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Welche rechtsextremistischen Musikveranstaltungen (Konzerte, Liederabende etc.) haben 1999 stattgefunden (bitte einzeln auflisten nach Veranstaltungort, auftretenden Musikgruppen, Besucherzahlen, politischer Organisationszugehörigkeit der Veranstalter, begangenen Straftaten während der Veranstaltung, eventuellem Einschreiten der Polizei)?
Der Bundesregierung sind für das Jahr 1999 105 rechtsextremistische Skinhead-Konzerte bekannt (Stand: 17. Januar 2000). Gegenüber dem Vorjahr stellt dies einen Rückgang um rund 20 % dar (1998: 128 Konzerte). Der regionale Schwerpunkt (59 Konzerte) lag in den ostdeutschen Ländern und dort in Sachsen (33 Konzerte). Die durchschnittliche Besucherzahl nahm gegenüber 1998 zu. Es waren 14 Konzerte (1998: 8) mit mehr als 500 Besuchern zu verzeichnen, hiervon 8 mit mehr als 1 000 Besuchern. Das größte Konzert mit über 2 000 Teilnehmern fand am 4. September 1999 in Garitz, Sachsen-Anhalt, statt.
Die Mehrzahl der Veranstaltungen organisierten langjährige Aktivisten und Leitfiguren der regionalen Szenen. Der Anteil der von rechtsextremistischen Skinhead-Organisationen veranstalteten Konzerte lag bei 35. Besonders aktiv sind nach wie vor „Blood Honour“ und in geringerem Umfang die „Hammerskins“.
Bei über der Hälfte der Veranstaltungen wurden strafrechtlich relevante Handlungen, überwiegend Propagandadelikte, bekannt.
Erkenntnisse über die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens liegen in folgenden 12 Fällen vor:
- 1. 09. 01. 99 Köthensdorf SN Nicht bekannt §§ 86a, 130 StGB ca. 400
- 2. 20. 02. 99 Spantekow MV Spreegeschwader und eine englischsprachige Band §§ 86a, 113, 125 StGB; 9 vorl. Festnahmen; Sicherstellung von CD, Disketten, Videos und sonstige Devotionalien ca. 200
- 3. 20. 03. 99 Erkner BB Kraft durch Froide Verbotsverfügung/ Platzverweis; Platzverweis wurde von allen Teilnehmern befolgt ca. 200
- 4. 29. 05. 99 Berching BY Sturmtrupp Gesta Bellica Ultima Ratio Mistreat Keine Straftaten während des Konzertes; im Anschluss wurden bei Besuchern 2 Kisten mit rechtsextremistischen Publikationen etc. sichergestellt. ca. 500 Personen der rechten Szene aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland
- 5. 17. 07. 99 Stromberg/ Warmsroth RP Weiße Wölfe Sturmtrupp Ultima Ratio Brutal Attack Verstöße gemäß §§ 86a, 130, 131 StGB; Ermittlungsverfahren gegen die Bandmitglieder ca. 700–800
- 6. 23. bis 25. 07. 99 Hanau- Steinheim HE keine Live-Auftritte Verbot der Veranstaltung, Ingewahrsamnahmen ca. 250
- 7. 07. 08. 99 Guxhagen HE Hate Society Auflösung durch Platzverweise; Verstöße gegen das WaffG, 1 BtMG, 8 §§ 86, 86a StGB ca. 40
- 8. 04. 09. 99 Düsseldorf- Benrath NW Rabauken 1 Delikt gemäß § 86a StGB ca. 150 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet
- 9. 06. 11. 99 Thörey/ Ilmkreis TH Oigenik, Ilmpiraten und Donnertyrann Während des Konzerts keine Verstöße; bei Anfahrtskontrollen 7 vorläufige Festnahmen wg. Verstößen gegen §§ 86, 86a und 130 StGB ca. 250
- 10. 06. 11. 99 Koethen/ Micheln ST Nicht bekannt Verstöße gemäß §§ 125, 223a StGB; Verbot der Veranstaltung ca. 150–170
- 11. 13. 11. 99 Schorba TH Nicht bekannt Verstoß gemäß § 86a StGB; Sachschaden in Höhe von 10 000 DM; Räumung des Objekts durch die Polizei ca. 1 000
- 12. 27. 11. 99 Friedenfels BY Südsturm Sturmwind Warlord Prollschock Pluton Svea Verstoß gegen §§ 86, 86a StGB Keine Angaben
Die Zahl der sonstigen rechtsextremistischen Musikveranstaltungen war 1999 mit 25 Konzerten rückläufig (1998: 40). Der regionale Schwerpunkt lag hier mit knapp 75 % in den westdeutschen Ländern. Fast die Hälfte dieser Konzerte hat der rechtsextremistische Liedermacher Frank Rennicke bestritten.
Eine vollständige Auflistung aller rechtsextremistischen Musikveranstaltungen nach den in der Frage genannten Kriterien kann nicht veröffentlicht werden, da die rechtsextremistische Szene aus dieser Veröffentlichung ansonsten Rückschlüsse auf den Erkenntnisstand der Sicherheitsbehörden ziehen könnte.