Dioxin-Belastung in Nordrhein-Westfalen
des Abgeordneten Dr. Klaus-Dieter Feige und der Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wie einem Zeitungsartikel der „Frankfurter Rundschau" vom 8. Juni 1991 zu entnehmen war, empfiehlt das Bundesgesundheitsamt (BGA) aufgrund der Belastung von Böden mit Dioxinen und Furanen eine „drastische Reduzierung des Gemüseanbaus und der Weidenutzung in Ballungszentren", beispielsweise in Nordrhein-Westfalen. Das BGA gibt allgemein an, daß Pflanzen, die auf Böden mit mehr als 40 Nanogramm (ng) toxizitätsäquivalenten (TE) Dioxin pro Kilo Boden wachsen, weder gegessen noch verfüttert werden sollen.
Einer Presseerklärung des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums vom 17. Juni 1991 über die Ergebnisse eines landesweiten Dioxin-Meßprogramms nach gibt es jedoch keinen Grund zur Besorgnis. Demnach wurden Werte von (schwerpunktmäßig) lediglich 2 bis 8 ng TE/kg Boden gefunden.
Offensichtlich hat das BGA zu den Maßnahmen geraten, weil ihm ganz andere, nämlich höhere, Werte vorliegen als diejenigen, die vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium herausgegeben wurden.
Dazu fragen wir die Bundesregierung:
Fragen1
Wie erklärt sich die Bundesregierung die offensichtliche Diskrepanz zwischen den Werten, die dem BGA vorliegen und denjenigen, die vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium veröffentlicht wurden?