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Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet
Stand der Beschaffung des atomwaffenfähigen Tarnkappen-Kampfflugzeuges F-35
(insgesamt 52 Einzelfragen)
Fraktion
BSW
Ressort
Bundesministerium der Verteidigung
Datum
07.10.2024
Antwortdauer
34 Tage
Aktualisiert
05.03.2025
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT20/1270703.09.2024
Stand der Beschaffung des atomwaffenfähigen Tarnkappen-Kampfflugzeuges F-35
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
Deutscher Bundestag Drucksache 20/12707
20. Wahlperiode 03.09.2024
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Andrej Hunko, Zaklin Nastic, Dr. Sahra Wagenknecht, Ali
Al-Dailami, Sevim Dağdelen, Klaus Ernst, Christian Leye, Amira Mohamed Ali,
Jessica Tatti, Alexander Ulrich und der Gruppe BSW
Stand der Beschaffung des atomwaffenfähigen Tarnkappen-Kampfflugzeuges
F-35
Nachdem bereits im Jahr 2017 über die Beschaffung von F-35-
Kampfflugzeugen berichtet wurde, hat die Bundesregierung aus SPD, BÜNDNIS 90/
DIE GRÜNEN und FDP im März 2022 schließlich entschieden, F-35-
Kampfflugzeuge als Nachfolger für die Kampfflugzeuge vom Typ PA-200
Tornado zu beschaffen. Die 35 Kampfflugzeuge sollen auch die Rolle als
Trägersystem für die nukleare Teilhabe übernehmen (bmvg.de vom 14. Dezember
2022: „Sondervermögen: Bundeswehr kann 35 F-35A für rund 8,3 Mrd. Euro
kaufen“, www.bmvg.de/de/aktuelles/bundeswehr-kann-35-f-35a-fuer-rund-8-3-
milliarden-euro-kaufen-5540934).
Das F-35-Programm, das vor mehr als 22 Jahren begonnen wurde, ist von
zahlreichen technischen Mängeln, Kostensteigerungen und Verzögerungen geprägt.
Laut Presseberichten bestanden noch im Jahr 2022 845 Fehler – 9 davon
können zum Absturz führen (n-tv.de vom 21. März 2022: „Bericht: F35-
Tarnkappenjets weisen Hunderte Fehler auf“, www.n-tv.de/wirtschaft/Bericht-F35-
Tarnkappenjets-weisen-Hunderte-Fehler-auf-article23212493.html).
Laut einem Bericht waren im Jahr 2023 lediglich 30 Prozent der F-35-
Kampfflugzeuge voll einsatzbereit (pogo.org vom 26. Februar 2024: „F-35: The Part-
Time Fighter Jet“, www.pogo.org/analysis/f-35-the-part-time-fighter-jet). Auch
die Verbesserung „Technical Refresh-3“ und der Standard „Block 4“ sind
weiterhin nicht verfügbar bzw. nicht zertifiziert (flugrevue.de vom 18. März 2024:
„Lockheed darf bei der F-35-Fertigung Vollgas geben“, www.flugrevue.de/mili
taer/17-jahre-nach-dem-erstflug-lockheed-darf-bei-der-f-35-fertigung-vollgas-g
eben-v2/). Deshalb verzögert sich seit Monaten die Auslieferung von F-35-
Kampfflugzeugen (flugrevue.de vom 2. Februar 2024: „Keine F-35-
Auslieferungen mehr vor dem Spätsommer?“, www.flugrevue.de/militaer/stealth-fighte
r-auf-halde-gebaut-keine-f-35-auslieferungen-mehr-vor-dem-
spaetsommerv2/). Inzwischen geht das Government Accountability Office (US-
amerikanischer Rechnungshof) davon aus, dass das Update erst im Jahr 2025
verfügbar sein wird (Government Accountability Office, Mai 2024: „F-35 Joint Strike
Fighter“, www.gao.gov/assets/gao-24-106909.pdf). Das Update ist damit drei
Jahre hinter dem Zeitplan und hat eine Kostensteigerung von 330 Millionen
US-Dollar für das Programm verursacht (euro-sd.com vom 4. Juli 2024: „F-35:
the future of air dominance or a trillion-dollar trainwreck?”, euro-sd.com/2024/
07/major-news/39170/f-35-the-future-or-trainwreck/). Dänemark zieht deshalb
in den USA stationierte F-35-Kampfflugzeuge wieder ab (defensenews.com
vom 27. Juni 2024: „Denmark to bring home F-35 jets from Arizona amid
upgrade delays“, www.defensenews.com/global/europe/2024/06/27/denmark-to-b
ring-home-f-35-jets-from-arizona-amid-upgrade-delays/). Das gesamte
Programm liegt inzwischen mehr als zehn Jahre hinter dem Zeitplan und 183
Milliarden US-Dollar über den ursprünglichen Kostenschätzungen (Government
Accountability Office, Mai 2023: „F-35 Joint Strike Fighter“, www.gao.gov/pr
oducts/gao-23-106047).
Die Verzögerungen des Technical Refresh-3 und des Block-4-Standards führen
auch zu Unklarheiten hinsichtlich der Fähigkeit zum Einsatz von Atomwaffen –
die sogenannte dual capability, die zunächst erst mit dem Block-4-Standard
integriert werden sollte (Congressional Research Service vom 2. Mai 2022: „F-35
Joint Strike Fighter (JSF) Program“, sgp.fas.org/crs/weapons/RL30563.pdf).
Noch bevor dieser zur Verfügung steht, wurde die F-35A für den Einsatz von
Atomwaffen vom Typ B61-12 zertifiziert (breakingdefense.com vom 8. März
2024: „EXCLUSIVE: F-35A officially certified to carry nuclear bomb”, breaki
ngdefense.com/2024/03/exclusive-f-35a-officially-certified-to-carry-nuclear-b
omb/).
Die Beschaffung des Kampfflugzeugs für die Bundeswehr soll ebenfalls mit
Kostensteigerungen verbunden sein. Laut Presseberichten sollen allein die
Umbaumaßnahmen am Fliegerhorst Büchel zusätzliche Kosten von bis zu 1,2 Mrd.
Euro verursachen (aero.de vom 16. Februar 2024: „Kosten für F-35-
Infrastruktur in Büchel explodieren“, www.aero.de/news-46839/Kosten-fuer-F-35-Infrast
ruktur-in-Buechel-explodieren.html). Im Vergleich zur Schweiz, die 167 Mio.
Euro pro F-35-Kampfflugzeug bezahlt, zahlt die Bundesregierung laut
Medienberichten mit 286 Mio. Euro einen deutlich höheren Stückpreis (merkur.de vom
14. Dezember 2022: „Steuergelder versenkt? Sonderbarer Kampfjet-Deal wirft
schlechtes Licht auf Lambrecht-Ministerium“, www.merkur.de/politik/kritik-f3
5-kampfjets-bundeswehr-verteidigungsministerium-kauf-usa-deal-schweiz-chri
stine-lambrecht-91970775.html).
Dennoch prüft die Bundesregierung laut Medienberichten die Beschaffung von
acht weiteren F-35 Kampfflugzeugen (reuters.com vom 7. Juni 2024:
„Exclusive: Germany looking into buying eight additional F-35 jets”, www.reuter
s.com/business/aerospace-defense/germany-looking-into-buying-eight-addition
al-lockheed-f-35-jets-source-says-2024-06-07/).
Nach Einschätzung der Fragestellerinnen und Fragesteller ist der Kauf der
F-35A-Kampfflugzeuge ein Beispiel für die verfehlte Beschaffungspolitik des
Bundesministeriums der Verteidigung: Die F-35A-Kampfflugzeuge sind zu
teuer, weisen weiterhin zahlreiche Fehler auf und schaffen zusätzliche
Abhängigkeiten.
Auch zukünftig besteht das Risiko weiterer Kostensteigerungen, weiterer
Verzögerungen und ebenso weiterer technischer Risiken fort. Zudem schafft die
Bundesregierung mit dem Kauf der F-35 die Grundlage, um die nukleare
Teilhabe auf Jahrzehnte fortzuführen. Damit erteilt die Bundesregierung einem
atomwaffenfreien Deutschland als Teil einer atomwaffenfreien Welt eine
Absage und konterkariert damit gleichzeitig die Ziele aus dem eigenen
Koalitionsvertrag.
