Die Drohnenkapazitäten der Bundeswehr – Ausstattung, Einsatzfähigkeit und Zukunftsperspektiven
der Abgeordneten Jan Ralf Nolte, Rüdiger Lucassen, Hannes Gnauck, Kurt Kleinschmidt, Jörg Zirwes, Andreas Paul, Heinrich Koch, Dr. Daniel Zerbin, Thomas Ladzinski, Martin Hess, Gerold Otten, Christian Zaum, Mirco Hanker, Sven Wendorf und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Drohnen sind ein zentraler Bestandteil moderner Kriegsführung und haben in den letzten Jahren eine stetig wachsende Bedeutung erlangt. Ihre Einsatzmöglichkeiten reichen von Aufklärung und Überwachung bis hin zur gezielten Bekämpfung feindlicher Kräfte. Die Entwicklungen im Ukraine-Krieg haben gezeigt, dass unbemannte Systeme eine entscheidende Rolle in der Kriegsführung spielen und konventionelle Gefechtsstrategien erheblich beeinflussen können (vgl. www.reservistenverband.de/magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/).
Vor diesem Hintergrund stellt sich den Fragestellern die Frage, wie die Bundeswehr in diesem Bereich aufgestellt ist. Eine leistungsfähige Drohnenflotte ist nicht nur für die Landes- und Bündnisverteidigung von großer Bedeutung, sondern auch für internationale Einsätze. Auch vor dem Hintergrund geplanter Beschaffungen im Bereich Loitering Munition („Kamikazedrohnen“) ergeben sich Fragen (vgl. www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundeswehr-angriffsdrohnen-100.html).
Dennoch gibt es Berichte über Defizite in der Drohnenstrategie der Bundeswehr, etwa hinsichtlich der Anzahl einsatzbereiter Systeme, der elektronischen und ballistischen Abwehrfähigkeiten und der Integration neuer Technologien (vgl. www.reservistenverband.de/magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/).
Während einige NATO-Partner massiv in Drohnentechnologie investieren, scheint Deutschland in diesem Bereich hinterherzuhinken. Verzögerte Beschaffungsprozesse, fehlende einheitliche Konzepte und bürokratische Hürden werden als Ursachen genannt. Zudem gibt es Kritik an den ineffizienten Strukturen des Bundeswehr-Beschaffungssystems, das durch langwierige Verfahren, überholte Regularien und mangelnde Innovationsförderung gekennzeichnet ist. Experten bemängeln, dass Deutschland sein Potenzial zur Entwicklung und Nutzung moderner Drohnentechnologie nicht ausreichend ausschöpfe (vgl. www.tagesschau.de/wirtschaft/ruestung-bundeswehr-102.html).
Es ist daher in den Augen der Fragesteller notwendig, den aktuellen Stand der Drohnenausstattung und Drohnenplanung der Bundeswehr kritisch zu hinterfragen, strukturelle Hindernisse zu analysieren und mögliche Handlungsfelder für eine Verbesserung zu identifizieren.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen52
Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Ausstattung der Bundeswehr mit Drohnen hinsichtlich Anzahl, Typen und Einsatzbereitschaft?
Wie viele der vorhandenen Drohnen sind derzeit tatsächlich einsatzfähig?
Welche Drohnensysteme sind konkret in den verschiedenen Teilstreitkräften im Einsatz?
Welche Rolle spielt Drohnenabwehr in der strategischen Planung der Bundeswehr, und welche Maßnahmen wurden seit 2022 ergriffen, um die Drohnenabwehr in allen Teilstreitkräften zu verbessern?
Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um die elektronische Kriegsführungskompetenz der Bundeswehr zu verbessern?
Wurde Drohnenrüstung in den Sondervermögen der Bundeswehr berücksichtigt, und wenn nein, warum nicht?
Welche Beschaffungsvorhaben für Drohnen sind derzeit geplant, und wann ist mit der Indienststellung neuer Systeme zu rechnen?
Wie viele der geplanten Eurodrohnen sollen der Bundeswehr zur Verfügung stehen, und wann erfolgt die erste Auslieferung?
Warum wird die Eurodrohne erst 2030 einsatzbereit sein (www.reservistenverband.de/magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/)?
Wie hoch ist die derzeitige Ausfallrate der Bundeswehr-Drohnen aufgrund technischer Mängel?
Welche Lehren zieht die Bundesregierung aus dem Einsatz von Drohnen im Ukraine-Krieg für die Bundeswehr, gibt es Pläne zur Erprobung und Beschaffung von FPV-Drohnen (FPV =First Person View) für die Bundeswehr, und wenn nein, warum nicht?
Welche Rolle spielen Loitring Munition (vgl. www.reservistenverband.de/magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/) in den aktuellen Planungen der Bundeswehr, und wenn sie keine Rolle spielen, warum nicht?
Wie ist der Stand der Taskforce „Drohne“, und welche Ergebnisse wurden bislang erzielt (www.reservistenverband.de/magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/)?
Warum gibt es bis heute keine einheitliche „Bereichsrichtlinie“ für den Einsatz von Drohnen in der Bundeswehr?
Wie viele Bodenkontrollstationen für Drohnen sind derzeit im Bestand der Bundeswehr?
Welche Unternehmen beliefern die Bundeswehr aktuell mit Drohnentechnologie?
Werden Start-ups bei der Entwicklung militärischer Drohnentechnologie gefördert, und wenn ja, inwiefern?
Welche Produktionskapazitäten für Drohnen existieren derzeit in Deutschland?
Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um eine resiliente Drohnenproduktion in Deutschland aufzubauen?
