinblick auf die
hierfür notwendigen Fachkräfte.
Die Fachkräfteengpassanalyse der Statistik der Bundesagentur für Arbeit
analysiert auf Basis von sechs Arbeitsmarktindikatoren das Vorliegen von Engpässen
auf Ebene der Berufsgattungen. Die Klassifikation der Berufe lässt eine
Ausdifferenzierung nach Kompetenzen für KI-Anwendungen nicht zu. Fachkräfte,
deren Kompetenzen Entwicklung und Implementierung von KI-Anwendungen
umfassen, haben häufig eine berufliche Qualifikation in Informatik-,
Informations- und Kommunikationstechnologieberufen. Engpässe lagen im Jahr 2023 für
Fachkräfte und Spezialisten in Berufen der technischen Informatik sowie für
Spezialisten und Experten in Berufen der Softwareentwicklung vor. Studien
verweisen zudem darauf, dass die Nachfrage nach KI-Kompetenzen in
Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen ist (OECD 2024; Borgonovi
et al. 2023).
Grundsätzlich ist es Aufgabe der Unternehmen, durch gezielte Aus- und
Weiterbildung oder Neueinstellungen auf einen erhöhten Arbeitskräftebedarf zu
reagieren. Die Bundesregierung unterstützt dabei mit ihrer branchen- und
regionenübergreifend angelegten Fachkräftestrategie, welche fortlaufend umgesetzt
wird.
4. Wie ist der aktuelle Stand hinsichtlich der angestrengten
„Förderpipeline“ für KI-Nachwuchsforscher, und welche konkreten Ziele konnten
hierbei ggf. bereits erreicht werden (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
Die Bundesregierung fördert KI-Forscherinnen und -Forscher mit
verschiedenen Maßnahmen, die sich gegenseitig ergänzen. Neben der Finanzierung von
KI-Professuren zählt hierzu auch die Förderung von KI-
Nachwuchsforscherinnen und -forschern.
*
www.ki-strategie-deutschland.de/home.html
5. Aus welchen Gründen strebt die Bundesregierung einen Frauenanteil von
mindestens 50 Prozent bei KI-Nachwuchsforschern an, und welcher
konkrete Mehrwert soll hierdurch erreicht werden (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
Es ist Ziel der Bundesregierung, die Forschung im Bereich KI zu stärken und
Interesse für dieses Forschungsfeld als Karriereweg auch bei Zielgruppen zu
wecken, die bisher unterrepräsentiert sind. Die Beteiligung von Frauen in der
deutschen KI-Forschung und in entsprechenden akademischen
Führungspositionen entspricht nicht dem Anteil herausragend qualifizierter Frauen in der
Bevölkerung. Dadurch wird ein großes Potenzial zum Nachteil des
Forschungsstandorts Deutschland nicht genutzt. Mit der gezielten Förderung verfolgt die
Bundesregierung das Ziel, dieses Potenzial stärker zu nutzen.
6. Mit welcher Arbeitsdefinition der von ihr angestrebten technologische
Souveränität bei KI arbeitet die Bundesregierung, und welchen
Stellenwert misst sie dabei der KI-Anwendung in der Industrie bei?
7. Innerhalb welchen Zeitraums beabsichtigt die Bundesregierung die
Erreichung technologischer Souveränität bei KI?
Die Fragen 6 und 7 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der
AfD auf Bundestagsdrucksache 20/10348 wird verwiesen.
8. Hat die Bundesregierung Kenntnis von Reaktionen von
Industrieverbänden auf den BMBF-Aktionsplan „Künstliche Intelligenz“, und wenn ja,
hat sie sich zu diesen eine eigene Auffassung erarbeitet, und wie lautet
diese gegebenenfalls?
Die Bundesregierung steht zu den Maßnahmen im Rahmen der KI-Strategie in
regelmäßigem Austausch mit einschlägigen Expertinnen und Experten aus
Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Dies gilt auch für den KI-
Aktionsplan des BMBF.
9. Hat die Bundesregierung davon Kenntnis, ob sich die gegenwärtige
Energieversorgungslage (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller) auf die
Entwicklung von KI-Anwendung in der deutschen Industrie auswirkt,
und wenn ja, in welcher Weise, und wie will sie dem ggf. begegnen?
10. Sieht die Bundesregierung die weitere Entwicklung industrieller KI-
Anwendungen infolge zunehmender Stromausfälle (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller) gefährdet, und wenn ja, wie will sie dem ggf. begegnen?
Die Fragen 9 und 10 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Stromversorgung in Deutschland ist sehr zuverlässig. Hinsichtlich der in
der Frage angesprochenen Stromausfälle belegen das u. a. die Werte des sog.