Vor diesem Hintergrund stellen sich den Fragestellerinnen und Fragestellern
Fragen zum Stand der Beschaffung der Kampfflugzeuge vom Typ F-35A.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Über welche Kampffähigkeiten verfügt die F-35 nach Kenntnis der
Bundesregierung (vgl. t-online.de: „Bundeswehr prüft Kauf von US-
Tarnkappenjets”, www.t-online.de/nachrichten/deutschland/militaer-verteidigung/i
d_81197456/infos-ueber-f35-angefordert-bundeswehr-prueft-kauf-von-us-
tarnkappenjets.html)?
2. Welche Peripheriegeräte und Peripheriesysteme werden zusammen mit
den Kampfflugzeugen F-35 beschafft (vgl. Antwort auf die Mündliche
Frage 29, Plenarprotokoll 20/72)?
3. Welche Bewaffnung wird für die Kampfflugzeuge F-35 beschafft (vgl.
dsca.mil vom 28. Juli 2022: „Germany – F-35 Aircraft and Munitions“,
www.dsca.mil/press-media/major-arms-sales/germany-f-35-aircraft-
andmunitions)?
4. Prüft oder plant die Bundesregierung gegenwärtig die Beschaffung
weiterer Munition oder Waffensysteme für die F-35, die nicht bereits von der
Genehmigung im Rahmen des Foreign Military Sales Programms umfasst
sind (vgl. dsca.mil vom 28. Juli 2022: „Germany – F-35 Aircraft and
Munitions“, www.dsca.mil/press-media/major-arms-sales/germany-f-35-aircr
aft-and-munitions), und wenn ja, welche?
5. Welchem Standard (Block) entsprechen die bestellten F-35A-
Kampfflugzeuge nach Kenntnis der Bundesregierung bei Auslieferung, und werden
die F-35-Kampfflugzeuge dann voraussichtlich bereits über das Technical-
Refresh-3-Update verfügen?
6. Sind die Verbesserung „Technical Refresh-3“ und der Standard „Block 4“
nach Kenntnis der Bundesregierung Voraussetzungen für die Fähigkeit der
F-35A-Kampfflugzeuge, Atomwaffen einzusetzen (Congressional
Research Service vom 2. Mai 2022: „F-35 Joint Strike Fighter (JSF)
Program“, sgp.fas.org/crs/weapons/RL30563.pdf)?
7. Hat die Bundesregierung Zugang zum vollständigen Quellcode der
Software erhalten (vgl. reuters.com vom 25. November 2009: „U.S. to
withhold F-35 fighter software code“, www.reuters.com/article/us-lockheed-fi
ghter-exclusive-idUSTRE5AO01F20091125/)?
a) Wenn nein, hat die Bundesregierung Zugang zu Teilen des
Quellcodes erhalten?
b) Wenn nein, konnte die Bundeswehr die Sicherheit der Software
überprüfen (vgl. n-tv.de vom 21. März 2022: „Bericht: F35-
Tarnkappenjets weisen Hunderte Fehler auf“, www.n-tv.de/wirtschaft/Bericht-F3
5-Tarnkappenjets-weisen-Hunderte-Fehler-auf-article2321249
3.html), und wenn ja, wie?
8. Werden die bestellten F-35A-Kampfflugzeuge nach Kenntnis der
Bundesregierung an das cloudbasierte Operational Data Integrated Network
(ODIN), das Autonomic Logistics Information System (ALIS) oder
ähnliche Systeme angebunden?
a) Wenn ja, werden dabei Daten außerhalb der Bundesrepublik
Deutschland gespeichert oder an Stellen außerhalb der
Bundesrepublik Deutschland übermittelt?
b) Wenn ja, erhalten dadurch staatliche oder nichtstaatliche Akteure
außerhalb der Bundesrepublik Deutschland Zugriff auf Daten?
c) Wenn ja, sind nach Kenntnis der Bundesregierung inzwischen
sowohl die Missionsplanung als auch der Einsatz ohne Verbindung zu
den genannten Systemen oder zu Lockheed Martin möglich (vgl.
defenseone.com vom 8. Januar 2015: „The F-35 Has To Phone Texas
Before Taking Off“, www.defenseone.com/technology/2015/01/f-35-
has-phone-texas-taking/102525/)?
9. Welche „Einsatz-Informationen“ werden nach Kenntnis der
Bundesregierung an die USA weitergeleitet (merkur.de vom 14. Dezember 2022:
„Steuergelder versenkt? Sonderbarer Kampfjet-Deal wirft schlechtes Licht
auf Lambrecht-Ministerium“, www.merkur.de/politik/kritik-f35-kampfjet
s-bundeswehr-verteidigungsministerium-kauf-usa-deal-schweiz-christine-l
ambrecht-91970775.html)?
10. Wird die Bundesregierung, wie auch das Vereinigte Königreich, über die
Fähigkeit zum eigenständigen Betrieb und Einsatz („sovereign operation
capability“) der F-35A-Kampfflugzeuge verfügen (ft.com vom 26. Mai
2006: „Bush gives way over stealth fighter“, http://news.ft.com/cms/s/7de
7925a-ecf3-11da-a307-0000779e2340.html), und hat die Bundeswehr
dementsprechend die eigenständigen Fähigkeiten, die F-35A-
Kampfflugzeuge unabhängig und eigenständig zu betreiben, zu warten und
einzusetzen?
11. Ist die Bundeswehr in den Bereichen Wartung und Reparatur für die
F-35A-Kampfflugzeuge vollständig auf den Hersteller oder andere private
Auftragnehmer angewiesen (janes.com vom 15. November 2019.
„Contractor-reliant F-35 model a legacy of Total System Performance
Responsibility”, www.janes.com/osint-insights/defence-news/contractor-r
eliant-f-35-model-a-legacy-of-total-system-performance-responsibility)?
12. Unterliegen die bestellten F-35A-Kampfflugzeuge „sovereign operational
restrictions“ oder ähnlichen Einschränkungen, wie das beispielsweise laut
Presseberichten für Israel der Fall ist und für die Vereinigten Arabischen
Emirate geplant war (vgl. forbes.com vom 9. Januar 2023: „Why The U.S.
Imposes ‘Onerous’ Preconditions And Restrictions On Middle East
F-35s“, www.forbes.com/sites/pauliddon/2023/01/09/why-the-us-impose
s-onerous-preconditions-and-restrictions-on-middle-east-f-35s/), und
wenn ja, welchen Einschränkungen unterliegen die bestellten F-35A-
Kampfflugzeuge?
13. Wie erfolgen die Wartung, Reparaturen und die Versorgung mit
Ersatzteilen der bestellten F-35A-Kampfflugzeuge, und welche Anforderungen
stellt die Bundesregierung an die „souveräne Wartung und Instandhaltung
der F-35“ (esut.de vom 21. September 2023: „Deutsches
Industriekonsortium für die Wartung der F-35“, esut.de/2023/09/meldungen/44598/deutsc
hes-industriekonsortium-fuer-die-wartung-der-f-35/)?
14. Inwiefern können Wartung und Reparaturen der F-35A-Kampfflugzeuge
nach Kenntnis der Bundesregierung eigenständig durch die Bundeswehr
erfolgen?
15. Nimmt die Bundesregierung an der Global Support Solution und dem
„global spares pool“ teil (vgl. Antwort der Bundesregierung auf die
Schriftliche Frage 74 auf Bundestagsdrucksache 20/11250)?
a) Wenn ja, welche Leistungen umfasst die Global Support Solution?
b) Wenn ja, welche Kosten entstehen durch die Teilnahme?
c) Wenn ja, welche Verpflichtungen entstehen durch die Teilnahme
(auch gegenüber anderen Staaten, die über F-35-Kampfflugzeuge
verfügen)?
16. Werden im Zusammenhang mit der Beschaffung und anschließend dem
Betrieb der F-35A-Kampfflugzeuge Verträge mit dem US-Militär, dem
Hersteller oder anderen privaten Unternehmen für Wartungs- und
Reparaturmaßnahmen abgeschlossen?
a) Wenn ja, mit wem?
b) Wenn ja, wie hoch sind die damit verbundenen Kosten?
17. Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die voraussichtlichen
Wertschöpfungsanteile für Wartungs-, Instandsetzungs- und
Inspektionsarbeiten deutscher, europäischer und US-amerikanischer Unternehmen für
die bestellten F-35A-Kampfflugzeuge?
