Lage im Sudan
der Abgeordneten Dr. Klaus-Dieter Uelhoff, Dietrich Austermann, Meinrad Belle, Hans-Dirk Bierling, Dr. Joseph-Theodor Blank, Rudolf Braun (Auerbach), Monika Brudlewsky, Georg Brunnhuber, Dankward Buwitt, Albert Deß, Hansjürgen Doss, Rainer Eppelmann, Jochen Feilcke, Klaus Francke (Hamburg), Herbert Frankenhauser, Hans-Joachim Fuchtel, Norbert Geis, Carl-Detlev Freiherr von Hammerstein, Dr. Renate Hellwig, Peter Jacoby, Susanne Jaffke, Dr. Dionys Jobst, Ulrich Junghanns, Bartholomäus Kalb, Steffen Kampeter, Dr.-Ing. Dietmar Kansy, Irmgard Karwatzki, Eckart von Klaeden, Hartmut Koschyk, Dr. Hermann Kues, Werner Kuhn, Armin Laschet, Rudolf Meinl, Johannes Nitsch, Dr. Peter Paziorek, Dr. Winfried Pinger, Dieter Pützhofen, Christa Reichard (Dresden), Dr. Norbert Rieder, Dr. Erich Riedl (München), Klaus Riegert, Franz Romer, Kurt J. Rossmanith, Adolf Roth (Gießen), Dr. Christian Ruck, Roland Sauer (Stuttgart), Norbert Schindler, Ulrich Schmalz, Christian Schmidt (Fürth), Michael von Schmude, Dr. Andreas Schockenhoff, Reinhard Freiherr von Schorlemer, Wolfgang Schulhoff, Wilhelm Josef Sebastian, Wilfried Seibel, Heinz-Georg Seiffert, Johannes Singhammer, Dr. Susanne Tiemann, Alois Graf von Waldburg-Zeil und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Ulrich Irmer, Dr. Irmgard Schwaetzer, Roland Kohn, Ina Albowitz und der Fraktion der F.D.P.
Vorbemerkung
Seit Jahren herrscht im Sudan, dem größten Land Afrikas und zugleich einem der ärmsten der Erde, Bürgerkrieg zwischen dem arabisch-islamischen Norden und dem afrikanisch-christlichen Süden. Menschenrechtsorganisationen und Vertreter der Kirchen halten der islamistischen Militärdiktatur Unterdrückung bis hin zum Genozid vor.
Anläßlich seines Besuches Anfang Oktober 1997 forderte der sudanesische Weihbischof Daniel Adwok in Speyer stärkeren internationalen Druck auf die Regierung seines Heimatlandes.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen5
Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die aktuelle Lage im Sudan, vor allem im Südsudan, vor?
Treffen nach Kenntnis der Bundesregierung Presseberichte (FAZ, 23. November 1996, Die Rheinpfalz, 10. Oktober 1997, Neue Zürcher Zeitung 25./26. Oktober 1997) zu, denen zufolge die sudanesische Regierung immer massivere Mittel im Bürgerkrieg einsetzt, wie z. B.
Bombenabwürfe und Angriffe durch Kampfhubschrauber auf die Zivilbevölkerung,
Zwangsrekrutierung von Jugendlichen ab dem 16. Lebensjahr,
Massaker unter den Bewohnern der Nuba-Berge,
notwendige, ärztliche Versorgung erst nach Übertritt der Patienten zum Islam,
Handel mit Kindern und Jugendlichen?
Welche Einflußmöglichkeiten sieht die Bundesregierung, vor allem auf internationalem Niveau (z. B. humanitäre Interventionen der Vereinten Nationen), um diese grausamen Menschenrechtsverletzungen zu unterbinden, und um den Anliegen der soeben wieder abgebrochenen Friedensverhandlungen im Rahmen der IGAD (Intergovernmental Authority on Draught and Development) zu einem Erfolg zu verhelfen?
Welche humanitären Maßnahmen hat die Bundesregierung im Sudan ergriffen, oder welche Maßnahmen dieser Art von Nichtregierungsorganisationen hat sie unterstützt?
Welche Unterstützung kann die Bundesregierung den Kirchen im Sudan anbieten, die in ihren Aktivitäten immer wieder behindert werden, obwohl das Grundrecht auf Religionsfreiheit im sudanesischen Grundgesetz verankert ist?