Welche NATO- und EU-Projekte zur Drohnenentwicklung unterstützt die Bundesregierung?
Inwiefern profitiert die Bundeswehr von der NATO-Drohnenflotte RQ-4D „Phoenix“?
Warum konnte die Bundeswehr bislang keine eigene HALE-Drohne (HALE = High Altitude Long Endurance) beschaffen (vgl. www.reservistenverband.de/magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/#:~:text=Mit%20der%20Beschaffung%20einer%20HALE,Phoenix%E2%80%9C%20zumindest%20bei%20der%20Milit%C3%A4rallianz)?
Wie stellt sich die Bundesregierung die Zukunft der Drohneneinbindung in der Bundeswehr bis 2035 vor?
Welche Strategien verfolgt die Bundeswehr zur Abwehr feindlicher Drohnen?
Gibt es Überlegungen, eine eigenständige Drohneneinheit innerhalb der Bundeswehr zu schaffen?
Welche Ausbildungsmaßnahmen für Drohnenoperateure existieren derzeit, und wie viele Soldaten wurden in den letzten fünf Jahren ausgebildet?
Wie bewertet die Bundesregierung die Herausforderungen bei der Integration von Drohnen in die Gefechtsführung der Bundeswehr, ist geplant, Drohnentruppen als eigene Truppengattung zu etablieren, wie das in ukrainischen und russischen Streitkräften passiert, und wenn nein, warum nicht?
Welche Maßnahmen sind geplant, um strukturelle Ineffizienzen in der Drohnenbeschaffung zu beseitigen?
Behindern bürokratische Prozesse die schnelle Bereitstellung und Nutzung neuer Drohnentechnologien?
Welche konkreten Schritte unternimmt die Bundesregierung, um die Innovationsfähigkeit im Bereich militärischer Drohnentechnologie zu stärken?
Wie bewertet die Bundesregierung das Potenzial deutscher Unternehmen wie Quantum Systems für die Weiterentwicklung und Produktion moderner Drohnen?
Gibt es Pläne zur stärkeren Zusammenarbeit mit der deutschen Privatwirtschaft und mit Universitäten zur Förderung von Drohnentechnologie?
Welche Hürden bestehen derzeit für eine effizientere und flexiblere Beschaffungsstrategie der Bundeswehr im Bereich Drohnen?
Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um das Problem der „Silo-Strukturen“ innerhalb der Bundeswehr bei der Drohnenentwicklung zu lösen (vgl. www.tagesschau.de/wirtschaft/ruestung-bundeswehr-102.html)?
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in der Drohnenstrategie der Bundeswehr, und welche Schritte sind geplant, um deren Einsatz zu erweitern?
Welche Rolle spielen sogenannte Kleinstdrohnen (z. B. FPV-Drohnen) in den strategischen Planungen der Bundeswehr?
Plant die Bundesregierung, die Beschaffung von Kleinstdrohnen massiv auszuweiten, um auf moderne Formen der Drohnenkriegsführung zu reagieren?
Wie bewertet die Bundesregierung den taktischen Unterschied zwischen großen, bewaffneten Drohnen und massenhaft eingesetzten Kleinstdrohnen?
Welche operativen Erfahrungen hat die Bundeswehr bislang mit Schwärmen von Kleinstdrohnen gesammelt oder analysiert?
Welche internationalen Entwicklungen im Bereich massenhafter Einsatz von Kleinstdrohnen (z. B. aus der Ukraine oder aus Israel) fließen in die Konzeptentwicklung der Bundeswehr ein?
Welche Hersteller sollen konkret mit der Lieferung von Loitering Munition beauftragt werden (vgl. www.hartpunkt.de/bundeswehr-will-loitering-munition-von-helsing-und-stark-beschaffen/#:~:text=Unter%20Loitering%20Munition%20System%20versteht,oder%20kurz%20LMS%20bezeichnet%20werden)?
Welche spezifischen Systeme sollen von diesen Herstellern geliefert werden, und in welchen Stückzahlen?
Was ist nach derzeitiger Planung die maximale Zielgröße (Gesamtstückzahl) für Loitering Munition, sofern die Systeme den Erwartungen entsprechen?
Bis wann rechnet die Bundesregierung mit einer vollständigen Ausstattung der Bundeswehr mit Loitering Munition?
Bedeutet die Aussage, dass alle Soldaten künftig Drohnen bedienen sollen, dass diese Systeme ähnlich wie Maschinengewehre oder Handgranaten zur regulären Gruppenausstattung gehören sollen (vgl. augengeradeaus.net/2025/04/schnelle-beschaffung-von-loitering-munition-bundeswehr-steigt-in-den-drohnenkrieg-ein-neufassung/)?
Welche Ausbildungskonzepte sind für den Umgang mit Drohnen auf Truppen- und Gruppenebene vorgesehen?
In welchen Truppengattungen soll der Drohneneinsatz standardisiert in die Ausbildung aufgenommen werden?
Welche Lehrgänge sind aktuell für die Bedienung von Drohnen vorgesehen (Lehrgangsdauer, Lehrgangsinhalte, Lehrgangsstruktur)?
An welchen Standorten finden diese Lehrgänge statt oder sollen diese stattfinden?
Wie hoch ist aktuell die Kapazität an Ausbildungsplätzen für Drohnenbediener bzw. Drohnenpiloten?
Welche Plangrößen verfolgt die Bundeswehr für die jährliche Ausbildungskapazität in diesem Bereich bis 2030?
Wie ist geplant, Industrieprozesse so zu flexibilisieren, dass kurzfristige Produktionsanpassungen im Stil der Ukraine möglich sind?