18. Ist die Bundesregierung weiterhin davon überzeugt, dass die Abhängigkeit
von den USA durch die Beschaffung der F-35A-Kampfflugzeuge kein
Risiko darstellt (vgl. Antwort zu Frage 12 auf Bundestagsdrucksache
20/4525)?
19. Welche Mängel und Fehler der F-35A-Kampfflugzeuge und an den
Peripheriegeräten und Peripheriesystemen sind der Bundesregierung bekannt
(vgl. n-tv.de vom 21. März 2022: „Bericht: F35-Tarnkappenjets weisen
Hunderte Fehler auf“, www.n-tv.de/wirtschaft/Bericht-F35-Tarnkappenjet
s-weisen-Hunderte-Fehler-auf-article23212493.html)?
a) Welchen Einfluss haben diese Mängel auf die Einsatzbereitschaft?
b) Wie viele Mängel werden als Kategorie-1-Mängel (kritische Mängel)
eingestuft?
20. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über den Absturz eines F-35-
Kampfflugzeugs im Mai 2024 und dessen Ursachen (vgl. welt.de vom
3. Juni 2024: „Der nächste Absturz einer F-35 – und das Rätsel um die
Ursache“, www.welt.de/wirtschaft/article251748014/F-35-US-Tarnkappe
njet-stuerzt-erneut-unter-mysterioesen-Umstaenden-ab.html)?
21. Welche weiteren technischen Risiken bestehen nach Kenntnis der
Bundesregierung mit Blick auf die F-35 (vgl. Government Accountability Office,
Mai 2024: „F-35 Joint Strike Fighter“, www.gao.gov/assets/gao-24-10690
9.pdf)?
22. Erfüllen die F-35A-Kampfflugzeuge nach Kenntnis der Bundesregierung
inzwischen bzw. voraussichtlich zum Zeitpunkt der Auslieferung alle
Anforderungen an die Flugsicherungsausrüstung für Einsätze nach
Instrumentenflugregeln (spiegel.de vom 1. Dezember 2022: „F35-Kampfjets
sollen Bundesregierung knapp zehn Mrd. Euro kosten“, www.spiegel.de/
wirtschaft/f35-kampfjets-sollen-bundesregierung-knapp-zehn-milliarden-e
uro-kosten-a-f2db3cf3-3bfa-4b7b-a9af-25579ee80ab3), und wenn nein,
mit welchen Einschränkungen im Flugbetrieb muss nach Kenntnis der
Bundesregierung deshalb gerechnet werden?
23. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell die
Einsatzverfügbarkeit der F-35A-Kampfflugzeuge (vgl. Antwort der Bundesregierung
auf die Mündliche Frage 35, Plenarprotokoll 20/46), und wie hoch wird
die Einsatzverfügbarkeit der 35 bestellten F-35A-Kampfflugzeuge in der
Bundeswehr voraussichtlich sein?
24. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell der Anteil der
F-35A-Kampfflugzeuge, die alle für sie designierten Missionen
absolvieren können (Full Mission Capable (FMC)) (vgl. flugrevue.com vom
12. Februar 2024: „Nur ein Drittel aller US-F-35 ist voll einsatzbereit“,
www.flugrevue.de/militaer/pentagon-bericht-nimmt-lightning-ii-in-
visiernur-ein-drittel-aller-us-f-35-ist-voll-einsatzbereit/), und wie hoch wird der
Anteil an den 35 bestellten F-35A-Kampfflugzeuge in der Bundeswehr
voraussichtlich sein, der Full Mission Capable ist?
25. Wie gestaltet sich nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle
Zeitplan für die 35 bestellten Kampfflugzeuge F-35?
26. Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der erste der 35 bereits
bestellten F-35 voraussichtlich an die Bundeswehr ausgeliefert?
a) Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der erste der 35
bereits bestellten F-35 voraussichtlich in Dienst gestellt?
b) Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der erste der 35
bereits bestellten F-35 voraussichtlich die volle Einsatzbereitschaft
erreichen?
27. Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der letzte der 35 bereits
bestellten F-35 voraussichtlich an die Bundeswehr ausgeliefert?
a) Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der letzte der 35
bereits bestellten F-35 voraussichtlich in Dienst gestellt?
b) Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der letzte der 35
bereits bestellten F-35 voraussichtlich die volle Einsatzbereitschaft
erreichen?
28. Wann beginnt die Bundeswehr mit der Ausbildung für Pilotinnen und
Piloten für die F-35?
a) Wo wird die Ausbildung der Pilotinnen und Piloten voraussichtlich
stattfinden?
b) Plant die Bundesregierung, eigene Ausbildungskapazitäten in
Deutschland aufzubauen?
29. Prüft oder plant die Bundesregierung gegenwärtig die Beschaffung
weiterer F-35 Kampfflugzeuge (Merkur.de vom 10. Juni 2024: „Bollwerk
gegen Putin: Bundeswehr liebäugelt mit F-35-Kampfjets – Milliardendeal
geplant“, www.merkur.de/politik/russland-krieg-ukraine-35-kampfjets-bu
ndeswehr-verteidigung-deutschland-nato-usa-zr-93118327.html), und
wenn ja, wie viele weitere F-35-Kampfflugzeuge sollen ggf. beschafft
werden?
30. Welche Kosten entstehen nach Kenntnis der Bundesregierung durch die
Beschaffung dieser weiteren F35-Kamppflugzeuge (reuters.com vom
7. Juni 2024: „Exclusive: Germany looking into buying eight additional
F-35 jets”, www.reuters.com/business/aerospace-defense/germany-lookin
g-into-buying-eight-additional-lockheed-f-35-jets-source-says-2024-0
6-07/)?
31. Prüft die Bundesregierung zusätzlich zur Beschaffung von weiteren F-35
Kampfflugzeugen auch die Beschaffung weiterer Bewaffnung sowie
Peripheriegeräte und Peripheriesysteme, und wenn ja, welche, in welcher
Stückzahl, und zu welchen Kosten?
32. Welche Kosten entstehen nach Kenntnis der Bundesregierung
voraussichtlich für Weiterentwicklungen und Upgrades der F-35A-Kampfflugzeuge
über die gesamte Lebensdauer, wie beispielsweise in der Schweiz für neue
Triebwerke, die laut Medienberichten übernommen werden müssen (srf.ch
vom 7. Juli 2024: „Schweiz muss Mehrkosten für Triebwerke der F-35-
Kampfjets tragen“, www.srf.ch/news/schweiz/neue-kampfjets-schweiz-m
uss-mehrkosten-fuer-triebwerke-der-f-35-kampfjets-tragen)?
33. Welche weiteren Nutzungskosten ergeben sich ab 2027 nach Kenntnis der
Bundesregierung für den Betrieb des Waffensystems F-35A (ggf. bitte
Schätzungen angeben; vgl. Antwort zu Frage 42 auf
Bundestagsdrucksache 20/4525)?
34. Auf wie viele Stunden Flugdauer sind die bestellten F-35A-
Kampfflugzeuge nach Kenntnis der Bundesregierung ausgelegt, und wie vielen
Betriebsjahren entspricht die Anzahl der Flugstunden?
a) Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten für
eine Flugstunde („total operating and supporting costs per flight
hour“)?
b) Wie werden sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten für
eine Flugstunde über die gesamte Nutzungsdauer entwickeln (ggf.
bitte Schätzung angeben)?
c) Wie viele Stunden für Wartung und Instandsetzung fallen nach
Kenntnis der Bundesregierung pro Flugstunde des F-35A an?
35. Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell die Kosten für
die 35 bestellten F-35A-Kampfflugzeuge, und welcher Stückpreis ergibt
sich daraus?
a) Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die sogenannten
Flyaway-Kosten für die bestellten F-35A-Kampfflugzeuge?
b) Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die
Beschaffungskosten (procurement costs) für die bestellten F-35A-
Kampfflugzeuge?
36. Wie hoch werden nach Kenntnis der Bundesregierung voraussichtlich die
jährlichen Betriebskosten für die 35 bestellten F-35A-Kampfflugzeuge
sein, und wie werden sich die jährlichen Betriebskosten über die gesamte
Nutzungsdauer entwickeln (ggf. bitte Schätzung angeben)?
37. Welchen Einfluss haben Inflation und Veränderung des Wechselkurses
nach Kenntnis der Bundesregierung auf den Endpreis der 35 bestellten
F-35A-Kampfflugzeuge?