SAIDI (System Average Interruption Duration Index): Betreiber von
Energieversorgungsnetzen (konkret: Stromnetzen) berichten der Bundesnetzagentur
jährlich über alle in ihren Netzen aufgetretenen Versorgungsunterbrechungen,
die länger als drei Minuten dauern. Der jeweilige Bericht enthält Zeitpunkt,
Dauer, Ausmaß und Ursache der Versorgungsunterbrechungen. Aus allen
ungeplanten Unterbrechungen, die nicht auf Ereignisse der höheren Gewalt
zurückzuführen sind, ermittelt die Bundesnetzagentur den sogenannten SAIDIEnWG,
der die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenen
Letztverbraucher innerhalb eines Kalenderjahres widerspiegelt.
Abbildung 1 SAIDI spiegelt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenen
Letztverbraucher innerhalb eines Kalenderjahres wider. Quelle: BNetzA (Stand: 7. November
2023)
Sie ist im Berichtsjahr 2022 mit 12,2 Minuten je Letztverbraucher im Vergleich
zum Vorjahr (2021: 12,7 Minuten) leicht gesunken und bietet somit weiterhin
ein konstant hohes Qualitätsniveau. Dadurch wird klar, dass die Energiewende
und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung weiterhin keine
negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität haben. Das deutsche
Stromnetz gehört aktuell zu einem der sichersten der Welt (zweitniedrigster SAIDI-
Wert im globalen Ranking nach Japan).
Nach Erkenntnissen der Bundesregierung hat die Energieversorgung in
Deutschland keinen nachteiligen Einfluss auf die Verbreitung von KI. Vor dem
Hintergrund der zuverlässigen Stromversorgung geht die Bundesregierung
nicht davon aus, dass Stromausfälle die weitere Entwicklung industrieller KI-
Anwendungen in Deutschland gefährden.
11. Beabsichtigt die Bundesregierung, dazu beizutragen, dass KI-Systeme in
kleinen und mittelständischen Unternehmen stärkere Verbreitung finden
werden, und wenn ja, in welcher Weise, und innerhalb welchen
Zeitraums?
Die Bundesregierung ist mit diversen Maßnahmen aktiv, um die
Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI in der Industrie zu verbessern und die
Verbreitung von KI, vor allem auch im Mittelstand, noch weiter zu unterstützen.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu den Fragen 1 und 2 verwiesen.
12. Sieht die Bundesregierung zur Förderung von industriellen KI-
Anwendungen weiteren gesetzgeberischen Handlungsbedarf, und wenn ja, in
welcher Weise, und innerhalb welchen Zeitraums?
Die Bundesregierung unterstützt unter anderem die Anwendung industrieller
KI durch eine Vielzahl von Gesetzesinitiativen und Verordnungen, wie dem
Bürokratieentlastungsgesetz oder über die nationale Durchführung des Data
Act und des Data Governance Act, deren Ziel es ist, die Datenverfügbarkeit zu
erhöhen. Darüber hinaus engagiert sich die Bundesregierung für eine
innovationsfreundliche Durchführung der europäischen KI-Verordnung.
13. Hat sich die Bundesregierung zum Datenschutz und zur Datensicherheit
bei KI-Anwendungen in der Industrie eine Auffassung erarbeitet, und
wenn ja, wie lautet diese?
Soweit im Rahmen von KI-Anwendungen personenbezogene Daten verarbeitet
werden, sind hierfür die bestehenden europäischen und nationalen
datenschutzrechtlichen Vorgaben zu beachten.
Bezüglich der IT-Sicherheit für KI wird auf Abschnitt 8.1.10 der
Cybersicherheitsstrategie hingewiesen.
14. Wie bewertet die Bundesregierung die Wettbewerbsfähigkeit von
deutschen Industrieunternehmen hinsichtlich des Etablierungsgrades von KI-
Anwendungen im europäischen und internationalen Vergleich?
Die OECD konstatiert in ihrem o. g. Bericht zu KI in Deutschland, dass die
Nutzung von KI in deutschen Unternehmen stetig wächst und in allen Branchen
über dem EU-Durchschnitt liegt (siehe Antwort zu den Fragen 1 und 2).
Die Bundesregierung sieht die deutsche Industrie vor dem Hintergrund der
aktuellen Zahlen und der o. g. Unterstützungsmaßnahmen auch zukünftig im
internationalen Wettbewerb gut aufgestellt.
15. Beabsichtigt die Bundesregierung, industrielle KI-Anwendung im
europäischen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähiger zu machen,
und wenn ja, mit welchen Maßnahmen, und innerhalb welchen
Zeitraums?
Das BMWK unterstützt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auch
in Bezug auf KI mit diversen Förderprogrammen, etwa mit dem Fachprogramm
„Neuer Fahrzeug- und Systemtechnologien“ mit rund 476 Mio. Euro.
Es wird zudem auf die Antwort zu Frage 11 verwiesen.
16. Hatte die Bundesregierung in den Jahren 2021, 2022 und 2023 Kontakte
mit Branchenvertretern, bei denen die Förderung industrieller KI-
Anwendungen Thema waren, und wenn ja, welche (bitte nach Jahr, Datum,
Branchenverband, beteiligtem Regierungsressort und konkreten
Gesprächsinhalten aufschlüsseln)?
