Der Arun-Verlag und der Rechtsextremismus
der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Fraktion der PDS
Vorbemerkung
In Engerda ist der Arun-Verlag ansässig. Angaben der neurechten belgischen Zeitschrift „Orientations“ nach hat Anfang der neunziger Jahre eine Zusammenarbeit des Arun-Verlages mit diesem Blatt bestanden. Prospekte des Verlagsprogramms liegen regelmäßig rechtsextremistischen Zeitschriften bei. Der Publizist A. P.-T. schreibt, es lasse sich bei den „heidnisch orientierten Teilen der >Neuen Rechten<, insbesondere dem Leiter des >Arun-Verlages<, das Bemühen feststellen, über die Präsentation von esoterischen Büchern und Gegenständen in die für solche Auffassungen empfänglichen Teile der unpolitischen Esoterik-Szene hineinzuwirken.“ (Mut, Nr. 372, August 1998, S. 19).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen9
Welche verfassungsschutzrelevanten Kenntnisse hat die Bundesregierung über den Arun-Verlag?
Welche verfassungsschutzrelevanten Kenntnisse hat die Bundesregierung über rechtsextreme Mitgliedschaften oder Verbindungen des Verlagsinhabers?
Welche verfassungsschutzrelevanten Kenntnisse hat die Bundesregierung über Verbindungen und Mitgliedschaften von Autorinnen und Autoren des Verlages?
Welche verfassungsschutzrelevanten Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Entwicklung und die gegenwärtige inhaltliche Ausrichtung des Verlagssortiments?
Welche Zielgruppe versucht der Verlag mit seinem Sortiment anzusprechen und welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Einwirkungsmöglichkeiten des Verlages besonders auf Jugendliche?
Wie hoch ist die Auflage der Bücher?
Welche verfassungsschutzrelevanten Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Mitwirkung von rechtsextremen Einzelpersonen am Verlagsprogramm oder an der Erstellung einzelner Titel (Lektor, Übersetzerin etc.)?
Welche verfassungsschutzrelevanten Erkenntnisse hat die Bundesregierung über Verbindungen des Verlages oder seines Inhabers oder von Autorinnen bzw. Autoren
– zur „asatru“-Richtung des Neuheidentums
– zu ariosophisch-armanischen und/oder runenokkultischen Kreisen
– zur europäischen Neuen Rechten
– zur S.-H.-Gesellschaft (Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, herausgegeben von Jens Mecklenburg, Berlin 1996, S. 474 f.) sowie
– zu anderen Gruppierungen?
Welche verfassungsschutzrelevanten Erkenntnisse hat die Bundesregierung über das Auftreten des Verlages bei
– Esoterikmessen
– Mittelaltermärkten
– (neu)heidnischen Veranstaltungen
– Musikveranstaltungen aus dem Dark Wave-Spektrum?