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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Aufklärung des Schicksals von Deutschen und deutschstämmigen verschwundenen Argentiniern (G-SIG: 11000625)

Suche nach 72 Personen, die zwischen 1976 und 1983 in Argentinien verschwunden sind; Haltung der Bundesregierung gegenüber der 1987 erfolgten Amnestierung der wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagter Personen, Liste von Folterern

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Auswärtiges Amt

Datum

02.10.1987

Aktualisiert

07.08.2024

Deutscher BundestagDrucksache 11/63622.07.87

Aufklärung des Schicksals von Deutschen und deutschstämmigen verschwundenen Argentiniern

der Abgeordneten Frau Nickels und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Wie schätzt die Bundesregierung die Möglichkeiten zur Aufklärung des Schicksals der 72 Deutschen und deutschstämmigen Argentinier, die zur Zeit der Militärdiktatur vom 26. März 1976 bis 10. Dezember 1983 in Argentinien verschwunden sind, nach der Verabschiedung des Punto-Final-Gesetzes: Ley No 23.492 und des Obedienciadebida-Gesetzes vom 4. Juni 1987 in Argentinien ein?

2

Wie bewertet die Bundesregierung den Umstand, daß nach Verabschiedung dieser beiden Gesetze

a) unter Umständen die Verantwortlichen für das Schicksal der oben genannten Menschen nicht mehr unter Anklage gestellt und ihrer Bestrafung entgehen können, und

b) daß bereits mehr als 200 Offiziere, die unter Anklage standen, wieder freigelassen wurden?

3

Ist der Bundesregierung die von der Commission Nacional Sobre La Desaparecion De Las Personas zusammengestellte Liste von über 1 300 Folterern aus der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien von 1976 bis 1983 bekannt?

4

Ist die Bundesregierung bereit, dafür Sorge zu tragen, daß wenigstens diese Folterer nicht in den diplomatischen Dienst übernommen werden und nicht von der Bundesregierung akzeptiert werden?

Bonn, den 22. Juli 1987

Frau Nickels Ebermann, Frau Rust, Frau Schoppe und Fraktion

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