Kostensenkung beim Ausbau der Eisenbahnstrecke Erfurt–Nürnberg
der Abgeordneten Katrin Kunert, Dorothee Menzner, Eva Bulling-Schröter, Kersten Naumann, Bodo Ramelow und der Fraktion DIE LINKE.
Vorbemerkung
Der Bau der Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitstrasse Nürnberg–Erfurt könnte erheblich höhere Kosten verursachen als bislang erwartet. Deshalb beauftragte die Bürgerinitiative „Das bessere Bahnkonzept“ ein Münchener Verkehrsplanungsbüro, mögliche Kostensenkungen zu untersuchen. Dieses Planungsbüro kam zu dem Ergebnis, dass im Bereich zwischen Rödental und Lichtenfels bzw. Ebensfeld in Bayern die Baukosten um etwa 500 Mio. Euro gesenkt werden könnten, wenn die zwischen Rödental und Ebensfeld bereits vorhandene Eisenbahntrasse ausgebaut und mit genutzt würde.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Aus welchen Gründen wird darauf verzichtet, die zwischen Rödental und Ebensfeld vorhandene Eisenbahntrasse auszubauen und zu nutzen?
Welche Prüfungsschritte und -ergebnisse kann die Bundesregierung hinsichtlich der Untersuchung einer Nutzung der vorhandenen Eisenbahntrasse Rödental–Ebensfeld benennen?
Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung für den Ausbau von Eisenbahnstrecken und -tunneln – unter anderem im Thüringer Wald – hinsichtlich der Gefahr einer Kollision von Reisezügen und Tierherden, ähnlich der, die sich am 29. April 2008 im Landrückentunnel bei der Stadt Fulda in Hessen ereignete?
Wie erklärt die Bundesregierung, dass entgegen fachlichen Vorgaben – unter anderem von Seiten des Eisenbahnbundesamts (EBA) – für Eisenbahntunnel, die im Thüringer Wald und in dessen geologisch instabilem Vorland (einer Bruchschollenlandschaft) gebaut werden sollen, keine Zwillingsröhren vorgesehen sind?
Wie gedenkt die Bundesregierung, den Schaden auszugleichen, den eine Tropfsteinhöhle nehmen könnte, die ein Naturdenkmal darstellt, durch den Bau des Bleßbergtunnels der geplanten Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke Erfurt–Nürnberg?