38. Welchen Einfluss haben Kostensteigerungen für das F-35-Programm nach
Kenntnis der Bundesregierung auf den Endpreis der 35 bestellten F-35A-
Kampfflugzeuge (vgl. Antwort zu Frage 45 b) auf Bundestagsdrucksache
20/4525)?
39. Was sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Ursachen für die
enormen Preisunterschiede zwischen der Schweiz mit 167 Mio. Euro pro
Flugzeug und Deutschland mit 286 Mio. Euro pro Kampfflugzeug (merkur.de
vom 14. Dezember 2022: „Steuergelder versenkt? Sonderbarer Kampfjet-
Deal wirft schlechtes Licht auf Lambrecht-Ministerium“, www.merku
r.de/politik/kritik-f35-kampfjets-bundeswehr-verteidigungsministerium-ka
uf-usa-deal-schweiz-christine-lambrecht-91970775.html)?
40. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der
Wertschöpfungsanteil deutscher, europäischer und US-amerikanischer Unternehmen an den
Kosten für die 35 bestellten F-35A-Kampfflugzeuge?
41. Aus welchen Anlagen und welcher Infrastruktur besteht der F-35-Campus
am Fliegerhorst Büchel?
42. Wie ist der aktuelle Baufortschritt des F-35-Campus am Fliegerhorst
Büchel?
43. Wann werden die Bauarbeiten am Fliegerhorst Büchel abgeschlossen sein,
und rechnet die Bundesregierung mit Verzögerungen gegenüber dem
ursprünglichen Zeitpunkt der Fertigstellung?
44. Welche Kosten fallen nach Kenntnis der Bundesregierung für die
Umbaumaßnahmen und die Errichtung des F-35-Campus am Fliegerhorst Büchel
an, und wie hoch fällt der Mehrbedarf nach Kenntnis der Bundesregierung
gegenüber den ursprünglich eingeplanten Kosten voraussichtlich aus (vgl.
swr.de vom 27. Februar 2024: „„Verteidigungsminister Pistorius bestätigt:
Fliegerhorst Büchel wird deutlich teurer“, www.swr.de/swraktuell/rheinla
nd-pfalz/koblenz/fliegerhorst-buechel-bundeswehr--ausbau-verteidigungs
minister-bestaetigt-kosten-steigerung-100.html und bundeswehr-
journal.de vom 26. Juli 2023: „Insgesamt rund 1,1 Mrd. Euro für
Fliegerhorst Büchel“, www.bundeswehr-journal.de/2023/insgesamt-rund-11-mill
iarden-euro-fuer-fliegerhorst-buechel/)?
45. Wie hoch ist der Wertschöpfungsanteil deutscher, europäischer und US-
amerikanischer Unternehmen an den Kosten für die Umbaumaßnahmen
und die Errichtung des F-35-Campus am Fliegerhorst Büchel?
46. Wie unterscheiden sich die Anforderungen für den F-35-Campus am
Fliegerhorst Büchel von den Anforderungen an vergleichbare Anlagen in
Dänemark, Belgien und den Niederlanden (vgl. wiwo.de vom 18. April 2024:
„‘Wir müssen das in der Hälfte der Zeit realisieren, die anderen Nationen
zur Verfügung stand‘“, www.wiwo.de/my/politik/deutschland/f-35-bombe
r-in-deutschland-wir-muessen-das-in-der-haelfte-der-zeit-realisieren-die-a
nderen-nationen-zur-verfuegung-stand-/29754104.html), und was ist nach
Kenntnis der Bundesregierung der Grund für die unterschiedlichen
Anforderungen?
47. Inwieweit sind, wie beispielsweise in der Schweiz, US-Behörden an den
Genehmigungsverfahren und Baumaßnahmen sowie Planung und
Zertifizierung für die F-35 am Fliegerhorst Büchel beteiligt (vgl. wiwo.de vom
21. November 2022: „Zu fett für den Hangar“, www.wiwo.de/my/politik/
deutschland/bomber-ohne-basis-zu-voll-fuer-den-poseidon/28814904-
2.html)?
48. Wird der Fliegerhorst Büchel auch nach Indienststellung der F-35A-
Kampfflugzeuge und Außerdienststellung der Tornado-Kampfflugzeuge
über eine Wartungs- und Reparaturabteilung verfügen?
49. Werden am Fliegerhorst Büchel nach Indienststellung der F-35A-
Kampfflugzeuge und Außerdienststellung der Tornado-Kampfflugzeuge auch
weiterhin zivile Flugzeugmechanikerinnen und Flugzeugmechaniker
ausgebildet (vgl. bundeswehr.de vom 31. März 2021: „Fliegerhorst Büchel:
Azubis absolvieren in Corona-Zeiten ihre Abschlussprüfung“, www.bund
eswehr.de/de/organisation/luftwaffe/aktuelles/azubis-absolvieren-in-coron
a-zeiten-ihre-abschlusspruefung-5048922)?
a) Wenn ja, wie viele Ausbildungsplätze werden jährlich am
Fliegerhorst Büchel zur Verfügung stehen?
b) Wenn ja, werden die Auszubildenden zukünftig an F-35A-
Kampfflugzeugen ausgebildet?
50. Wie viele Arbeitsplätze entstehen am Fliegerhorst Büchel durch die
Stationierung der F-35A-Kampfflugzeuge (bitte erläutern), und wie viele
dieser Arbeitsplätze entstehen temporär im Zusammenhang mit den
Umbaumaßnahmen?
51. Wie viele Arbeitsplätze gehen am Fliegerhorst Büchel durch die
Außerdienststellung der Tornado-Kampfflugzeuge verloren (bitte erläutern)?
52. Wird der Fliegerhorst Nörvenich künftig auch nach Indienststellung der
F-35A-Kampfflugzeuge als Ausweichflugplatz für den Fliegerhorst
Büchel und dementsprechend für F-35A-Kampfflugzeuge dort genutzt, wenn
ja, welche konkreten Baumaßnahmen bzw. Umbaumaßnahmen sind in
Nörvenich für seine Nutzung durch F-35A-Kampfflugzeuge erforderlich
(bitte eingeplante Zeiträume und Kosten nennen), und wenn nein,
a) sind für den Fliegerhorst Büchel andere Ausweichorte vorgesehen,
und wenn ja, welche?
b) Über welche Pläne zu Nörvenich verfügt die Bundesregierung?
Werden aktuell Bauarbeiten am Fliegerhorst Nörvenich durchgeführt, und
wenn ja, welche konkreten Bauarbeiten werden aktuell durchgeführt (bitte
Ziele, eingeplante Zeiträume und Kosten nennen)?
Berlin, den 30. August 2024
Dr. Sahra Wagenknecht und Gruppe
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
BT20/1320507.10.2024
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 20/12707 - Stand der Beschaffung des atomwaffenfähigen Tarnkappen-Kampfflugzeuges F-35
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
Deutscher Bundestag Drucksache 20/13205 (neu)
20. Wahlperiode 07.10.2024
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Andrej Hunko, Zaklin Nastic, Dr. Sahra
Wagenknecht, weiterer Abgeordneter und der Gruppe BSW
– Drucksache 20/12707 –
Stand der Beschaffung des atomwaffenfähigen Tarnkappen-Kampfflugzeuges
F-35
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Nachdem bereits im Jahr 2017 über die Beschaffung von F-35-
Kampfflugzeugen berichtet wurde, hat die Bundesregierung aus SPD, BÜNDNIS 90/
DIE GRÜNEN und FDP im März 2022 schließlich entschieden, F-35-
Kampfflugzeuge als Nachfolger für die Kampfflugzeuge vom Typ PA-200 Tornado
zu beschaffen. Die 35 Kampfflugzeuge sollen auch die Rolle als Trägersystem
für die nukleare Teilhabe übernehmen (bmvg.de vom 14. Dezember 2022:
„Sondervermögen: Bundeswehr kann 35 F-35A für rund 8,3 Mrd. Euro
kaufen“, www.bmvg.de/de/aktuelles/bundeswehr-kann-35-f-35a-fuer-rund-8-3-mi
lliarden-euro-kaufen-5540934).
Das F-35-Programm, das vor mehr als 22 Jahren begonnen wurde, ist von
zahlreichen technischen Mängeln, Kostensteigerungen und Verzögerungen
geprägt. Laut Presseberichten bestanden noch im Jahr 2022 845 Fehler – 9
davon können zum Absturz führen (n-tv.de vom 21. März 2022: „Bericht: F35-
Tarnkappenjets weisen Hunderte Fehler auf“, www.n-tv.de/wirtschaft/Bericht-
F35-Tarnkappenjets-weisen-Hunderte-Fehler-auf-article23212493.html).
