Elefantengras — als sogenannter nachwachsender Rohstoff?
der Abgeordneten Frau Flinner, Kreuzeder und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Im Rahmen der Erforschung der sogenannten nachwachsenden Rohstoffe wird immer öfter Elefantengras genannt.
Von Wissenschaftlern der Forschungsanstalt für Pflanzenbau in Hornum (Nordjütland) werden die verschiedenen Nutzungsarten erforscht.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen26
Handelt es sich bei dem sogenannten Elefantengras um das aus Japan als Zierpflanze bekannte Miscanthus sinensis Giganteus oder das afrikanische Elephant-Grass, Pennisetum purpureum?
Ist Elefantengras bei uns als Lieferant größerer Rohstoffmengen vorgesehen?
Welche Hauptnutzung von Elefantengras wird angestrebt, a) Fasernutzung, b) Energienutzung, c) Futtermittel, d) sonstiges (z. B. als Dachdeckung statt Reet oder Stroh)?
Wie lange dauert die Vegetationsphase bei Elefantengras (von der Saat bis zur Ernte)?
Welche Ansprüche stellt Elefantengras an den Boden (z. B. humusreich, sandig, Lehm etc.)?
Mit welchen Auswirkungen ist beim Anbau von Elefantengras auf den Boden zu rechnen?
Welche Nährstoffansprüche stellt Elefantengras?
Welche Düngemittel sollen dafür eingesetzt werden?
Wie hoch wird der erforderliche Düngemitteleinsatz pro Jahr/ha geschätzt?
Kann Elefantengras als Bodenverbesserer angesehen werden?
Ist beim Anbau von Elefantengras eine Fruchtfolge vorgesehen? Wenn ja, welche (mit welchen Pflanzen soll gewechselt werden)?
Gibt es Erkenntnisse bezüglich Krankheitsanfälligkeit und Schädlingsbefall?
Mit welchen Schaderregern ist beim Anbau in der Bundesrepublik Deutschland zu rechnen?
Wie erfolgt die Bekämpfung von Schädlingen und Krankheit?
Wie erfolgt die Bekämpfung von Unkraut (welche Herbizide kämen in Frage)?
Welche Erntetechnik ist bei Elefantengras möglich?
Welche Maschinen sind dafür erforderlich?
Mit welcher mechanischen Bodenbelastung (Bodendruck, Bodenverdichtung) ist bei Bearbeitung und Ernte von Elefantengras zu rechnen?
Wie hoch wird die Erntemenge pro Jahr/ha geschätzt a) als Rohmasse, b) als Trockenmasse?
Mit welchen Emissionen ist bei Aufbereitung und Verarbeitung von Elefantengras zu rechnen (z. B. Staubentwicklung, Abwasserbelastung)?
Wird vor dem Einstieg in die Produktion eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt?
Bei der Nutzung von Elefantengras als Energieträger stellen sich folgende Fragen:
a) Welche Anlagen sind für die Verbrennung von Elefantengras geeignet?
b) Kann man Elefantengras in allen herkömmlichen Verbrennungsanlagen verbrennen?
c) Sieht die Bundesregierung bei der Nutzung von Elefantengras eine Chance für eine dezentrale Energieversorgung?
d) Ist beim Verbrennen von Elefantengrasstroh mit Rückständen zu rechnen?
e) Wie hoch ist der Gesamtbrennwert pro Jahr/ha?
f) Wie hoch ist die Kostenbilanz im Vergleich zu anderen Energieträgern, z. B. zu Erdöl, zu Stroh, zu „Biosprit"?
g) Wodurch unterscheidet sich Elefantengras durch dessen Verbrennungsverhalten von anderen Energieträgern wie Erdöl, Stroh, „Biosprit"?
Wie hoch muß Elefantengras pro Hektar bei gleicher Wirtschaftlichkeit gegenüber herkömmlichen Energieträgern (wie Erdöl, Gas, Stroh) oder „Biosprit" subventioniert werden?
Wie hoch ist die Rentabilität gegenüber anderen Energieträgern? Ab welchem Preisniveau ist Elefantengras mit herkömmlichen Energieträgern konkurrenzfähig?
Kommt Elefantengras auch als Viehfutter in Frage? Für welche Tiere?
Ist durch den großflächigen Anbau von Elefantengras mit Veränderungen und Beeinträchtigungen des Landschaftsbilds zu rechnen?
Ist es denkbar, daß der großflächige Anbau von Elefantengras, also einer bei uns nicht beheimateten Pflanze, Gefahren für die heimische Tierwelt bringt, wie dies z. B. bei anderen allein durch züchterische Veränderung von Raps (Reh- und Hasensterben) geschehen ist?