Atomtransportunfall in Magdeburg
der Abgeordneten Ursula Schönberger und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Nach Meldungen der Nachrichtenagentur AP vom 8. Juli 1998 ist es beim Verladen eines Containers mit schwachradioaktiven Abfällen an diesem Tag in Magdeburg zu einem Unfall gekommen. Ein Kran habe gegen 8.30 Uhr die Außenhaut des Behälters auf 60 cm Länge aufgeschlitzt, teilte ein Polizeisprecher mit. Der Unfall geschah nach Polizeiangaben auf dem Güterbahnhof Magdeburg-Rothensee. Der beschädigte Container war gefüllt mit radioaktiven Abfällen aus den stillgelegten Kernkraftwerken Greifswald und Rheinsberg und sollte mit drei weiteren Behältern von der Bahn auf Lastwagen zum Weitertransport in das Endlager Morsleben umgeladen werden. Dabei kam ein Ausleger des Kranfahrzeugs an die Außenhaut des Containers und schlitzte diese an einer Naht auf. Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz, des Bundesgrenzschutzes, der Feuerwehr und der Umwelt- und Gefahrengruppe der Polizei sperrten die Unfallstelle ab.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
Welche radioaktiven Nuklide waren in dem betreffenden Container?
Wie genau waren die radioaktiven Materialien verpackt?
Wie war der genaue Unfallhergang, und wie konnte es zu der Beschädigung des Containers kommen?
Wie viele Fälle von beschädigten Atommüllcontainern in Magdeburg-Rothensee sind der Bundesregierung bekannt, seitdem das Endlager in Morsleben unter der Verantwortung der Bundesregierung betrieben wird?