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Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Entwicklung der Rentenbezugsdauer von Altersrenten

(insgesamt 14 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Datum

01.09.2025

Aktualisiert

12.09.2025

Deutscher BundestagDrucksache 21/125718.08.2025

Entwicklung der Rentenbezugsdauer von Altersrenten

der Abgeordneten Ulrike Schielke-Ziesing, René Springer, Gerrit Huy, Jan Feser, Achim Köhler, Lukas Rehm, Bernd Schuhmann, Thomas Stephan, Robert Teske und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Die Lebenserwartung in Deutschland ist über Jahrzehnte kontinuierlich gestiegen, stagniert jedoch seit einigen Jahren. Laut Sterbetafel 2024 beträgt die Lebenserwartung bei Geburt für Männer 78,9 Jahre und für Frauen 83,5 Jahre, womit nach einem zwischenzeitlichen Rückgang während der COVID-19- Pandemie erst kürzlich wieder das Niveau von 2019 erreicht wurde (vgl. Statistisches Bundesamt, abrufbar unter: www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilun gen/2025/07/PD25_266_12621.html). Aufgrund der statistisch höheren Lebenserwartung von Frauen besteht eine deutlich höhere Rentenbezugsdauer bei Frauen (www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistiken-und-Berichte/Rentenatlas/2024/rentenatlas-2024-dauer-rentenbezu g.pdf).

Untersuchungen legen nahe, dass Rentner mit niedrigeren Haushaltseinkommen eine kürzere Rentenbezugsdauer haben als solche mit höheren Haushaltseinkommen (vgl. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung [DIW] Wochenbericht Nr. 25/2024, abrufbar unter: www.diw.de/documents/publikationen/73/ diw_01.c.905130.de/24-25-1.pdf). Dies könnte auf einen Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und sozialem Status hindeuten, der u. a. vom Bildungsniveau, Wohnverhältnissen, Gesundheitsverhalten und dem Zugang zu medizinischen Leistungen beeinflusst wird. Auch der individuelle Gesundheitszustand, beispielsweise beeinflusst durch einen vorherigen Bezug von Erwerbsminderungsrenten, dürfte maßgeblich für die Bezugsdauer der Altersrente sein.

Da nach der Rentensystematik in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) von im Wesentlichen vergleichbaren Rentenbezugsdauern ausgegangen wird (vgl. dazu auch die Rentenformel in § 64 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch, www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__64.html), ist aus Sicht der Fragesteller die Rentenbezugsdauer auf erhebliche Abweichungen hin zu untersuchen. Wenn die erforderlichen Daten aktuell nicht direkt aus der Rentenstatistik abzuleiten sind, sehen die Fragesteller fundierte Schätzungen als ausreichend an.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen14

1

Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Lebenserwartung sowie die durchschnittliche Rentenbezugsdauer von Altersrenten der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland vom Jahr 2000 bis 2024 entwickelt (bitte jährliche Werte getrennt nach Geschlecht tabellarisch darstellen)?

2

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die derzeitige durchschnittliche Lebenserwartung in den einzelnen Bundesländern (bitte tabellarisch nach Bundesland und Geschlecht aufschlüsseln)?

3

Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Rentenbezugsdauer in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Staaten einzuordnen, insbesondere vor dem Hintergrund der teilweise höheren Lebenserwartung in anderen EU-Ländern (www.iwd.de/artikel/lebenserwartung-i n-der-eu-deutschland-im-mittelfeld-649966/) als auch des früheren Rentenzugangs (www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/rente-eintrittsalte r-deutschland-eu-vergleich-100; soweit möglich, bitte tabellarisch darstellen und erläutern)?

4

Welche konkreten Faktoren sieht die Bundesregierung als Ursache dafür, dass Frauen im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung als Männer haben und daher auch länger Rente beziehen, und bestehen auch signifikante Unterschiede beim tatsächlichen Rentenzugang?

5

Welche aktuellen Studien und Daten liegen der Bundesregierung dazu vor, wie sich die Lebenserwartung bzw. Rentenbezugsdauer abhängig vom Erwerbseinkommen bzw. Haushaltseinkommen unterscheiden, und welche Schlüsse zieht die Bundesregierung daraus (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?

6

Inwiefern unterscheiden sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittlichen Rentenbezugsdauern bei den verschiedenen Altersrentenarten – insbesondere bei Altersrenten für schwerbehinderte Menschen – von der abschlagsfreien Regelaltersrente?

7

Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung – neben entsprechenden Anhaltspunkten in der Rentenwegfallstatistik, Tabelle 41.00 W im Statistikband Rente 2024 der Deutschen Rentenversicherung – statistisch belastbare Hinweise darauf, dass ein vorgezogener Rentenbeginn im Vergleich zur Regelaltersrente mit einer verkürzten bzw. verlängerten Rentenbezugsdauer verbunden ist?

8

Liegen der Bundesregierung belastbare Hinweise dafür vor, dass die Rentenbezugsdauer bei Altersrenten für besonders langjährig Versicherte (frühere „Rente mit 63“) gegenüber der Regelaltersrente verlängert ist, und wie bewertet sie vor diesem Hintergrund die aus der DRV- Rentenwegfallstatistik (DRV = Deutsche Rentenversicherung), Tabelle 41.00 W ersichtlichen Werte zu der erst 2014 eingeführten Rentenart?

9

Wie lange war nach Kenntnis der Bundesregierung bei den Rentenabgängen 2024 die durchschnittliche Bezugsdauer von Altersrenten, differenziert nach der Rentenhöhe (bitte tabellarisch nach Rentenpunkten bzw. geeigneten Kriterien aufschlüsseln, ggf. auf Daten aus dem Jahr 2023 zurückgreifen)?

10

Wie lange war nach Kenntnis der Bundesregierung bei den Rentenabgängen 2024 die durchschnittliche Bezugsdauer von Altersrenten bei einem unmittelbar vorausgegangenen Bezug einer Erwerbsminderungsrente bzw. Erwerbsunfähigkeitsrente, und welche Abweichungen ergeben sich relativ zur abschlagsfreien Regelaltersgrenze ohne Vorbezug einer Erwerbsminderungsrente (ggf. Daten von 2023 nutzen)?

11

Wie wirkt sich nach Kenntnis der Bundesregierung ein unmittelbar vorheriger Bezug einer Erwerbsminderungsrente auf die durchschnittliche Bezugsdauer der Altersrente aus, und welche Korrelationen lassen sich feststellen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?

12

Liegen der Bundesregierung – neben der „15. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung“ basierend auf dem Bevölkerungsstand am 31. Dezember 2021 – aktuelle Studien und Daten zur prognostizierten Entwicklung der Lebenserwartung bis zum Jahr 2050 für Männer und Frauen vor?

13

Welche Prognosen zur künftigen Entwicklung der Rentenbezugsdauer liegen der Bundesregierung vor (bitte, soweit möglich, differenzierte Angaben nach Alterskohorten und Geschlechtern machen)?

14

Wann genau wird die im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD angekündigte Rentenkommission (Zeile 5943 des Koalitionsvertrages, www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/k oav_2025.pdf#page=21) ihre Arbeit aufnehmen, und wann werden dem Deutschen Bundestag bzw. dem Ausschuss für Arbeit und Soziales erste Ergebnisse konkret vorgelegt werden?

Berlin, den 15. August 2025

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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