Neugestaltung der Naturschutz-Schilder
der Abgeordneten Dr. Dagmar Enkelmann und der weiteren Abgeordneten der PDS
Vorbemerkung
In Berlin wurde Ende Dezember 1994 begonnen, die neuen Naturschutz-Schilder anzubringen. Besonders lobenswert ist dabei, daß man auf das in der DDR von einem der Nestoren des Naturschutzes, Herrn Kurt Kretschmann aus Bad Freienwalde, entwickelte Schild zurückgreift. Dieses wurde mit dem 1. Naturschutzgesetz der DDR am 4. August 1954 offiziell eingeführt. Inoffiziell hatte Herr Kretschmann seit 1950 bis zu diesem Zeitpunkt etwa 5 000 Schilder angebracht.
Nach dem grünen Pfeil ist das ein weiteres „Überbleibsel", das aus der DDR übernommen wird. Das passiert allerdings nur halbherzig.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen6
Aus welchen Gründen wurde das DDR-Schild nicht originalgetreu übernommen? Gibt es möglicherweise politische Einwände gegen die „DDR-Waldohreule"?
Die Darstellung der Waldohreule, die auf dem DDR-Schild mit drei Krallen abgebildet wird, ist ein Kunstgriff. Aus der Perspektive der Darstellung sind — wie auf dem neuen Schild — von den drei Krallen der Waldohreule tatsächlich nur zwei sichtbar. Warum jedoch wurde auf diesen Kunstgriff verzichtet?
Die neue Form des Schildes ist ein auf die Spitze gestelltes Dreieck. Warum wurde nicht die DDR-Form übernommen?
Wie viele Schilder müssen insgesamt ausgewechselt werden, und welcher Zeitraum ist dafür vorgesehen?
Ist der Bundesregierung bekannt, welche Kosten sich insgesamt für die neuen Schilder ergeben und wer diese trägt?
Ist der Bundesregierung bekannt, wie hoch die Kosten wären, hätte man das DDR-Schild übernommen und ausschließlich in den alten Bundesländern ausgewechselt?