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Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet

Abwanderung von Medizinern aus Deutschland

(insgesamt 8 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

15.11.2024

Aktualisiert

25.11.2024

Deutscher BundestagDrucksache 20/1351925.10.2024

Abwanderung von Medizinern aus Deutschland

des Abgeordneten Stephan Brandner und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Die Abwanderung von Ärzten aus Deutschland ist ein Problem, das das Gesundheitssystem des Landes erheblich belastet (www.landkreistag.de/themen/medizinische-versorgung/683-beitrag-rheingau-taunus-kreis#:~:text=Der%20%C3%84rztemangel%20wird%20in%20den,Praxisschlie%C3%9Fungen%20aufgrund%20wirtschaftlicher%20Schwierigkeiten%20belastet). Jährlich verlassen mehrere Tausend Mediziner Deutschland, um im Ausland zu arbeiten (www.aerztezeitung.de/Politik/Die-Abwanderung-von-Aerzten-kostet-den-deutschen-Staat-Milliarden-372043.html). Die Gründe dafür sind vielfältig und oft auf die schlechten Arbeitsbedingungen im deutschen Gesundheitswesen zurückzuführen. Ärzte berichten von extremen Arbeitsbelastungen, übermäßiger Bürokratie, unzureichender personeller Ausstattung und einem enormen Kostendruck.

Hinzu kommt, dass die Gehälter in vielen anderen Ländern deutlich höher sind, was besonders für junge Mediziner und Fachärzte ein großer Anreiz ist, ins Ausland zu gehen (www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schlechte-arbeitsbedingungen-deutsche-aerzte-wandern-aus-1282248.html).

Besonders beliebte Zielländer sind die Schweiz, Österreich und skandinavische Staaten wie Norwegen oder Schweden (www.aerzteblatt.de/archiv/59565/Aerztewanderung-Das-Ausland-lockt#:~:text=Das%20mit%20Abstand%20beliebteste%20Auswanderungsland,L%C3%A4nder%20wanderten%20953%20%C3%84rzte%20). In diesen Ländern finden Ärzte nicht nur bessere finanzielle Bedingungen vor, sondern auch Arbeitsverhältnisse, die stärker auf die sogenannte Work-Life-Balance ausgerichtet sind (www.perspektiveausland.com/auswandern/aerzte-erobern-welt-ratgeber-erfolgreiche-auswanderung-mediziner#:~:text=Beliebte%20Ziell%C3%A4nder%20f%C3%BCr%20auswandernde%20%C3%84rzte,Qualifikationen%20und%20rechtliche%20Aspekte%20). So locken diese Länder mit geregelten Arbeitszeiten, einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie (www.zeit.de/karriere/beruf/2010-05/mediziner-abwanderung) sowie deutlich weniger bürokratischem Aufwand. Auch die Anerkennung der beruflichen Qualifikation und die berufliche Weiterentwicklung werden in vielen dieser Länder als attraktiver wahrgenommen (www.aerztekammer-bw.de/abwanderung-ins-ausland-als-interviewthema-a4e15ac2f2d36a1a).

Die Folgen dieser Abwanderung sind in Deutschland dramatisch: Der ohnehin bestehende Ärztemangel, besonders in ländlichen Regionen, wird durch die Abwanderung weiter verschärft. Dies führt zu längeren Wartezeiten für Patienten und einer Überlastung des verbleibenden medizinischen Personals, das die Versorgungslücken füllen muss. Um diese Probleme abzufedern, setzt Deutschland verstärkt auf die Rekrutierung ausländischer Ärzte. Dies bringt jedoch neue Herausforderungen mit sich, wie beispielsweise Sprachbarrieren (www.aerzteblatt.de/archiv/148393/Auslaendische-Aerzte-Sprachbarriere-erschwert-Verstaendigung).

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, muss Deutschland nach Auffassung der Fragesteller dringend handeln.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen8

1

Wie viele a) Mediziner und b) Ärzte haben nach Kenntnis der Bundesregierung Deutschland seit dem Jahr 2017 verlassen bzw. sind ausgewandert, um ihren Lebensmittelpunkt und eine berufliche Tätigkeit außerhalb Deutschlands zu finden (bitte die Zahlen nach Jahren aufschlüsseln)?

2

Bei wie vielen der in Frage 1 erfragten Personen handelt es sich nach Kenntnis der Bundesregierung jeweils um Deutsche, und bei wie vielen um nichtdeutsche Personen?

3

Welche waren nach Kenntnis der Bundesregierung die zehn wichtigsten Länder, in die a) deutsche und b) nichtdeutsche Ärzte in Deutschland auswandern bzw. zurückkehren (bitte nach Jahren auflisten)?

4

Welche waren nach Kenntnis der Bundesregierung die zehn wichtigsten Länder, aus denen Ärzte seit dem Jahr 2017 nach Deutschland zuwanderten (bitte nach Jahren auflisten)?

5

Wie viele Personen haben nach Kenntnis der Bundesregierung jährlich seit dem Jahr 2017 ein Medizinstudium in Deutschland a) begonnen und b) abgeschlossen (bitte nach Jahren und deutscher bzw. nichtdeutscher Herkunft auflisten)?

6

Wie viele Mediziner sind nach Kenntnis der Bundesregierung im sogenannten NPC-Bereich (NPC = No Patient Contact) tätig (bitte nach Jahren seit 2017 auflisten)?

7

Welches Wanderungssaldo für Ärzte hat Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung seit dem Jahr 2017 (bitte nach Jahren auflisten)?

8

Werden durch die Bundesregierung Maßnahmen erwägt, um deutsche Ärzte, die ausgewandert und dauerhaft im Ausland tätig sind, zur Rückkehr nach Deutschland zu bewegen oder werden solche Maßnahmen schon ergriffen, wenn ja, welche, und wenn nein, warum nicht?

Berlin, den 18. Oktober 2024

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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