Dosisbelastung von Beschäftigten in Atomanlagen durch Cobalt 59/Cobalt 60
der Abgeordneten Frau Teubner, Frau Wollny und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Für die Beschäftigten in Atomanlagen ist ihre Dosisbelastung zu einem Kernproblem ihrer Tätigkeit geworden. Bei dieser Dosisbelastung spielen die Reaktorwerkstoffe — vor allem Cobalt 59 enthaltende Edelstahlkomponenten — eine wichtige Rolle.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
In welchen Werkstoffen, die für atomtechnische Anlagen in der Bundesrepublik Deutschland verarbeitet wurden, ist Cobalt 59 enthalten?
In welchen Ausrüstungen, Geräten usw. für atomtechnische Anlagen werden bzw. wurden die unter Frage 1 genannten Werkstoffe verarbeitet?
In welchen atomtechnischen Anlagen in der Bundesrepublik Deutschland werden bzw. wurden die unter Frage 2 genannten Ausrüstungen, Geräte etc. installiert?
Gibt es eine Empfehlung der Reaktorsicherheitskommission (RSU), der Strahlenschutzkommission (SSK) oder eine Regel des Kerntechnischen Ausschusses (KTA) zur Verwendung der unter Frage 1 genannten Werkstoffe? Wenn ja, wie lauten diese Regeln oder Empfehlungen?
Bei welcher atomphysikalischen Reaktion entsteht aus dem stabilen Isotop 59 das radioaktive Isotop Cobalt 60? In welchen atomtechnischen Anlagen der Bundesrepublik Deutschland tritt diese Reaktion auf?
Welche Strahlen sendet Cobalt 60 aus; mit welcher maximalen Energie in Elektronenvolt (eV) erreicht die Strahlung in Luft unter Normalbedingungen welche maximale Reichweite?
Sind der Bundesregierung für die unter Frage 1 genannten Werkstoffe gleichwertige Ersatzstoffe ohne Cobalt 59 (und ohne andere radioaktive Substanzen) bekannt, die für die unter Frage 2 genannten Ausrüstungen, Geräte usw. verwendet werden könnten?
Falls ja, welche Werkstoffe sind das, und für welche Atomanlagen in der Bundesrepublik Deutschland fanden diese Ersatzstoffe ab welchem Zeitpunkt bereits eine Verwendung?