Die Bundesregierung plant verschiedene Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Internationalen Jahr des Menschenrechtslernens oder wird im Rahmen bereits geplanter oder laufender Aktivitäten anlässlich des Internationalen Jahrs des Menschenrechtslernens die Themen Menschenrechte und Menschenrechtslernen besonders in den Mittelpunkt stellen.
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) veranstaltet vom 8. bis 10. Dezember 2008 im Rahmen der Konferenzreihe „Politik gegen den Hunger“ die Konferenz „Politik gegen Hunger – Das Recht auf Nahrung ist Menschenrecht“.
Mit der Veranstaltung wird im Jahr des 60. Jubiläums der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein Diskussionsforum geschaffen, das sich den Themenkomplexen Ernährungssicherheit und der Umsetzung der Freiwilligen Leitlinien zum Recht auf Nahrung und damit des Rechte basierten Ansatzes bei der Hungerbekämpfung widmet. Dabei werden Fragen des Zugangs zu reproduktiven Ressourcen wie Land und Wasser einbezogen.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bereitet zum 60. Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte unterschiedliche Beiträge vor und wird während des Internationalen Jahres des Menschenrechtslernens seine Aus- und Fortbildungsangebote für Mitarbeitende des Ministeriums und seiner Durchführungsorganisationen zur Anwendung des Menschenrechtsansatzes in der entwicklungspolitischen Praxis weiter ausbauen. Das BMZ führt regelmäßig Dialogveranstaltungen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren zur menschenrechtsorientierten Entwicklungszusammenarbeit durch.
Der im März 2008 vorgestellte zweite Entwicklungspolitische Aktionsplan für Menschenrechte 2008 bis 2010 benennt die Fort- und Weiterbildung zum Menschenrechtsansatz in der Entwicklungszusammenarbeit und das Zusammenwirken mit zivilgesellschaftlichen Akteuren unter den 25 Maßnahmen, an deren Umsetzung intensiv gearbeitet wird.
Im Auftrag des BMZ führt die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) folgende Sektorvorhaben durch: „Menschenrechte umsetzen in der Entwicklungszusammenarbeit“, „Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten“ und „Schutz von Minderjährigen vor sexueller Ausbeutung“.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat eine Reihe verschiedener Initiativen ergriffen, um Kinder und Jugendliche, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer sowie die Eltern über Kinderrechte zu informieren:
- Die Broschüre „Die Rechte der Kinder – von Logo einfach erklärt“ gibt einen kindgemäßen Überblick über die UN-Kinderrechtskonvention. Die Publikation erscheint in deutscher, türkischer und russischer Sprache.
- Die Broschüre „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“ wendet sich an die Zielgruppe der Erwachsenen, um sie über die Bestimmungen der UN-Kinderrechtskonvention im Wortlaut zu informieren.
- Der „Koffer voller Kinderrechte“, eine umfangreiche Materialiensammlung in Form von Broschüren, Büchern und Filmen, bietet vielfältige Informationen sowohl über Kinderrechte als auch über Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Zielgruppen sind pädagogische Fachkräfte in Verbänden sowie in schulischen und außerschulischen Institutionen. In Fortsetzung und Erweiterung des Kinderrechtekoffers wird bis Ende 2008 eine Online-Version erstellt, die über das Web-Portal des „Nationalen Aktionsplans für ein kindergerechtes Deutschland 2005 – 2010 (NAP)“ – www.kindergerechtes-deutschland.de – zur Verfügung stehen wird.
- Seit April 2008 wird im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Projekt zur Kinder- und Jugendbeteiligung bei der Umsetzung des „Nationalen Aktionsplans für ein kindergerechtes Deutschland 2005 – 2010 (NAP)“ durchgeführt. In einer ersten Broschüre mit dem Titel „Wir machen Deutschland kindergerecht“ werden die Inhalte des NAP mit ihren Bezügen zur UN-Kinderrechtskonvention für Kinder und Jugendliche leicht verständlich zusammengefasst.
Das BMFSFJ hat außerdem eine Broschüre zum Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) veröffentlicht. Diese gibt einen informativen und kompakten Überblick über CEDAW, das wichtigste internationale Menschenrechtsinstrument für Frauen.
Unter Federführung des BMFSFJ wurde am 27. September 2007 der „Aktionsplan II der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen“ veröffentlicht. Ein Teil seiner insgesamt über 130 nationalen und internationalen Maßnahmen zum Abbau von Menschenrechtsverletzungen, darunter auch solche zur Qualifizierung und Sensibilisierung, wird in das Internationale Jahr des Menschenrechtslernens fallen.
Im Rahmen des Themenfeldes „Lebenssituation von Frauen und Mädchen verbessern, Gleichberechtigung verwirklichen“ des von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gemeinsam mit der Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel, initiierten Nationalen Integrationsplanes sind im Bereich „Häusliche Gewalt“ bzw. „Gewalt gegen Frauen“ verschiedene Akteure eine Reihe von Selbstverpflichtungen eingegangen, deren Umsetzung zum Teil auch in das Internationale Jahr des Menschenrechtslernens fallen wird.
Im Bereich „Häusliche Gewalt“ klärt die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration mit dem – in arabischer, deutscher, englischer, russischer, serbokroatischer und türkischer Sprache aufgelegten – Flyer „Tatort Familie – Wege aus der Gewalt“ (auch über die Internetpräsenz) über die Rechte der Betroffenen auf und zeigt Möglichkeiten der Hilfe auf.
Die Bundeszentrale für politische Bildung im Zuständigkeitsbereicht des Bundesministeriums des Innern setzt sich im Rahmen ihrer politischen Bildungsarbeit für Information, Aufklärung und Sensibilisierung hinsichtlich der Menschenrechte ein und bietet verschiedene Print- und Onlineprodukte zum Internationalen Jahr des Menschenrechtslernens an, u. a.:
In Vorbereitung sind außerdem u. a.:
- Aus Politik und Zeitgeschichte: UN und Menschenrechte (Arbeitstitel), Ausgabe 46/2008, erscheint am 10. November 2008
- Christine Schulz-Reiss, Nachgefragt: Menschenrechte und Demokratie. Basiswissen zum Mitreden, erscheint im 3. Quartal 2008 (für junge Leser/ Leserinnen ab etwa 14 Jahren).