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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Geheimhaltung von Störfällen in Atomkraftwerken (G-SIG: 11000318)

Geheimhaltung erhöhter Meßwerte für Radioaktivität, die mutmaßlich auf einen Unfall in einem sowjetischen Atomkraftwerk zurückgingen, durch das Bundesumweltministerium

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

13.05.1987

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/20429.04.87

Geheimhaltung von Störfällen in Atomkraftwerken

der Abgeordneten Frau Rust und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Geheimhaltung von Störfällen in Atomkraftwerken

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen6

1

Warum hat das Bundesumweltministerium die Werte (speziell die beobachteten Verhältnisse von Jod 131 zu Xenon 133 sowie Xenon 135 zu Xenon 133) geheimgehalten, die zur Vermutung Anlaß gaben, es könnte sich ein Unfall in einem sowjetischen Atomkraftwerk ereignet haben?

2

Wo wurden erhöhte Werte gemessen, und wie hoch waren diese?

3

Warum hat die Bundesregierung nichts unternommen, um von der Sowjetunion nähere Informationen über die Herkunft der Radioaktivität zu bekommen, obwohl ministeriumsintern die Möglichkeit eines sowjetischen Reaktorstörfalls diskutiert wurde?

4

Warum wurde der Untersuchungsbericht des Instituts für Atmosphärische Radioaktivität geheimgehalten?

5

Zu welchen Ergebnissen ist die Strahlenschutzkommission bei der Diskussion des Berichts des Instituts für Atmosphärische Radioaktivität gekommen, und warum hat sie diese der Öffentlichkeit vorenthalten?

6

Was sagt die Bundesregierung zu dem Vorwurf, daß der damalige Bundesumweltminister Dr. Wallmann während seiner Zeit als Spitzenkandidat der CDU die erhöhten Werte bewußt verschwiegen haben soll mit dem Ziel, seine Wahlchancen nicht zu gefährden?

Bonn, den 29. April 1987

Ebermann, Frau Rust, Frau Schoppe und Fraktion

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