Atomarer Schrott (II)
des Abgeordneten Dr. Daniels (Regensburg) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Kleine Anfrage
des Abgeordneten Dr. Daniels (Regensburg) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Atomarer Schrott (II)
Wir fragen die Bundesregierung:
In Niederaichbach wurde trotz laufender Klagen der Sofortvollzug der ersten Abbruchgenehmigung durch das bayerische Umweltministerium erteilt. Zur Entsorgung stillgelegter Kernbrennstoffanlagen ergeben sich folgende Fragen:
Fragen17
Welche Mengen an radioaktivem Material sind aus dem Abriss von Niederaichbach zu erwarten, an
a) Kernbrennstoffen,
b) Werkzeugen,
c) Arbeitskleidungen,
d) Baustoffen,
e) sonstigen Materialien?
Welche Mengen fallen an hoch-, mittel- und schwachradioaktiven Materialien an?
Von wem werden diese Materialien aus Niederaichbach wegtransportiert, wo sollen sie zwischen- und wo endgelagert werden?
Ist sichergestellt, daß keinerlei Materialien auf der Deponie Spitzlberg bei Landshut landen werden?
Mit welcher Strahlenbelastung ist bei den wegtransportierten Materialien zu rechnen?
Mit welchen Emissionen ist beim Abriss zu rechnen und mit welchen Abwasserbelastungen?
Wie hoch wird voraussichtlich die Strahlenbelastung der Arbeiter sein, wenn planmäßig die Sicherheitskugel zersägt wird? Können die Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung eingehalten werden, wenn ein Beschäftigter dort täglich über ein Jahr arbeitet?
An welche Verwendung ist für den Schrott gedacht? Welche Produkte sollen hiervon hergestellt werden? Gibt es schon potentielle Produzenten? Wann ist mit Aufnahme einer solchen Produktion frühestens zu rechnen?
Welches sind die „sicherheitstechnischen und forschungspolitischen Interessen", die den Sofortvollzug des Abrisses notwendig machen?
Was ist mit den stillgelegten Kraftwerken Gundremmingen I, Lingen I, Kahl und Mehrzweckforschungsreaktor Karlsruhe geplant? Welche weiteren Forschungsarbeiten sind an diesen Reaktoren geplant, welche werden zur Zeit durchgeführt?
Mit welchen Schrottmengen ist bei diesen vier Atomreaktoren zu rechnen? In welchen Mengen fällt dabei hoch-, mittel- oder schwachradioaktiver Abfall an?
Welche Genehmigungsvoraussetzungen mußte die GKSS erfüllen, um den Reaktordruckbehälter der „Otto Hahn" zu erhalten?
Welche Strahlenbelastung geht z. Z. hiervon aus?
Wie viele Menschen kommen in die Nähe des Reaktordruckbehälters? Welche Strahlenbelastung wurde bei ihnen gemessen?
Wie lange soll die derzeitige Lagerung anhalten? Wird die jetzige Lagerung als sichere Zwischenlagerung für einen längeren Zeitraum erachtet?
Welche weiteren Planungen bestehen für den Druckbehälter?
Wo sind in der Bundesrepublik Deutschland Zwischen- oder Endlager für hoch-, mittel- und schwachradioaktives Material mit welchen Kapazitäten ausgewiesen, und wo sind welche geplant?
Welche Mengen wurden an den einzelnen Standorten bisher eingelagert?