BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Architekturbiennale in Venedig (G-SIG: 12010574)

Unzureichende Beteiligung und mangelhafte Präsentation der Baukultur der Bundesrepublik Deutschland auf der Biennale

Ressort

Auswärtiges Amt

Datum

07.02.1992

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/187020.12.91

Architekturbiennale in Venedig

der Abgeordneten Peter Conradi, Angelika Barbe, Hans Gottfried Bernrath, Freimut Duve, Dr. Peter Eckardt, Evelin Fischer (Gräfenhainichen), Günter Graf, Achim Großmann, Gerlinde Hämmerle, Gabriele Iwersen, Renate Jäger, Dr. Ulrich Janzen, Marianne Klappert, Siegrun Klemmer, Fritz Rudolf Körper, Volkmar Kretkowski, Horst Kubatschka, Eckart Kuhlwein, Uwe Lambinus, Ulrike Mascher, Christoph Matschie, Christian Müller (Zittau), Michael Müller (Düsseldorf), Gerhard Neumann (Gotha), Doris Odendahl, Dr. Willfried Penner, Dr. Eckhart Pick, Rudolf Purps, Bernd Reuter, Dieter Schloten, Renate Schmidt (Nürnberg), Wilhelm Schmidt (Salzgitter), Rolf Schwanitz, Erika Simm, Dr. Hartmut Soell, Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast, Dr. Gerald Thalheim, Wolfgang Thierse, Hans-Günther Toetemeyer, Siegfried Vergin, Hans Wallow, Barbara Weiler, Gert Weisskirchen (Wiesloch), Inge Wettig-Danielmeier, Gudrun Weyel, Dieter Wiefelspütz und Berthold Wittich

Vorbemerkung

Bei der 5. Architekturbiennale in Venedig (6. September 1991 bis 6. Oktober 1991) waren über achtzig Nationen vertreten. Die meisten nutzten diese Gelegenheit, das kreative und innovative Potential ihrer Architekten und Architektinnen einer internationalen Öffentlichkeit eindrucksvoll vorzustellen.

Dies gilt nicht für die Bundesrepublik Deutschland. Eine Einladung zu der Architekturbiennale wurde von der Bundesregierung zuerst nicht beantwortet, dann nach drei Monaten abgelehnt. Erst aufgrund vielfacher Interventionen wurde die Bedeutung der Präsentation erkannt, wurden vom Bundesministerium des Innern und Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau — allerdings völlig unzureichende — Mittel bereitgestellt und der Bund Deutscher Architekten mit der Organisation beauftragt. Unter Zeitdruck entstand schließlich in sieben Wochen ein Beitrag, der von der Fachwelt als Blamage bezeichnet wurde.

Damit hat die Bundesregierung nicht nur mangelhaftes Gespür im Umgang mit der zeitgenössischen Architektur bewiesen. Sie hat auch gegen ihren Auftrag verstoßen, in Austausch und Dialog die kulturelle Wirklichkeit Deutschlands im Ausland zu präsentieren.

Wir fragen daher die Bundesregierung:

Fragen5

1

Welche Gründe haben die Bundesregierung dazu bewogen, erst mit erheblicher Verspätung der Einladung der Biennale nachzukommen?

2

Hält die Bundesregierung es dem Ansehen der Bundesrepublik Deutschland für dienlich, bei einer Präsentation der Architektur der achtziger Jahre in den Räumen des deutschen Pavillons mit einer Ausstellung über den Architekten Heinrich Tessenow (verstorben 1950) vertreten zu sein?

3

Glaubt die Bundesregierung, mit der in den Kellerräumen des italienischen Pavillons präsentierten Diaschau und den Schautafeln aus einer BDA-Präsentation der internationalen Öffentlichkeit einen umfassenden und informativen Einblick in die aktuelle Baukultur der Bundesrepublik Deutschland gegeben zu haben?

4

Warum hat die Bundesregierung es nicht für notwendig befunden, einen offiziellen Vertreter der Bundesregierung zur Eröffnung des deutschen Pavillons nach Venedig zu entsenden?

5

Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß der deutsche Pavillon in Venedig für repräsentative Ausstellungen der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr zeitgemäß ist, insbesondere weil er aus der Zeit des Nationalsozialismus stammt?

Bonn, den 20. Dezember 1991

Peter Conradi Angelika Barbe Hans Gottfried Bernrath Freimut Duve Dr. Peter Eckardt Evelin Fischer (Gräfenhainichen) Günter Graf Achim Großmann Gerlinde Hämmerle Gabriele Iwersen Renate Jäger Dr. Ulrich Janzen Marianne Klappert Siegrun Klemmer Fritz Rudolf Körper Volkmar Kretkowski Horst Kubatschka Eckart Kuhlwein Uwe Lambinus Ulrike Mascher Christoph Matschie Christian Müller (Zittau) Michael Müller (Düsseldorf) Gerhard Neumann (Gotha) Doris Odendahl Dr. Willfried Penner Dr. Eckhart Pick Rudolf Purps Bernd Reuter Dieter Schloten Renate Schmidt (Nürnberg) Wilhelm Schmidt (Salzgitter) Rolf Schwanitz Erika Simm Dr. Hartmut Soell Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast Dr. Gerald Thalheim Wolfgang Thierse Hans-Günther Toetemeyer Siegfried Vergin Hans Wallow Barbara Weiler Gert Weisskirchen (Wiesloch) Inge Wettig-Danielmeier Gudrun Weyel Dieter Wiefelspütz Berthold Wittich

Ähnliche Kleine Anfragen