Gefährliche Ereignisse im Bahnbetrieb
der Abgeordneten Lars Haise, Wolfgang Wiehle, René Bochmann, Alexis L. Giersch, Stefan Henze, Maximilian Kneller, Ulrich von Zons, Carsten Becker, Hans-Jürgen Goßner, Leif-Erik Holm, Dr. Rainer Kraft, Andreas Mayer, Volker Scheurell, Otto Strauß und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Nach mehreren schweren Zugunglücken in Deutschland wie in Burgrain im Jahr 2022 oder in Riedlingen im Jahr 2025 sowie weiteren Unfällen mit hohem Sachschaden, beispielsweise der Kollision von Zügen in Worms oder Kerpen im Jahr 2024, ist eine genauere Betrachtung der Schadensursachen geboten (vgl. www.eisenbahn-unfalluntersuchung.de/BEU/DE/home_node.html).
Ebenfalls überregionale Aufmerksamkeit erregte die Trunkenheitsfahrt eines Lokführers in Nordrhein-Westfalen im November 2025 (vgl. www.presseportal.de/blaulicht/pm/70116/5875855). Dies rückt den menschlichen Faktor bei gefährlichen Ereignissen (alle Unfälle und Störungen im Eisenbahnbetrieb im Sinne des Kapitels V der Richtlinie (EU) 2016/798 auf Infrastrukturen, die zur Eisenbahninfrastruktur des Bundes gehören) in den Fokus. Gerade der Mangel an Lokführern, unterschiedliche Ausbildungspfade zum Triebfahrzeugführerschein sowie der schnelle technische Wandel im Berufsalltag und in der technischen Infrastruktur lassen auf vielfältige Faktoren für mögliche Unfallursachen schließen (vgl. www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/bedarf-lokfuehrer-waechst/).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen20
Wie viele gefährliche Ereignisse sind im Bahnbetrieb in den Jahren von 2015 bis heute jährlich erfasst worden?
Wie viele Zugausfälle sind durch diese gefährlichen Ereignisse, aufgeschlüsselt nach Fernverkehr, Nahverkehr und Güterverkehr, in den einzelnen Jahren von 2015 bis heute verursacht worden?
Wie viele Verspätungsminuten sind durch diese gefährlichen Ereignisse, aufgeschlüsselt nach Fernverkehr, Nahverkehr und Güterverkehr, in den einzelnen Jahren von 2015 bis heute verursacht worden?
Wie hoch war die Schadenssumme an Schienenfahrzeugen und der Schienenwegeinfrastruktur (bitte getrennt ausweisen) durch gefährliche Ereignisse in den einzelnen Jahren von 2015 bis heute?
Wie hoch war die Anzahl der Suizide sowie nachweisbaren Suizidversuche im Bahnbetrieb in den einzelnen Jahren von 2015 bis heute, aufgeteilt nach Bundesländern?
Wie viele Personen sind nachweislich in den einzelnen Jahren von 2015 bis heute durch den Einfluss Dritter, aufgeteilt nach Bundesländern, im Bahnbetrieb getötet oder verletzt worden?
Wie viele Personen waren in den Jahren von 2015 bis heute im Besitz eines Triebfahrzeugführerscheins, und welche soziodemografischen Merkmale wie Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Ausbildungshistorie (reguläre dreijährige Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst oder Quereinstieg) lagen hierbei vor?
Wie oft wurde eine Vorbeifahrt am Haltbegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten seit 2015 bis heute jährlich registriert, und welche soziodemografischen Merkmale im Sinne von Frage 7 lagen bei den entsprechenden Triebfahrzeugführern vor?
Welche sind die fünf häufigsten Ursachen für eine Vorbeifahrt am Haltbegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten in den Jahren von 2015 bis heute (kumuliert und deren Anteil an der Grundgesamtheit der Vorbeifahrt am Haltbegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten angeben)?
Welche präventiven Maßnahmen ergreifen die Deutsche Bahn (DB) InfraGO AG, das Eisenbahn-Bundesamt (EBA)und die Eisenbahnverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn AG um Vorbeifahrten am Haltbegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten zu minimieren?
In wie vielen Fällen in den Jahren von 2015 bis heute war Drogen- oder Alkoholmissbrauch durch das Fahrpersonal ursächlich für eine Vorbeifahrt am Haltbegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten, und welche soziodemografischen Merkmale im Sinne von Frage 7 sind hierbei dokumentiert?
In wie vielen Fällen in den Jahren von 2015 bis heute war Übermüdung des Fahrpersonals ursächlich für eine Vorbeifahrt am Haltbegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten, und welche soziodemografischen Merkmale im Sinne von Frage 7 sind hierbei dokumentiert?
In wie vielen Fällen in den Jahren von 2015 bis heute war Ablenkung des Fahrpersonals ursächlich für eine Vorbeifahrt am Haltebegriff ohne Zustimmung bei Zugfahrten und Rangierfahrten, und welche soziodemografischen Merkmale im Sinne von Frage 7 sind hierbei dokumentiert?
Welche präventiven Maßnahmen ergreifen die Eisenbahnverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn AG, um Vorbeifahrten am Haltbegriff ohne Zustimmung aufgrund von Ablenkung und Übermüdung zu verhindern oder zu reduzieren?
Welche Maßnahmen ergreifen das Eisenbahn-Bundesamt oder die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) im Falle von wiederholten Vorbeifahrten am Haltbegriff ohne Zustimmung durch den gleichen Triebfahrzeugführer?
In wie vielen Fällen kam es in den Jahren von 2015 bis heute jährlich zu einem Entzug des Triebfahrzeugführerscheins durch das EBA aufgrund von Vorbeifahrten am Haltbegriff ohne Zustimmung?
Wie viele Fahrsimulatoren befanden sich seit 2015 pro Jahr im Einsatz bei der DB AG, und welche künftigen Bestandszahlen sind bis 2030 geplant?
Wie hoch war die betriebliche Auslastung dieser Fahrsimulatoren an den verschiedenen Standorten im Jahr 2024?
Wie viele Fahrstunden und Fahrprüfungen wurden in den Fahrsimulatoren in den Jahren von 2015 bis heute jährlich durchgeführt?
Welche Bewertung nimmt die Bundesregierung beziehungsweise nehmen die Bundesbehörden des Eisenbahnwesens zum Einsatz von Fahrsimulatoren für die (assistierende) Ausbildung der Triebfahrzeugführer vor?