Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für die ARD-Serie „Klinik unter Palmen"
des Abgeordneten Wolfgang Schmitt (Langenfeld) und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Vertreter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), aber auch entwicklungspolitisch tätige Medienvertreter, haben in der Vergangenheit gelegentlich beklagt, daß die Entwicklungspolitik im tagesaktuellen Mediengeschäft es schwer habe, entwicklungspolitische Botschaften zu vermitteln. Dies gelte weniger für den Bereich der Printmedien, als vielmehr für die elektronischen Medien. Hierbei seien auch die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu erwähnen, was z. B. zunehmend verschlechterte Sendeplätze für Spielfilme mit entwicklungspolitisch relevanten Inhalten betrifft oder den Stellenwert von entwicklungspolitisch wichtigen Nachrichten (s. Anhörung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung „Entwicklungspolitische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit", 29. November 1995).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Gibt es eine konzeptionelle Vorstellung der Bundesregierung, ob und wie die Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit in den elektronischen Medien durch das BMZ unterstützt und gefördert werden sollte?
Trifft der Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 14. September 1996 zu („Und so zog Doktor Wussow nach Thailand"), in dem es heißt, das BMZ habe die ARD-Serie „Klinik unter Palmen" mit 276 000 DM aus dem Etat für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit gefördert?
Wenn ja, wer hat den Antrag auf Förderung durch das BMZ gestellt, und welches war die Begründung des Antragstellers für eine zusätzliche Förderung durch öffentliche Mittel zur Produktion einer Serie des öffentlich-rechtlichen Fernsehens?
Liegt der Zusage auf Förderung der Serie „Klinik unter Palmen" eine Zielgruppenanalyse ihrer entwicklungspolitischen Relevanz zugrunde?
Wenn ja, zu welchem Ergebnis ist diese Zielgruppenanalyse gekommen?
Wenn nein, auf welcher Entscheidungsgrundlage ist die Zustimmung der Förderung erfolgt?
Wie kann sichergestellt werden, daß entwicklungspolitisch relevante Botschaften in der Serie „Klinik unter Palmen" transportiert werden, und um welche handelt es sich?
Wird daran gedacht, im Sinne des „Reality-TV" den Bundesminister Carl-Dieter Spranger oder andere hochrangige Mitarbeiter des BMZ direkt in der Serie auftreten zu lassen?
Wenn ja, in welcher Rolle?
Wie hoch ist der prozentuale Anteil der Förderung am Gesamtetat für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit?
Welche anderen Serien/Spielfilme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wurden vom BMZ gefördert (1994 bis 1996)?