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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Bodenverseuchung mit Quecksilber (G-SIG: 11003743)

Sanierungsarbeiten auf dem Betriebsgelände der Firma E. F. Frankfurt-Griesheim, Freisetzung von Quecksilber, Rückgabe von Fördermitteln

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Datum

06.06.1989

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/447403.05.89

Bodenverseuchung mit Quecksilber

der Abgeordneten Frau Hensel und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die Firma E. & F. in Frankfurt am Main-Griesheim hat in den Jahren 1972 bis 1988 eine Anlage zur Rückgewinnung von Quecksilber betrieben.

Die Firma erhielt Fördermittel der Bundesregierung zur „Reduzierung der von Abfallbeseitigungsanlagen ausgehenden Quecksilberbelastung der Umwelt am Beispiel verbrauchter Leuchtstoffröhren".

Seit Anfang dieses Jahres wird das Betriebsgelände der Fa. E. & F. in Frankfurt am Main-Griesheim saniert. Die Anwohner haben die durchaus berechtigte Befürchtung, daß bei diesen Sanierungsarbeiten weitere große Mengen an Quecksilber freigesetzt werden könnten.

Wir fragen die Bundesregierung:

1. Kann die Bundesregierung bestätigen, daß nach den vorliegenden Untersuchungen des Betriebsgeländes eine Quecksilberverseuchung bis zu 28 Metern vorliegen soll? Welche diesbezüglichen Meßergebnisse über Hg-Konzentrationen liegen vor?

2. Kann die Bundesregierung bestätigen, daß der zuständigen Staatsanwaltschaft und den Genehmigungsbehörden mindestens seit 1982 die Hg-Verseuchung des Firmengeländes bekannt waren?

3. Seit wann hat die Bundesregierung Kenntnis von den oben benannten Zuständen auf dem Betriebsgelände, die für Menschen und Umwelt eine Jahre andauernde Gefährdung darstellen?

4. In welchem Umfang und für welchen Zeitraum wurden Forschungs- und Fördermittel des Bundes an die Firma E. & F. vergeben?

5. Wurde die Vergabe dieser Mittel an Auflagen gebunden, und wenn ja, an welche?

6. Wie wurde die Einhaltung gegebenenfalls erteilter Auflagen überwacht?

7. Wird die Bundesregierung auf die Rückzahlung der Fördermittel bestehen?

8. Wird die Bundesregierung auf eine umweltverträgliche Sanierung der Altlasten dringen, und wenn ja, in welcher Form?

Fragen8

1

Kann die Bundesregierung bestätigen, daß nach den vorliegenden Untersuchungen des Betriebsgeländes eine Quecksilberverseuchung bis zu 28 Metern vorliegen soll? Welche diesbezüglichen Meßergebnisse über Hg-Konzentrationen liegen vor?

2

Kann die Bundesregierung bestätigen, daß der zuständigen Staatsanwaltschaft und den Genehmigungsbehörden mindestens seit 1982 die Hg-Verseuchung des Firmengeländes bekannt waren?

3

Seit wann hat die Bundesregierung Kenntnis von den oben benannten Zuständen auf dem Betriebsgelände, die für Menschen und Umwelt eine Jahre andauernde Gefährdung darstellen?

4

In welchem Umfang und für welchen Zeitraum wurden Forschungs- und Fördermittel des Bundes an die Firma E. & F. vergeben?

5

Wurde die Vergabe dieser Mittel an Auflagen gebunden, und wenn ja, an welche?

6

Wie wurde die Einhaltung gegebenenfalls erteilter Auflagen überwacht?

7

Wird die Bundesregierung auf die Rückzahlung der Fördermittel bestehen?

8

Wird die Bundesregierung auf eine umweltverträgliche Sanierung der Altlasten dringen, und wenn ja, in welcher Form?

Bonn, den 3. Mai 1989

Frau Hensel Dr. Lippelt (Hannover), Frau Oesterle-Schwerin, Frau Dr. Vollmer und Fraktion

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