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Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Anaerobe Vergärung als Baustein der Abfallverwertung (G-SIG: 12011378)

Höhe, regionale Unterschiede und Anteil der organischen Abfälle beim durchschnittlichen Hausmüllaufkommen, Verwertung von Hausmüll und gewerblichen Abfällen durch anaerobe Vergärung oder Kompostierung, Erkenntnisse durch die vom Bundesforschungsministerium bzw. vom Bayerischen Umweltministerium geförderte Versuchsanlage der Biotechnischen Abfallverwertung in Garching, globale Bewertung der anaeroben Vergärung im Vergleich zur Kompostierung, Verbrennung und Deponierung (einschließlich Energiebilanz), Einsatz bei der Vorbehandlung von Restmüll

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

12.05.1993

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/464725.03.93

Anaerobe Vergärung als Baustein der Abfallverwertung

der Abgeordneten Michael Müller (Düsseldorf), Gerd Andres, Friedhelm Julius Beucher, Lieselott Blunck (Uetersen), Hans Büttner (Ingolstadt), Ursula Burchardt, Marion Caspers-Merk, Peter Conradi, Dr. Marliese Dobberthien, Ludwig Eich, Lothar Fischer (Homburg), Anke Fuchs (Köln), Arne Fuhrmann, Monika Ganseforth, Konrad Gilges, Susanne Kastner, Dr. Liesel Hartenstein, Renate Jäger, Klaus Kirschner, Siegrun Klemmer, Regina Kolbe, Horst Kubatschka, Dr. Klaus Kübler, Dieter Maaß (Herne), Ulrike Mascher, Ulrike Mehl, Jutta Müller (Völklingen), Adolf Ostertag, Dr. Martin Pfaff, Manfred Reimann, Otto Schily, Ottmar Schreiner, Dietmar Schütz, Ernst Schwanhold, Hans Georg Wagner, Wolfgang Weiermann, Barbara Weiler, Reinhard Weis (Stendal), Dr. Axel Wernitz

Vorbemerkung

Nach wie vor machen organische Substanzen von allen Stoffgruppen den größten Anteil am Hausmüll aus. Da sich organischer Abfall in der Regel kaum vermeiden läßt, ist eine möglichst umweltgerechte Verwertung besonders wichtig. Sie könnte die Deponien entlasten und den Bedarf an Müllverbrennungsanlagen verringern. Hinzu schreiben Koch/Seeberger/Petrick in dem Handbuch „Ökologische Müllverwertung", daß eine Kombination aus getrennter Wertstofferfassung und Biogasherstellung in der Gesamtschau das ökologisch und ökonomisch optimale Verfahren zur Müllverwertung sei.

Die in vielen Gemeinden und Haushalten durchgeführte Kornpostierung ist zwar grundsätzlich positiv zu bewerten, sie hat aber bei einem Einsatz im großtechnischen Maßstab auch Nachteile.

Wir fragen daher die Bundesregierung nach einer Bewertung der jüngst entwickelten Verfahren zur anaeroben Vergärung:

Allgemeines

1. Wieviel beträgt das durchschnittliche Hausmüllaufkommen pro Einwohner?

1.1 Gibt es auffallende regionale Unterschiede oder solche nach Stadt und Land?

2. Wie hoch ist der Anteil der organischen Abfälle?

2.1 Wieviel könnte davon nach Auffassung der Bundesregierung durch anaerobe Vergärung oder Kompostierung verwertet werden?

2.2 Inwieweit können gewerbliche Abfälle durch anaerobe Vergärung oder Kompostierung verwertet werden, und welche Branchen kommen dafür am ehesten in Frage?

2.3 Welche weiteren Anwendungsbereiche (z. B. Entsorgung von Klärschlamm) bestehen für die anaerobe Vergärung?

3. Wie hoch ist die Gesamtausbeute an Biogas, und wie stellt sich die Energiebilanz bei der anaeroben Vergärung insgesamt dar?

Forschungsergebnisse

4. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung durch die vom Bundesministerium für Forschung und Technologie und später vom Bayerischen Umweltministerium geförderte Versuchsanlage der Biotechnischen Abfallverwertung GmbH und Co. KG in Garching gewonnen?

4.1 Welche Informationen davon sind in Veröffentlichungen und Empfehlungen von Bund und Ländern eingeflossen?

4.2 Welche sonstigen Verfahren zur anaeroben Vergärung im großtechnischen Maßstab sind im In- oder Ausland erprobt?

Globale Bewertung

5. Wie ist die anaerobe Vergärung im Vergleich zur Kompostierung, zur Verbrennung und Deponierung unter ökologischen Gesichtspunkten (einschließlich Energiebilanz) insgesamt zu bewerten?

