Rede eines Regierungsvertreters bei der Eröffnungsveranstaltung des Kunstfestes Weimar 2006
der Abgeordneten Katrin Göring-Eckardt, Volker Beck (Köln) und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Zum Auftakt des Kunstfestes Weimar, dessen Eröffnungskonzert traditionell dem „Gedächtnis Buchenwalds“ gewidmet ist, hielt Ministerialdirektor Hermann Schäfer, Vertreter des Kulturstaatsministers Bernd Neumann, eine Rede, die für Empörung bei den Zuhörern, der Veranstalterin Nike Wagner und in der Öffentlichkeit sorgte. Der Eklat entstand, weil Hermann Schäfer nicht auf die Opfer des Konzentrationslagers Buchenwald eingegangen war, und sich stattdessen ausschließlich mit den Leiden und der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg befasste. Dies wurde offensichtlich vor allem von den bei der Festveranstaltung anwesenden Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald als Provokation wahrgenommen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen3
Welche Meinung hat die Bundesregierung zu der Rede von Ministerialdirektor Hermann Schäfer bei der Eröffnung des Kunstfestes Weimar?
Betrachtet die Bundesregierung die inhaltliche Schwerpunktsetzung der Rede als angemessene Auseinandersetzung mit der Thematik „Gedächtnis Buchenwald“?
Gibt diese Auseinandersetzung mit der Thematik die Position der Bundesregierung angemessen wieder?
Plant die Bundesregierung Konsequenzen aus dem öffentlichen Eklat, der durch Hermann Schäfers Rede entstanden ist, zu ziehen?
Wenn ja, welche?