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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Chlorchemie in Weinen und Mosten (G-SIG: 13010502)

Nachweis von Botrytiziden und anderen Pestiziden in Most und Wein, toxische Wirkung, Festschreibung von Höchstwerten

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Datum

30.08.1995

Aktualisiert

19.01.2023

Deutscher BundestagDrucksache 13/137215. 05. 95

Chlorchemie in Weinen und Mosten

der Abgeordneten Dr. Jürgen Rochlitz, Dr. Manuel Kiper, Ulrike Höfken-Deipenbrock und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

In der Zeitschrift Merck-Spektrum 1/94 wird von Wissenschaftlern der Forschungsanstalt Geisenheim, Fachgebiet Weinchemie und Getränkeforschung, berichtet, daß die Abkömmlinge des toxischen und vermutlich krebserregenden 3,5-Dichloranilins, nämlich die Fungizide (speziell Botryzide zur Bekämpfung der Botrytis im Weinbau) Iprodin, Procymidon und Vinclozolin sowohl in Traubenmosten als auch in Weinen aufgetreten sind.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen12

1

Wie beurteilt die Bundesregierung das Auftreten der genannten Botryzide in Traubenmosten und Weinen generell und wie die Tatsache, daß nicht nur Weine und Moste aus konventionellem Anbau, sondern auch aus ökologischem Anbau betroffen waren?

2

Welche Höchstmengen gelten für diese Botryzide gemäß Höchstmengenverordnung für Weintrauben einerseits, für Moste und Weine andererseits?

3

Welche Höchstwerte gelten in anderen Ländern Europas bzw. außerhalb Europas?

4

Wie sind die toxischen Wirkungen der drei Stoffe und ihrer Abbauprodukte einzuschätzen?

5

Wie viele Säfte und Weine wurden bisher auf den Botryzidgehalt untersucht?

6

Welche Minimal-, Maximal- und Median-Werte wurden für die drei Stoffe gefunden?

7

Wie viele Most- bzw. Weinproben besaßen einen Wirkstoffgehalt über 20 µ/l?

8

Inwieweit hält die Bundesregierung eine obligatorische Aktivkohlebehandlung der Moste bzw. Weine für ausreichend?

9

Welche Problemlösung hat die Bundesregierung zu bieten?

10

Gedenkt sie für Weine und Moste Höchstmengenwerte für Botryzide festzuschreiben?

11

Welche Kenntnisse besitzt die Bundesregierung zur tumorpromovierenden Wirkung der drei Stoffe, welche zu ihrer cytotoxischen Wirkung?

12

Welche Kenntnisse besitzt die Bundesregierung über die Wirkung der drei Fungizide im Boden und auf die Boden-Biocoenose?

Bonn, den 8. Mai 1995

Dr. Jürgen Rochlitz Dr. Manuel Kiper Ulrike Höfken-Deipenbrock Joseph Fischer (Frankfurt), Kerstin Müller (Köln) und Fraktion

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