Psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen im zeitlichen Kontext der Corona-Pandemie
der Abgeordneten Martin Sichert, Kay-Uwe Ziegler, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, Alexis Leonard Giersch, Nicole Hess, Tobias Ebenberger, Claudia Weiss, Thomas Dietz, Dr. Christoph Birghan und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
In ihrer Antwort auf die Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache 20/8073 nannte die Bundesregierung Daten zur Anzahl vollstationärer Behandlungen von Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 18 Jahren mit den Hauptdiagnosen Depressive Episode und Rezidivierende depressive Störung für die Jahre 2018 bis 2021, allerdings keine detaillierten Informationen zu Quartalszahlen.
Außerdem wird darauf hingewiesen, dass Mehrfachzählungen einer Person möglich sind, wenn diese im Berichtsjahr aufgrund derselben Hauptdiagnose mehrfach stationär behandelt wurde. Zusätzlich zur Depressionserkrankung wurde mit der Antwort auch ein signifikanter Anstieg von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen während der Pandemie berichtet. Die Zahl der diagnostizierten Essstörungen stieg von 4 477 Fällen im Jahr 2018 auf 6 948 im Jahr 2021, wobei Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren am stärksten betroffen waren.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Wie haben sich die Diagnosedaten der Krankenhäuser bezüglich depressiver Erkrankungen (ICD-10 F32 und F33) zwischenzeitlich bis einschließlich 2024 für die Altersgruppen fünf bis unter zehn, zehn bis unter 15, 15 bis unter 18 und fünf bis unter 18 Jahren gesamt entwickelt (bitte quartalsweise ab 2018 angeben)?
Wie haben sich die Diagnosedaten der Krankenhäuser bezüglich Essstörungen (ICD-10 F50) zwischenzeitlich bis einschließlich 2024 für die Altersgruppen fünf bis unter zehn, zehn bis unter 15, 15 bis unter 18 und fünf bis unter 18 Jahren gesamt entwickelt (bitte quartalsweise ab 2018 angeben)?
Hat die Bundesregierung zwischenzeitlich Schritte unternommen, um die Genauigkeit und Aussagekraft der Daten bezüglich möglicher Mehrfachzählung zu erhöhen (wenn ja, bitte auch die überarbeiteten Zahlen der Antworten zu den Fragen 1 und 2 rückwirkend ab 2018 angeben)?
Wie haben sich die in der Antwort zu Frage 3 in der Antwort der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 20/8073 dargelegten Daten zur Anzahl von Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 18 Jahren, bei denen in Deutschland im Zeitraum von 2018 bis einschließlich erstes Quartal 2023 andere psychiatrische Erkrankungen diagnostiziert worden sind, zwischenzeitlich bis einschließlich 2024 weiterentwickelt?
Liegen der Bundesregierung Daten oder Studien vor, die einen direkten Zusammenhang zwischen spezifischen Corona-Maßnahmen und der Zunahme psychischer Erkrankungen bei Minderjährigen belegen oder ausschließen?