Die Mitglieder der Bundesregierung, Parlamentarische Staatssekretärinnen und
Parlamentarische Staatssekretäre bzw. Staatsministerinnen und Staatsminister
sowie Staatssekretärinnen und Staatssekretäre pflegen in jeder Wahlperiode im
Rahmen der Aufgabenwahrnehmung Kontakte mit einer Vielzahl von Akteuren
aller gesellschaftlichen Gruppen. Eine Verpflichtung zur Erfassung sämtlicher
geführter Gespräche bzw. deren Ergebnisse – einschließlich Telefonate und
elektronischer Kommunikation – besteht nicht, und eine solche umfassende
Dokumentation wurde auch nicht durchgeführt (siehe dazu die Vorbemerkung
der Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion
DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/1174). Zudem werden
Gesprächsinhalte nicht protokolliert. Die nachfolgenden Ausführungen bzw. aufgeführten
Angaben erfolgen auf der Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse sowie
vorhandener Unterlagen und Aufzeichnungen. Diesbezügliche Daten sind somit
möglicherweise nicht vollständig.
Ergänzend weist die Bundesregierung auf Folgendes hin: Das Thema KI hat in
den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Frage der Verbesserung von
Rahmenbedingungen für die Entwicklung, Nutzung und Anwendung von KI in
Deutschland, damit auch mittelbar für die Beförderung industrieller
Anwendungen von KI in Deutschland, kann daher in diversen Kontakten in
unterschiedlichster Ausprägung eine Rolle gespielt haben.
Darüber hinaus wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche
Frage 89 der Abgeordneten Anke Domscheit-Berg auf Bundestagsdrucksache
20/10127 verwiesen.
Datum Ministerium Gesprächspartner Art des
Kontakts
07.12.2022 BKAmt Hr. Prof. Dr. Asenkerschbaumer
(Vorsitzender des Aufsichtsrats
Bosch) Hr. Dr. Brudermüller,
(ehemaliger) Vorstandsvorsitzender
BASF
Hr. Klein, Vorstandsvorsitzender
und Mitglied des Vorstands der
SAP
Hr. Hoke, CEO Volocopter
Fr. Dr. Klüwer, zu dem Zeitpunkt
Direktorin KI am KIEZ Berlin
Treffen (2.
Sitzung des
Zukunftsrats)
02.05.2023 BKAmt Hr. Prof. Dr. Asenkerschbaumer
(Vors. AR Bosch)
Fr. Dr. Klüwer, zu dem Zeitpunkt
Direktorin KI am KIEZ Berlin
Fr. Plöger, Mitglied der
Hauptgeschäftsführung, BDI
Hr. Konrad, Vorsitzender, VDMA
Hr. Winterhalter,
Vorstandsvorsitzender DIN
Hr. Dr. Koenen, Leiter Abteilung
Digitalisierung und Innovation,
BDI
Hr. Dr. Hartke, Office of the
Chairman Supervisory Board, Robert
Bosch
Hr. Schwarzkopf, Geschäftsführer,
VDMA-Fachverband Robotik +
Automation
Treffen
Datum Ministerium Gesprächspartner Art des
Kontakts
06.07.2023 BKAmt Hr. Prof. Dr. Asenkerschbaumer
(Vorsitzender des Aufsichtsrats
Bosch)
Hr. Dr. Brudermüller, (ehemaliger)
Vorstandsvorsitzender BASF
Hr. Klein, Vorstandsvorsitzender
und Mitglied des Vorstands der
SAP
Hr. Hoke, CEO Volocopter
Fr. Dr. Klüwer, zu dem Zeitpunkt
Direktorin KI am KIEZ Berlin
Treffen (3.
Sitzung des
Zukunftsrats)
29.04.2022 BMUV BDI: Präsident Russwurm, GF
Lang
Treffen
26.04.2022 BMUV BASF: Vorstandsvorsitzender
Brudermüller
Treffen
25.08.2022 BMWK VDMA, Hr. Haeusgen Brief
02.05.2023 BMWK CEOs und BDI (organisiert vom
BDI)
Treffen
11.07.2023 BMWK Aleph Alpha Treffen
23.11.2023 BMBF Bitkom: Präsident Wintergerst,
Geschäftsführer Rohleder
Treffen
20.06.2023 BMBF NExT e.V.: Geschäftsführerin
Riedel
Continental AG: Fr. Dreiseitel
Treffen
29.06.2023 BMDV Bitkom, Lengoo Treffen
23.05.2023 BMDV ZVEI Treffen
16.10.2023 BMDV Deutsche Bahn AG Treffen
28.08.2023 BMDV KI-Innovationspark (ipai) und
Aleph Alpha
Treffen
08.06.2023 BMG Hasso-Plattner-Institut Besuch
05.12.2023 BMG MyScribe: Fr. Dr. Stoll und Hr,
Stoll
Treffen
13.12.2023 BMG Brainlab AG: Hr. Vilsmeier, CEO Treffen
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333