Laut einem Bericht waren im Jahr 2023 lediglich 30 Prozent der F-35-
Kampfflugzeuge voll einsatzbereit (pogo.org vom 26. Februar 2024: „F-35: The Part-
Time Fighter Jet“, www.pogo.org/analysis/f-35-the-part-time-fighter-jet).
Auch die Verbesserung „Technical Refresh-3“ und der Standard „Block 4“
sind weiterhin nicht verfügbar bzw. nicht zertifiziert (flugrevue.de vom
18. März 2024: „Lockheed darf bei der F-35-Fertigung Vollgas geben“, www.
flugrevue.de/militaer/17-jahre-nach-dem-erstflug-lockheed-darf-bei-der-f-35-f
ertigung-vollgas-geben-v2/). Deshalb verzögert sich seit Monaten die
Auslieferung von F-35-Kampfflugzeugen (flugrevue.de vom 2. Februar 2024:
„Keine F-35-Auslieferungen mehr vor dem Spätsommer?“, www.flugrevu
e.de/militaer/stealth-fighter-auf-halde-gebaut-keine-f-35-auslieferungen-
mehrvor-dem-spaetsommer-v2/). Inzwischen geht das Government Accountability
Office (US-amerikanischer Rechnungshof) davon aus, dass das Update erst im
Jahr 2025 verfügbar sein wird (Government Accountability Office, Mai 2024:
„F-35 Joint Strike Fighter“, www.gao.gov/assets/gao-24-106909.pdf). Das
Update ist damit drei Jahre hinter dem Zeitplan und hat eine Kostensteigerung
von 330 Millionen US-Dollar für das Programm verursacht (euro-sd.com vom
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung
vom 7. Oktober 2024 übermittelt und mit Schreiben vom 31. Januar 2025 ergänzt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
4. Juli 2024: „F-35: the future of air dominance or a trillion-dollar
trainwreck?”, euro-sd.com/2024/07/major-news/39170/f-35-the-future-or-trainwr
eck/). Dänemark zieht deshalb in den USA stationierte F-35-Kampfflugzeuge
wieder ab (defensenews.com vom 27. Juni 2024: „Denmark to bring home
F-35 jets from Arizona amid upgrade delays“, www.defensenews.com/global/
europe/2024/06/27/denmark-to-bring-home-f-35-jets-from-arizona-amid-upgr
ade-delays/). Das gesamte Programm liegt inzwischen mehr als zehn Jahre
hinter dem Zeitplan und 183 Milliarden US-Dollar über den ursprünglichen
Kostenschätzungen (Government Accountability Office, Mai 2023: „F-35
Joint Strike Fighter“, www.gao.gov/products/gao-23-106047).
Die Verzögerungen des Technical Refresh-3 und des Block-4-Standards
führen auch zu Unklarheiten hinsichtlich der Fähigkeit zum Einsatz von
Atomwaffen – die sogenannte dual capability, die zunächst erst mit dem Block-4-
Standard integriert werden sollte (Congressional Research Service vom 2. Mai
2022: „F-35 Joint Strike Fighter (JSF) Program“, sgp.fas.org/crs/weapons/RL
30563.pdf). Noch bevor dieser zur Verfügung steht, wurde die F-35A für den
Einsatz von Atomwaffen vom Typ B61-12 zertifiziert (breakingdefense.com
vom 8. März 2024: „EXCLUSIVE: F-35A officially certified to carry nuclear
bomb”, breakingdefense.com/2024/03/exclusive-f-35a-officially-certified-to-c
arry-nuclear-bomb/).
Die Beschaffung des Kampfflugzeugs für die Bundeswehr soll ebenfalls mit
Kostensteigerungen verbunden sein. Laut Presseberichten sollen allein die
Umbaumaßnahmen am Fliegerhorst Büchel zusätzliche Kosten von bis zu
1,2 Mrd. Euro verursachen (aero.de vom 16. Februar 2024: „Kosten für F-35-
Infrastruktur in Büchel explodieren“, www.aero.de/news-46839/Kosten-fuer-
F-35-Infrastruktur-in-Buechel-explodieren.html). Im Vergleich zur Schweiz,
die 167 Mio. Euro pro F-35-Kampfflugzeug bezahlt, zahlt die
Bundesregierung laut Medienberichten mit 286 Mio. Euro einen deutlich höheren
Stückpreis (merkur.de vom 14. Dezember 2022: „Steuergelder versenkt?
Sonderbarer Kampfjet-Deal wirft schlechtes Licht auf Lambrecht-Ministerium“, www.
merkur.de/politik/kritik-f35-kampfjets-bundeswehr-verteidigungsministerium-
kauf-usa-deal-schweiz-christine-lambrecht-91970775.html).
Dennoch prüft die Bundesregierung laut Medienberichten die Beschaffung
von acht weiteren F-35 Kampfflugzeugen (reuters.com vom 7. Juni 2024:
„Exclusive: Germany looking into buying eight additional F-35 jets”, www.re
uters.com/business/aerospace-defense/germany-looking-into-buying-eight-add
itional-lockheed-f-35-jets-source-says-2024-06-07/).
Nach Einschätzung der Fragestellerinnen und Fragesteller ist der Kauf der
F-35A-Kampfflugzeuge ein Beispiel für die verfehlte Beschaffungspolitik des
Bundesministeriums der Verteidigung: Die F-35A-Kampfflugzeuge sind zu
teuer, weisen weiterhin zahlreiche Fehler auf und schaffen zusätzliche
Abhängigkeiten.
Auch zukünftig besteht das Risiko weiterer Kostensteigerungen, weiterer
Verzögerungen und ebenso weiterer technischer Risiken fort. Zudem schafft die
Bundesregierung mit dem Kauf der F-35 die Grundlage, um die nukleare
Teilhabe auf Jahrzehnte fortzuführen. Damit erteilt die Bundesregierung einem
atomwaffenfreien Deutschland als Teil einer atomwaffenfreien Welt eine
Absage und konterkariert damit gleichzeitig die Ziele aus dem eigenen
Koalitionsvertrag.
Vor diesem Hintergrund stellen sich den Fragestellerinnen und Fragestellern
Fragen zum Stand der Beschaffung der Kampfflugzeuge vom Typ F-35A.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung nimmt die Vorbemerkung der Fragesteller zur Kenntnis.
Sie stimmt weder den darin enthaltenen Wertungen zu noch bestätigt sie die
darin enthaltenen Feststellungen oder dargestellten Sachverhalte.
Drucksache 20/13205 (neu) – 2 – Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode
Solange es Nuklearwaffen gibt, ist der Erhalt einer glaubwürdigen nuklearen
Abschreckung für die NATO und für die Sicherheit Europas unerlässlich.
Deutschland wird hierzu im Rahmen der nuklearen Teilhabe auch weiterhin
seinen Beitrag leisten und die hierfür notwendigen Trägerflugzeuge ohne
Unterbrechung bereitstellen. Ziel der nuklearen Abschreckung der NATO ist es, den
Frieden zu erhalten, Aggression vorzubeugen und nukleare Erpressung zu
verhindern.
