Auswirkungen drahtloser Kommunikationstechnologien auf Tiere und Pflanzen
der Abgeordneten Lutz Heilmann, Karin Binder, Hans-Kurt Hill und der Fraktion DIE LINKE.
Vorbemerkung
Eine Möglichkeit, die Wirkungen von Mobilfunkstrahlung zu untersuchen, ohne auf Menschen zurückgreifen zu müssen, ist die Beobachtung der Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere. Eine Einwirkung von elektromagnetischer Strahlung auf Pflanzen wird bislang überwiegend bestritten und es werden international kaum Forschungsvorhaben auf diesem Gebiet durchgeführt.
Seit mehreren Jahren werden in vielen europäischen Städten unerklärliche, erhebliche Vitalitätsverluste bei vielen Baumarten festgestellt. Dr. Volker Schorpp stellte den Verdacht auf Baumschäden durch Hochfrequenzexposition anhand von Fotodokumentationen auf einem Fachgespräch des Bundesamtes für Strahlenschutz am 2. August 2006 vor (Protokoll_FGesprBfSAezte.pdf unter www.bfs.de).
Neben einer Reihe von Fallbeschreibungen bei Milchrindern, Schweinen und Geflügel gibt die bayerische Rinderstudie (Löscher/Käs 1998) Anlass zur Besorgnis, die erhebliche Unterschiede zwischen hoch und niedrig exponierten Betrieben zeigte, u. a. Auszehrung, sowie spontane Fehl- und Totgeburten und eine Erhöhung von Missgeburten sowie Verhaltensänderungen, die zu einem Rückgang der Milchleistung führten.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
Welche Studien hat die Bundesregierung zur Auswirkung elektromagnetischer Strahlung auf die belebte Umwelt bislang veranlasst, und welche sind davon bislang abgeschlossen?
Beabsichtigt die Bundesregierung, weitere Studien und Untersuchungen zu den Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern auf die belebte Umwelt zu veranlassen?
Wenn ja, welche?
Wenn nein, warum nicht?
Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung auf Nutztiere, Haustiere, Wildtiere, Vögel, Bienen und Insekten sowie Pflanzen vor?
Werden Fälle von negativen Auswirkungen auf Leistung, Gesundheit und Verhalten landwirtschaftlicher Nutztiere erfasst?
Wenn nein, warum nicht?
Wenn ja, wo können sich betroffene Landwirte melden?
Ist die Bundesregierung bereit, eine Nachfolgestudie zur bayerischen Rinderstudie zu finanzieren?
Wenn nein, warum nicht?
Welche Konsequenzen hat die Bundesregierung aus dem Fachgespräch am 2. August 2006 über den Verdacht auf mögliche Pflanzenschäden gezogen?
Ist die Bundesregierung bereit, auffällige Beobachtungen an Tieren und Pflanzen, die in Zusammenhang mit Mobilfunk stehen, mindestens jährlich zu veröffentlichen, um die Bevölkerung zu sensibilisieren?