Deutsches Personal bei den Vereinten Nationen
der Abgeordneten Birgit Homburger, Dr. Helmut Haussmann, Ulrich Irmer, Ernst Burgbacher, Dr. Karlheinz Guttmacher, Klaus Haupt, Ulrich Heinrich, Walter Hirche, Dr. Werner Hoyer, Jürgen Koppelin, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Dirk Niebel, Hans-Joachim Otto (Frankfurt am Main), Cornelia Pieper, Dr. Edzard Schmidt-Jortzig, Marita Sehn, Dr. Hermann Otto Solms, Carl-Ludwig Thiele, Dr. Wolfgang Gerhardt und der Fraktion der F.D.P.
Vorbemerkung
Die Bundesrepublik Deutschland leistet nicht nur den drittgrößten Pflichtbeitrag zum Haushalt der Vereinten Nationen (VN), sie trägt darüber hinaus auch durch die Bereitstellung von erheblichen freiwilligen Leistungen zur Finanzierung zahlreicher Programme und Fonds bei. Damit ist die Bundesrepublik Deutschland maßgeblich an den Bemühungen der Vereinten Nationen um die Entwicklung eines friedlichen und prosperierenden Zusammenlebens der internationalen Staatengemeinschaft beteiligt. Trotz des jahrzehntelangen erheblichen VN-politischen Engagements der Bundesrepublik Deutschland fehlt es jedoch an einer den finanziellen deutschen Beiträgen entsprechenden personellen Repräsentanz in den Vereinten Nationen und ihren Sonderorganisationen. In Anbetracht der Tatsache, dass eine große Zahl von VN-Mitgliedstaaten personell überproportional zu ihren Pflichtbeiträgen bei den Vereinten Nationen vertreten sind, ohne nennenswerte freiwillige Zusatzleistungen zu erbringen, erscheint eine engagiertere deutsche Personalpolitik, die der Bedeutung der Bundesrepublik Deutschland im VN-System gerecht wird, dringend geboten.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen10
Wie viel deutsches Personal gibt es auf der Ebene des Höheren Dienstes (Professional Category) und für welche Aufgabenbereiche ist es zuständig?
Wie sieht die entsprechende Statistik und Aufgabenverteilung bei den US-Amerikanern, Japanern, Franzosen, Briten und Italienern aus?
Wie ist das deutsche Personal in der hierarchischen Struktur des VN-Sekretariats vertreten? Wie viel Stellen gibt es auf der Führungsebene, im gehobenen Management und in den Einstiegspositionen?
Wie sieht die entsprechende Statistik für die US-Amerikaner, Japaner, Briten, Franzosen und Italiener aus?
Sieht die Bundesregierung eine unzureichende deutsche Repräsentanz bei den Vereinten Nationen und wenn ja, worin sieht sie die Gründe für diese?
Was hat die Bundesregierung bisher unternommen, um den deutschen Anteil bei den Vereinten Nationen im Höheren Dienst (Professional Category) und auf der Führungsebene (Higher Category) zu erhöhen?
Welche Maßnahmen haben die Regierungen der USA, Japans, Großbritanniens, Frankreichs und Italiens nach Kenntnis der Bundesregierung ergriffen, um ihre personalpolitischen Interessen bei den Vereinten Nationen geltend zu machen?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung, dass die Ständigen Mitglieder des VN-Sicherheitsrates bei der Vergabe von Posten auf Grund ihres besonderen Einflusses in den Gremien der Vereinten Nationen bevorzugt werden?
In welcher Weise beabsichtigt die Bundesregierung, die Effizienz der bestehenden Koordinierungsmechanismen für die internationale Personalpolitik zu verbessern?
Was gedenkt die Bundesregierung in Zukunft zu unternehmen, um den deutschen Personalanteil bei den Vereinten Nationen im Höheren Dienst (Professional Category) und auf der Führungsebene (Higher Category) zu erhöhen?