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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Molke-Veredelungs-Geschäft mit Österreich (G-SIG: 11001127)

Beteiligung deutscher Firmen an der Veredelung von Molke aus Österreich zu Laktose und deren Reexport, hierfür gewährte Zoll- oder sonstige Vergünstigungen; Verarbeitung belasteter Molke nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl; Ausgleich des damaligen Engpasses bei Molkepulver in der Pharma- und Ernährungsindustrie

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Datum

01.12.1987

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/117011.11.87

Molke-Veredelungs-Geschäft mit Österreich

der Abgeordneten Frau Saibold und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Molke-Veredelungs-Geschäft mit Österreich

Wir fragen die Bundesregierung:

1. Österreich besitzt angeblich keine Laktose-Fabriken. Seit Jahren lassen die Österreicher ihre Laktose in der Bundesrepublik Deutschland herstellen.

Welche Zollvergünstigungen oder sonstige Vergünstigungen erhalten hierdurch Firmen

  • a) aus Österreich,
  • b) aus der Bundesrepublik Deutschland beim Export bzw. Import?

2. Welche bundesdeutschen Firmen sind an dem Veredelungsgeschäft der Laktoseherstellung beteiligt und exportieren die Laktose speziell nach Österreich?

3. Aus einem Schreiben der Salzburger Landesregierung geht hervor, daß nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl große Mengen nicht für die Verfütterung geeigneter Molke von Österreich in die Bundesrepublik Deutschland „entsorgt" wurden.

Ab Sommer 1986 sollen (mit kurzen Unterbrechungen) täglich ca. 70 000 Liter, eingedickt als Molkekonzentrat, per Silowagen allein aus der Salzburger Region (Milchhof Salzburg und Firma Alpi) exportiert worden sein.

Haben die Firmen Meggle, Milei und Südmilch, wie DIE ZEIT vom 6. November 1987 berichtet, importiert oder importiertes Molkepulver/Konzentrat verarbeitet, und wie hoch waren diese Lieferungen radioaktiv belastet?

4. Aus diesem Molkekonzentrat wurden angeblich zum einen Milchzucker und zum anderen Molkeneiweiß für die Tablettenherstellung und andere Zwecke hergestellt.

  • a) Ist der Bundesregierung dies bekannt, oder wird sie den Sachverhalt prüfen lassen?
  • b) Wie wurde in der Pharmaindustrie, aber auch in der Ernährungsindustrie, der damalige plötzliche Engpaß bei Molkepulver ausgeglichen?

Fragen4

1

Österreich besitzt angeblich keine Laktose-Fabriken. Seit Jahren lassen die Österreicher ihre Laktose in der Bundesrepublik Deutschland herstellen. Welche Zollvergünstigungen oder sonstige Vergünstigungen erhalten hierdurch Firmen a) aus Österreich, b) aus der Bundesrepublik Deutschland beim Export bzw. Import?

2

Welche bundesdeutschen Firmen sind an dem Veredelungsgeschäft der Laktoseherstellung beteiligt und exportieren die Laktose speziell nach Österreich?

3

Aus einem Schreiben der Salzburger Landesregierung geht hervor, daß nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl große Mengen nicht für die Verfütterung geeigneter Molke von Österreich in die Bundesrepublik Deutschland „entsorgt" wurden. Ab Sommer 1986 sollen (mit kurzen Unterbrechungen) täglich ca. 70 000 Liter, eingedickt als Molkekonzentrat, per Silowagen allein aus der Salzburger Region (Milchhof Salzburg und Firma Alpi) exportiert worden sein. Haben die Firmen Meggle, Milei und Südmilch, wie DIE ZEIT vom 6. November 1987 berichtet, importiert oder importiertes Molkepulver/Konzentrat verarbeitet, und wie hoch waren diese Lieferungen radioaktiv belastet?

4

Aus diesem Molkekonzentrat wurden angeblich zum einen Milchzucker und zum anderen Molkeneiweiß für die Tablettenherstellung und andere Zwecke hergestellt.

a) Ist der Bundesregierung dies bekannt, oder wird sie den Sachverhalt prüfen lassen?

b) Wie wurde in der Pharmaindustrie, aber auch in der Ernährungsindustrie, der damalige plötzliche Engpaß bei Molkepulver ausgeglichen?

Bonn, den 11. November 1987

Frau Saibold Ebermann, Frau Rust, Frau Schoppe und Fraktion

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