Die Beantwortung der Fragen kann in offener Form nicht erfolgen. Die
Einstufung als Verschlusssache mit dem Geheimhaltungsgrad „VS-Nur für den
Dienstgebrauch“ ist im vorliegenden Fall im Hinblick auf das Staatswohl
erforderlich. Nach § 2 Absatz 2 Nummer 4 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift
zum materiellen Geheimschutz (Verschlusssachenanweisung, VSA) vom
13. März 2023 sind Informationen, deren Kenntnisnahme durch Unbefugte für
die Interessen der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder
nachteilig sein können, entsprechend einzustufen. Eine Einstufung liegt insbesondere
im öffentlichen Interesse, sofern diese Informationen zum Schutz des Wohles
des Bundes liegen und die äußere Sicherheit oder auch die auswärtigen
Beziehungen betreffen. Die Bundesregierung ist dieser Auffassung, da die
Veröffentlichung der Antworten aus Sicht der Bundesregierung Rückschlüsse auf
operationelle Planungen, Entscheidungen, Kapazitäten und Fähigkeiten der
Bundeswehr sowie die konkrete Zusammenarbeit mit anderen Nationen zulassen
würde. Die Fragestellungen betreffen im vorliegenden Fall konkret die beabsichtige
Nutzung des Waffensystems F-35A innerhalb der Bundeswehr, die damit
verbundenen operationellen Fähigkeiten, Art und Weise, wie betriebliche Abläufe
beabsichtigt sind und mit welchen Ressourcen und Mitteln dies durchgeführt
werden soll. Gleichfalls betrifft dies konkrete Aussagen zum technischen
Bauzustand der Luftfahrzeuge, Art und Weise der Missionsplanung, Ausbildung
von Personal, logistische Versorgung sowie die konkrete Auslieferung der
einzelnen Luftfahrzeuge, als auch Planungen zu weiteren Beschaffungen in diesem
Zusammenhang, sowie infrastrukturelle Planungen und Maßnahmen. Diese
Informationen betreffen wenigstens die äußere Sicherheit. Gleichzeitig betreffen
die Antworten zum Teil Art und Weise, wie und in welchem Maße die
Bundesregierung und andere Länder zusammenarbeiten. Darüber hinaus ist gemäß
Verschlusssachenanweisung die Zusammenstellung von Informationen auch in
ihrer Gesamtheit als Verschlusssache einzustufen, auch wenn einzelne Teile
nicht eingestuft sind.*
1. Über welche Kampffähigkeiten verfügt die F-35 nach Kenntnis der
Bundesregierung (vgl. t-online.de: „Bundeswehr prüft Kauf von US-
Tarnkappenjets”, www.t-online.de/nachrichten/deutschland/militaer-verteidig
ung/id_81197456/infos-ueber-f35-angefordert-bundeswehr-prueft-kauf-v
on-us-tarnkappenjets.html)?
2. Welche Peripheriegeräte und Peripheriesysteme werden zusammen mit
den Kampfflugzeugen F-35 beschafft (vgl. Antwort auf die Mündliche
Frage 29, Plenarprotokoll 20/72)?
3. Welche Bewaffnung wird für die Kampfflugzeuge F-35 beschafft (vgl.
dsca.mil vom 28. Juli 2022: „Germany – F-35 Aircraft and Munitions“,
www.dsca.mil/press-media/major-arms-sales/germany-f-35-aircraft-
andmunitions)?
* Die Vorbemerkung der Bundesregierung wurde mit Schreiben vom 31. Januar 2025 ergänzt.
Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode – 3 – Drucksache 20/13205 (neu)
4. Prüft oder plant die Bundesregierung gegenwärtig die Beschaffung
weiterer Munition oder Waffensysteme für die F-35, die nicht bereits von der
Genehmigung im Rahmen des Foreign Military Sales Programms
umfasst sind (vgl. dsca.mil vom 28. Juli 2022: „Germany – F-35 Aircraft
and Munitions“, www.dsca.mil/press-media/major-arms-sales/
germanyf-35-aircraft-and-munitions), und wenn ja, welche?
5. Welchem Standard (Block) entsprechen die bestellten F-35A-
Kampfflugzeuge nach Kenntnis der Bundesregierung bei Auslieferung, und werden
die F-35-Kampfflugzeuge dann voraussichtlich bereits über das
Technical-Refresh-3-Update verfügen?
6. Sind die Verbesserung „Technical Refresh-3“ und der Standard „Block
4“ nach Kenntnis der Bundesregierung Voraussetzungen für die
Fähigkeit der F-35A-Kampfflugzeuge, Atomwaffen einzusetzen
(Congressional Research Service vom 2. Mai 2022: „F-35 Joint Strike Fighter (JSF)
Program“, sgp.fas.org/crs/weapons/RL30563.pdf)?
7. Hat die Bundesregierung Zugang zum vollständigen Quellcode der
Software erhalten (vgl. reuters.com vom 25. November 2009: „U.S. to
withhold F-35 fighter software code“, www.reuters.com/article/us-lockheed-f
ighter-exclusive-idUSTRE5AO01F20091125/)?
a) Wenn nein, hat die Bundesregierung Zugang zu Teilen des
Quellcodes erhalten?
b) Wenn nein, konnte die Bundeswehr die Sicherheit der Software
überprüfen (vgl. n-tv.de vom 21. März 2022: „Bericht: F35-
Tarnkappenjets weisen Hunderte Fehler auf“, www.n-tv.de/wirtschaft/B
ericht-F35-Tarnkappenjets-weisen-Hunderte-Fehler-auf-article2321
2493.html), und wenn ja, wie?
8. Werden die bestellten F-35A-Kampfflugzeuge nach Kenntnis der
Bundesregierung an das cloudbasierte Operational Data Integrated Network
(ODIN), das Autonomic Logistics Information System (ALIS) oder
ähnliche Systeme angebunden?
a) Wenn ja, werden dabei Daten außerhalb der Bundesrepublik
Deutschland gespeichert oder an Stellen außerhalb der
Bundesrepublik Deutschland übermittelt?
b) Wenn ja, erhalten dadurch staatliche oder nichtstaatliche Akteure
außerhalb der Bundesrepublik Deutschland Zugriff auf Daten?
c) Wenn ja, sind nach Kenntnis der Bundesregierung inzwischen
sowohl die Missionsplanung als auch der Einsatz ohne Verbindung zu
den genannten Systemen oder zu Lockheed Martin möglich (vgl.
defenseone.com vom 8. Januar 2015: „The F-35 Has To Phone
Texas Before Taking Off“, www.defenseone.com/technology/2015/01/
f-35-has-phone-texas-taking/102525/)?
9. Welche „Einsatz-Informationen“ werden nach Kenntnis der
Bundesregierung an die USA weitergeleitet (merkur.de vom 14. Dezember 2022:
„Steuergelder versenkt? Sonderbarer Kampfjet-Deal wirft schlechtes
Licht auf Lambrecht-Ministerium“, www.merkur.de/politik/kritik-f35-ka
mpfjets-bundeswehr-verteidigungsministerium-kauf-usa-deal-schweiz-ch
ristine-lambrecht-91970775.html)?
Drucksache 20/13205 (neu) – 4 – Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode
10. Wird die Bundesregierung, wie auch das Vereinigte Königreich, über die
Fähigkeit zum eigenständigen Betrieb und Einsatz („sovereign operation
capability“) der F-35A-Kampfflugzeuge verfügen (ft.com vom 26. Mai
2006: „Bush gives way over stealth fighter“, http://news.ft.com/cms/s/7d
e7925a-ecf3-11da-a307-0000779e2340.html), und hat die Bundeswehr
dementsprechend die eigenständigen Fähigkeiten, die F-35A-
Kampfflugzeuge unabhängig und eigenständig zu betreiben, zu warten und
einzusetzen?
11. Ist die Bundeswehr in den Bereichen Wartung und Reparatur für die
F-35A-Kampfflugzeuge vollständig auf den Hersteller oder andere
private Auftragnehmer angewiesen (janes.com vom 15. November 2019.
„Contractor-reliant F-35 model a legacy of Total System Performance
Responsibility”, www.janes.com/osint-insights/defence-news/
contractorreliant-f-35-model-a-legacy-of-total-system-performance-responsibility)?
12. Unterliegen die bestellten F-35A-Kampfflugzeuge „sovereign
operational restrictions“ oder ähnlichen Einschränkungen, wie das beispielsweise
laut Presseberichten für Israel der Fall ist und für die Vereinigten
Arabischen Emirate geplant war (vgl. forbes.com vom 9. Januar 2023: „Why
The U.S. Imposes ‘Onerous’ Preconditions And Restrictions On Middle
East F-35s“, www.forbes.com/sites/pauliddon/2023/01/09/why-the-us-im
poses-onerous-preconditions-and-restrictions-on-middle-east-f-35s/), und
wenn ja, welchen Einschränkungen unterliegen die bestellten F-35A-
Kampfflugzeuge?
13. Wie erfolgen die Wartung, Reparaturen und die Versorgung mit
Ersatzteilen der bestellten F-35A-Kampfflugzeuge, und welche Anforderungen
stellt die Bundesregierung an die „souveräne Wartung und
Instandhaltung der F-35“ (esut.de vom 21. September 2023: „Deutsches
Industriekonsortium für die Wartung der F-35“, esut.de/2023/09/meldungen/4459
8/deutsches-industriekonsortium-fuer-die-wartung-der-f-35/)?
14. Inwiefern können Wartung und Reparaturen der F-35A-Kampfflugzeuge
nach Kenntnis der Bundesregierung eigenständig durch die Bundeswehr
erfolgen?