5.1 Wie sieht es mit der Praktikabilität des Verfahrens und mit den Kosten aus?

5.2 Ist eine Bezuschussung der Investitionskosten für biologische Abfallverwertung in den neuen Ländern möglich, wenn nicht, ist die Bundesregierung ggf. bereit, hier eine Förderung einzuführen?

Restmüll

6. Kann die anaerobe Vergärung bei der Vorbehandlung von Restmüll eine vorteilhafte Alternative bzw. Ergänzung zur Restmüllrotte (Modell Schaffhausen) darstellen?

6.1 Wie ist das Verhältnis von mechanisch-biologischer Restmüllbehandlung unter Einschluß der anaeroben Vergärung gegenüber der Verbrennung zu sehen?

6.2 Ist der Glühverlust und der TOC-Wert für die auf der Deponie zu erwartende Aktivität eines Materials tatsächlich ein geeigneter Bewertungsmaßstab, obwohl damit auch praktisch nicht abbaubare Stoffe erfaßt würden (z. B. Kunststoffe, langkettige Kohlenwasserstoffe)?

Fragen16

1

Wieviel beträgt das durchschnittliche Hausmüllaufkommen pro Einwohner?

1

Gibt es auffallende regionale Unterschiede oder solche nach Stadt und Land?

2

Wie hoch ist der Anteil der organischen Abfälle?

2

Wieviel könnte davon nach Auffassung der Bundesregierung durch anaerobe Vergärung oder Kompostierung verwertet werden?

2

Inwieweit können gewerbliche Abfälle durch anaerobe Vergärung oder Kompostierung verwertet werden, und welche Branchen kommen dafür am ehesten in Frage?

2

Welche weiteren Anwendungsbereiche (z. B. Entsorgung von Klärschlamm) bestehen für die anaerobe Vergärung?

3

Wie hoch ist die Gesamtausbeute an Biogas, und wie stellt sich die Energiebilanz bei der anaeroben Vergärung insgesamt dar?

4

Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung durch die vom Bundesministerium für Forschung und Technologie und später vom Bayerischen Umweltministerium geförderte Versuchsanlage der Biotechnischen Abfallverwertung GmbH und Co. KG in Garching gewonnen?

4

Welche Informationen davon sind in Veröffentlichungen und Empfehlungen von Bund und Ländern eingeflossen?

4

Welche sonstigen Verfahren zur anaeroben Vergärung im großtechnischen Maßstab sind im In- oder Ausland erprobt?

5

Wie ist die anaerobe Vergärung im Vergleich zur Kompostierung, zur Verbrennung und Deponierung unter ökologischen Gesichtspunkten (einschließlich Energiebilanz) insgesamt zu bewerten?

5

Wie sieht es mit der Praktikabilität des Verfahrens und mit den Kosten aus?

5

Ist eine Bezuschussung der Investitionskosten für biologische Abfallverwertung in den neuen Ländern möglich, wenn nicht, ist die Bundesregierung ggf. bereit, hier eine Förderung einzuführen?

6

Kann die anaerobe Vergärung bei der Vorbehandlung von Restmüll eine vorteilhafte Alternative bzw. Ergänzung zur Restmüllrotte (Modell Schaffhausen) darstellen?

6

Wie ist das Verhältnis von mechanisch-biologischer Restmüllbehandlung unter Einschluß der anaeroben Vergärung gegenüber der Verbrennung zu sehen?

6

Ist der Glühverlust und der TOC-Wert für die auf der Deponie zu erwartende Aktivität eines Materials tatsächlich ein geeigneter Bewertungsmaßstab, obwohl damit auch praktisch nicht abbaubare Stoffe erfaßt würden (z. B. Kunststoffe, langkettige Kohlenwasserstoffe)?

Bonn, den 25. März 1993

Michael Müller (Düsseldorf) Gerd Andres Friedhelm Julius Beucher Lieselott Blunck (Uetersen) Hans Büttner (Ingolstadt) Ursula Burchardt Marion Caspers -Merk Peter Conradi Dr. Marliese Dobberthien Ludwig Eich Lothar Fischer (Homburg) Anke Fuchs (Köln) Arne Fuhrmann Monika Ganseforth Konrad Gilges Susanne Kastner Dr. Liesel Hartenstein Renate Jäger Klaus Kirschner Siegrun Klemmer Regina Kolbe Horst Kubatschka Dr. Klaus Kübler Dieter Maaß (Herne) Ulrike Mascher Ulrike Mehl Jutta Müller (Völklingen) Adolf Ostertag Dr. Martin Pfaff Manfred Reimann Otto Schily Ottmar Schreiner Dietmar Schütz Ernst Schwanhold Hans Georg Wagner Wolfgang Weiermann Barbara Weiler Reinhard Weis (Stendal) Dr. Axel Wernitz

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