Kadettenausbildung für deutsche Kinder in Südafrika mit bundesdeutschen Geldern
der Abgeordneten Frau Eid und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Die deutsche Schule in Johannesburg (DSJ) ist als südafrikanische Privatschule gemäß Gesetz Nr. 104 vom 24. September 1986 von der südafrikanischen Regierung anerkannt worden.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Wie hoch ist die Unterstützung der „DSJ" durch die Bundesregierung nach der Neuregistrierung durch die südafrikanische Regierung und wie hoch war sie vorher (pro Jahr)?
Was waren die Gründe für den Antrag von Vorstand und Schulleiter der „DSJ" zur Neuregistrierung, und wie verhielt sich die Bundesregierung gegenüber diesem Ansinnen der Schule?
Ist es richtig, daß durch den Antrag und die darauffolgende finanzielle Unterstützung der „DSJ" durch Südafrika (am 1. März 1987 z. B. erhielt sie 602 451 Rand) sie sich vollends den Bestimmungen für „weiße" Schulen in Südafrika unterworfen hat, und wie wirkt sich dies aus?
Wie groß ist die Schülerzahl der „DSJ", und wie viele Schüler sind schwarz?
Zu dem von der „DSJ" zu übernehmenden, für weiße Südafrikaner vorgeschriebenen Curriculum gehört ein Kadettentraining, dem ein Handbuch zugrunde liegt, das es den Lehrkräften erleichtern soll, die Schüler marschieren und zackig grüßen zu lehren sowie ihnen alle Rangabzeichen der südafrikanischen Armee zu vermitteln.
Ist die Bundesregierung mit uns der Meinung, daß deutschen Schulen generell und insbesondere in Südafrika, die eine paramilitärische Ausbildung durchführen, das Geld zu entziehen ist?
Ist die Bundesregierung bereit, das hierdurch eingesparte Geld jenen Privatschulen in Südafrika zukommen zu lassen, die keinerlei staatliche Einmischung akzeptieren und die vor allem für andere Bevölkerungsgruppen (auf südafrikanisch: alle Rassen) wirklich offen sind?