15. Nimmt die Bundesregierung an der Global Support Solution und dem
„global spares pool“ teil (vgl. Antwort der Bundesregierung auf die
Schriftliche Frage 74 auf Bundestagsdrucksache 20/11250)?
a) Wenn ja, welche Leistungen umfasst die Global Support Solution?
b) Wenn ja, welche Kosten entstehen durch die Teilnahme?
c) Wenn ja, welche Verpflichtungen entstehen durch die Teilnahme
(auch gegenüber anderen Staaten, die über F-35-Kampfflugzeuge
verfügen)?
16. Werden im Zusammenhang mit der Beschaffung und anschließend dem
Betrieb der F-35A-Kampfflugzeuge Verträge mit dem US-Militär, dem
Hersteller oder anderen privaten Unternehmen für Wartungs- und
Reparaturmaßnahmen abgeschlossen?
a) Wenn ja, mit wem?
b) Wenn ja, wie hoch sind die damit verbundenen Kosten?
17. Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die voraussichtlichen
Wertschöpfungsanteile für Wartungs-, Instandsetzungs- und
Inspektionsarbeiten deutscher, europäischer und US-amerikanischer Unternehmen
für die bestellten F-35A-Kampfflugzeuge?
Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode – 5 – Drucksache 20/13205 (neu)
18. Ist die Bundesregierung weiterhin davon überzeugt, dass die
Abhängigkeit von den USA durch die Beschaffung der F-35A-Kampfflugzeuge
kein Risiko darstellt (vgl. Antwort zu Frage 12 auf
Bundestagsdrucksache 20/4525)?
19. Welche Mängel und Fehler der F-35A-Kampfflugzeuge und an den
Peripheriegeräten und Peripheriesystemen sind der Bundesregierung bekannt
(vgl. n-tv.de vom 21. März 2022: „Bericht: F35-Tarnkappenjets weisen
Hunderte Fehler auf“, www.n-tv.de/wirtschaft/Bericht-F35-Tarnkappenj
ets-weisen-Hunderte-Fehler-auf-article23212493.html)?
a) Welchen Einfluss haben diese Mängel auf die Einsatzbereitschaft?
b) Wie viele Mängel werden als Kategorie-1-Mängel (kritische
Mängel) eingestuft?
20. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über den Absturz eines
F-35-Kampfflugzeugs im Mai 2024 und dessen Ursachen (vgl. welt.de
vom 3. Juni 2024: „Der nächste Absturz einer F-35 – und das Rätsel um
die Ursache“, www.welt.de/wirtschaft/article251748014/F-35-US-Tarnk
appenjet-stuerzt-erneut-unter-mysterioesen-Umstaenden-ab.html)?
21. Welche weiteren technischen Risiken bestehen nach Kenntnis der
Bundesregierung mit Blick auf die F-35 (vgl. Government Accountability
Office, Mai 2024: „F-35 Joint Strike Fighter“, www.gao.gov/assets/gao-
24-106909.pdf)?
22. Erfüllen die F-35A-Kampfflugzeuge nach Kenntnis der Bundesregierung
inzwischen bzw. voraussichtlich zum Zeitpunkt der Auslieferung alle
Anforderungen an die Flugsicherungsausrüstung für Einsätze nach
Instrumentenflugregeln (spiegel.de vom 1. Dezember 2022: „F35-
Kampfjets sollen Bundesregierung knapp zehn Mrd. Euro kosten“, www.spiege
l.de/wirtschaft/f35-kampfjets-sollen-bundesregierung-knapp-zehn-milliar
den-euro-kosten-a-f2db3cf3-3bfa-4b7b-a9af-25579ee80ab3), und wenn
nein, mit welchen Einschränkungen im Flugbetrieb muss nach Kenntnis
der Bundesregierung deshalb gerechnet werden?
23. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell die
Einsatzverfügbarkeit der F-35A-Kampfflugzeuge (vgl. Antwort der
Bundesregierung auf die Mündliche Frage 35, Plenarprotokoll 20/46), und wie hoch
wird die Einsatzverfügbarkeit der 35 bestellten F-35A-Kampfflugzeuge
in der Bundeswehr voraussichtlich sein?
24. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell der Anteil der
F-35A-Kampfflugzeuge, die alle für sie designierten Missionen
absolvieren können (Full Mission Capable (FMC)) (vgl. flugrevue.com vom
12. Februar 2024: „Nur ein Drittel aller US-F-35 ist voll einsatzbereit“,
www.flugrevue.de/militaer/pentagon-bericht-nimmt-lightning-ii-in-visie
r-nur-ein-drittel-aller-us-f-35-ist-voll-einsatzbereit/), und wie hoch wird
der Anteil an den 35 bestellten F-35A-Kampfflugzeuge in der
Bundeswehr voraussichtlich sein, der Full Mission Capable ist?
25. Wie gestaltet sich nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle
Zeitplan für die 35 bestellten Kampfflugzeuge F-35?
26. Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der erste der 35 bereits
bestellten F-35 voraussichtlich an die Bundeswehr ausgeliefert?
a) Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der erste der 35
bereits bestellten F-35 voraussichtlich in Dienst gestellt?
Drucksache 20/13205 (neu) – 6 – Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode
b) Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der erste der 35
bereits bestellten F-35 voraussichtlich die volle Einsatzbereitschaft
erreichen?
27. Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der letzte der 35 bereits
bestellten F-35 voraussichtlich an die Bundeswehr ausgeliefert?
a) Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der letzte der 35
bereits bestellten F-35 voraussichtlich in Dienst gestellt?
b) Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung der letzte der 35
bereits bestellten F-35 voraussichtlich die volle Einsatzbereitschaft
erreichen?
28. Wann beginnt die Bundeswehr mit der Ausbildung für Pilotinnen und
Piloten für die F-35?
a) Wo wird die Ausbildung der Pilotinnen und Piloten voraussichtlich
stattfinden?
b) Plant die Bundesregierung, eigene Ausbildungskapazitäten in
Deutschland aufzubauen?
29. Prüft oder plant die Bundesregierung gegenwärtig die Beschaffung
weiterer F-35 Kampfflugzeuge (Merkur.de vom 10. Juni 2024: „Bollwerk
gegen Putin: Bundeswehr liebäugelt mit F-35-Kampfjets –
Milliardendeal geplant“, www.merkur.de/politik/russland-krieg-ukraine-35-kampfj
ets-bundeswehr-verteidigung-deutschland-nato-usa-zr-93118327.html),
und wenn ja, wie viele weitere F-35-Kampfflugzeuge sollen ggf.
beschafft werden?
30. Welche Kosten entstehen nach Kenntnis der Bundesregierung durch die
Beschaffung dieser weiteren F35-Kamppflugzeuge (reuters.com vom
7. Juni 2024: „Exclusive: Germany looking into buying eight additional
F-35 jets”, www.reuters.com/business/aerospace-defense/germany-looki
ng-into-buying-eight-additional-lockheed-f-35-jets-source-says-2024-0
6-07/)?
31. Prüft die Bundesregierung zusätzlich zur Beschaffung von weiteren F-35
Kampfflugzeugen auch die Beschaffung weiterer Bewaffnung sowie
Peripheriegeräte und Peripheriesysteme, und wenn ja, welche, in welcher
Stückzahl, und zu welchen Kosten?
32. Welche Kosten entstehen nach Kenntnis der Bundesregierung
voraussichtlich für Weiterentwicklungen und Upgrades der F-35A-
Kampfflugzeuge über die gesamte Lebensdauer, wie beispielsweise in der Schweiz
für neue Triebwerke, die laut Medienberichten übernommen werden
müssen (srf.ch vom 7. Juli 2024: „Schweiz muss Mehrkosten für
Triebwerke der F-35-Kampfjets tragen“, www.srf.ch/news/schweiz/neue-kam
pfjets-schweiz-muss-mehrkosten-fuer-triebwerke-der-f-35-kampfjets-tr
agen)?
33. Welche weiteren Nutzungskosten ergeben sich ab 2027 nach Kenntnis
der Bundesregierung für den Betrieb des Waffensystems F-35A (ggf.
bitte Schätzungen angeben; vgl. Antwort zu Frage 42 auf
Bundestagsdrucksache 20/4525)?
34. Auf wie viele Stunden Flugdauer sind die bestellten F-35A-
Kampfflugzeuge nach Kenntnis der Bundesregierung ausgelegt, und wie vielen
Betriebsjahren entspricht die Anzahl der Flugstunden?
a) Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten für
eine Flugstunde („total operating and supporting costs per flight
hour“)?
Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode – 7 – Drucksache 20/13205 (neu)
b) Wie werden sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten für
eine Flugstunde über die gesamte Nutzungsdauer entwickeln (ggf.
bitte Schätzung angeben)?
c) Wie viele Stunden für Wartung und Instandsetzung fallen nach
Kenntnis der Bundesregierung pro Flugstunde des F-35A an?
35. Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell die Kosten für
die 35 bestellten F-35A-Kampfflugzeuge, und welcher Stückpreis ergibt
sich daraus?
a) Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die sogenannten
Flyaway-Kosten für die bestellten F-35A-Kampfflugzeuge?
b) Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die
Beschaffungskosten (procurement costs) für die bestellten F-35A-
Kampfflugzeuge?
36. Wie hoch werden nach Kenntnis der Bundesregierung voraussichtlich die
jährlichen Betriebskosten für die 35 bestellten F-35A-Kampfflugzeuge
sein, und wie werden sich die jährlichen Betriebskosten über die gesamte
Nutzungsdauer entwickeln (ggf. bitte Schätzung angeben)?
37. Welchen Einfluss haben Inflation und Veränderung des Wechselkurses
nach Kenntnis der Bundesregierung auf den Endpreis der 35 bestellten
F-35A-Kampfflugzeuge?
38. Welchen Einfluss haben Kostensteigerungen für das F-35-Programm
nach Kenntnis der Bundesregierung auf den Endpreis der 35 bestellten
F-35A-Kampfflugzeuge (vgl. Antwort zu Frage 45 b) auf
Bundestagsdrucksache 20/4525)?
39. Was sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Ursachen für die
enormen Preisunterschiede zwischen der Schweiz mit 167 Mio. Euro pro
Flugzeug und Deutschland mit 286 Mio. Euro pro Kampfflugzeug (mer-
kur.de vom 14. Dezember 2022: „Steuergelder versenkt? Sonderbarer
Kampfjet-Deal wirft schlechtes Licht auf Lambrecht-Ministerium“,
www.merkur.de/politik/kritik-f35-kampfjets-bundeswehr-verteidigungs
ministerium-kauf-usa-deal-schweiz-christine-lambrecht-9197077
5.html)?
40. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der
Wertschöpfungsanteil deutscher, europäischer und US-amerikanischer Unternehmen an den
Kosten für die 35 bestellten F-35A-Kampfflugzeuge?
41. Aus welchen Anlagen und welcher Infrastruktur besteht der F-35-
Campus am Fliegerhorst Büchel?
42. Wie ist der aktuelle Baufortschritt des F-35-Campus am Fliegerhorst
Büchel?
43. Wann werden die Bauarbeiten am Fliegerhorst Büchel abgeschlossen
sein, und rechnet die Bundesregierung mit Verzögerungen gegenüber
dem ursprünglichen Zeitpunkt der Fertigstellung?
Drucksache 20/13205 (neu) – 8 – Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode
44. Welche Kosten fallen nach Kenntnis der Bundesregierung für die
Umbaumaßnahmen und die Errichtung des F-35-Campus am Fliegerhorst
Büchel an, und wie hoch fällt der Mehrbedarf nach Kenntnis der
Bundesregierung gegenüber den ursprünglich eingeplanten Kosten
voraussichtlich aus (vgl. swr.de vom 27. Februar 2024: „„Verteidigungsminister
Pistorius bestätigt: Fliegerhorst Büchel wird deutlich teurer“, www.sw
r.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/fliegerhorst-buechel-bundesweh
r--ausbau-verteidigungsminister-bestaetigt-kosten-steigerung-100.html
und bundeswehr-journal.de vom 26. Juli 2023: „Insgesamt rund 1,1 Mrd.
Euro für Fliegerhorst Büchel“, www.bundeswehr-journal.de/2023/insges
amt-rund-11-milliarden-euro-fuer-fliegerhorst-buechel/)?
45. Wie hoch ist der Wertschöpfungsanteil deutscher, europäischer und US-
amerikanischer Unternehmen an den Kosten für die Umbaumaßnahmen
und die Errichtung des F-35-Campus am Fliegerhorst Büchel?
46. Wie unterscheiden sich die Anforderungen für den F-35-Campus am
Fliegerhorst Büchel von den Anforderungen an vergleichbare Anlagen in
Dänemark, Belgien und den Niederlanden (vgl. wiwo.de vom 18. April
2024: „‘Wir müssen das in der Hälfte der Zeit realisieren, die anderen
Nationen zur Verfügung stand‘“, www.wiwo.de/my/politik/deutschland/
f-35-bomber-in-deutschland-wir-muessen-das-in-der-haelfte-der-zeit-real
isieren-die-anderen-nationen-zur-verfuegung-stand-/29754104.html),
und was ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Grund für die
unterschiedlichen Anforderungen?
47. Inwieweit sind, wie beispielsweise in der Schweiz, US-Behörden an den
Genehmigungsverfahren und Baumaßnahmen sowie Planung und
Zertifizierung für die F-35 am Fliegerhorst Büchel beteiligt (vgl. wiwo.de vom
21. November 2022: „Zu fett für den Hangar“, www.wiwo.de/my/politi
k/deutschland/bomber-ohne-basis-zu-voll-fuer-den-poseidon/28814904-
2.html)?
48. Wird der Fliegerhorst Büchel auch nach Indienststellung der F-35A-
Kampfflugzeuge und Außerdienststellung der Tornado-Kampfflugzeuge
über eine Wartungs- und Reparaturabteilung verfügen?
49. Werden am Fliegerhorst Büchel nach Indienststellung der F-35A-
Kampfflugzeuge und Außerdienststellung der Tornado-Kampfflugzeuge auch
weiterhin zivile Flugzeugmechanikerinnen und Flugzeugmechaniker
ausgebildet (vgl. bundeswehr.de vom 31. März 2021: „Fliegerhorst Büchel:
Azubis absolvieren in Corona-Zeiten ihre Abschlussprüfung“, www.bun
deswehr.de/de/organisation/luftwaffe/aktuelles/azubis-absolvieren-in-cor
ona-zeiten-ihre-abschlusspruefung-5048922)?
a) Wenn ja, wie viele Ausbildungsplätze werden jährlich am
Fliegerhorst Büchel zur Verfügung stehen?
b) Wenn ja, werden die Auszubildenden zukünftig an F-35A-
Kampfflugzeugen ausgebildet?
50. Wie viele Arbeitsplätze entstehen am Fliegerhorst Büchel durch die
Stationierung der F-35A-Kampfflugzeuge (bitte erläutern), und wie viele
dieser Arbeitsplätze entstehen temporär im Zusammenhang mit den
Umbaumaßnahmen?
51. Wie viele Arbeitsplätze gehen am Fliegerhorst Büchel durch die
Außerdienststellung der Tornado-Kampfflugzeuge verloren (bitte erläutern)?
Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode – 9 – Drucksache 20/13205 (neu)
52. Wird der Fliegerhorst Nörvenich künftig auch nach Indienststellung der
F-35A-Kampfflugzeuge als Ausweichflugplatz für den Fliegerhorst
Büchel und dementsprechend für F-35A-Kampfflugzeuge dort genutzt,
wenn ja, welche konkreten Baumaßnahmen bzw. Umbaumaßnahmen
sind in Nörvenich für seine Nutzung durch F-35A-Kampfflugzeuge
erforderlich (bitte eingeplante Zeiträume und Kosten nennen), und wenn
nein,
a) sind für den Fliegerhorst Büchel andere Ausweichorte vorgesehen,
und wenn ja, welche?
b) Über welche Pläne zu Nörvenich verfügt die Bundesregierung?
Werden aktuell Bauarbeiten am Fliegerhorst Nörvenich durchgeführt,
und wenn ja, welche konkreten Bauarbeiten werden aktuell durchgeführt
(bitte Ziele, eingeplante Zeiträume und Kosten nennen)?
Die Fragen 1 bis 52b werden gemeinsam beantwortet.
Das Bundesministerium der Verteidigung hat die Antwort als „VS-Nur für den
Dienstgebrauch“ eingestuft. Die Antwort ist im Parlamentssekretariat des
Deutschen Bundestages hinterlegt und kann dort von Berechtigten eingesehen
werden.
Drucksache 20/13205 (neu) – 10 – Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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