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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Pestizide im Wind (G-SIG: 11004167)

Ergebnisse und Veröffentlichung des von der Biologischen Bundesanstalt erstellten Forschungsberichts "Verbleib von Pflanzenschutzmitteln in der Umwelt", Umfang luftverfrachteter Pestizide, Änderung der Zulassungsvoraussetzungen, durch Pestizide verursachte Vergiftungsfälle im Raum Tübingen, Konsequenzen für Anwohner, Sportler und spielende Kinder im Umfeld pestizidbehandelter Flächen, Zusammenhang mit dem Waldsterben, Bedeutung der Untersuchung für den Natur- und Artenschutz

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Datum

07.12.1989

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/571917.11.89

Pestizide im Wind

der Abgeordneten Frau Garbe, Frau Flinner, Kreuzeder und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Nach Recherchen der „Ökologischen Briefe" liegt seit Mai dieses Jahres ein vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebener Forschungsbericht zum „Verbleib von Pflanzenschutzmitteln in der Umwelt" vor. Die Untersuchungen, die von der Biologischen Bundesanstalt durchgeführt wurden, deuten darauf hin, daß nur der geringste Teil ausgebrachter Pestizide dorthin gelangt, wo er wirken soll. Der größte Anteil der Pestizide kann verdunsten und mit dem Wind weiträumig in der Umwelt verteilt werden.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Warum ist dieser Forschungsbericht 89-12605 008/2 bis heute nicht veröffentlicht worden?

2

Für welche Wirkstoffe/Zubereitungen wurde das Verdunstungsverhalten im einzelnen untersucht, und wie waren die jeweiligen Ergebnisse?

3

Ist damit zu rechnen, daß die Ergebnisse auf nahezu alle Pestizide zu übertragen sind?

4

Welche Gesamtmenge luftverfrachteter Pestizide wird jährlich weiträumig in der Umwelt verteilt, wenn die vorliegenden Untersuchungsergebnisse auf die insgesamt ausgebrachten Pestizidmengen bezogen werden, und zwar

a) im schlimmsten Fall,

b) im besten Fall?

5

Sieht die, Bundesregierung aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse die Notwendigkeit, die Zulassungsvoraussetzungen für Pestizide zu verändern?

Wenn ja, in welcher Weise?

6

Welchen Zusammenhang sieht die Bundesregierung zwischen den festgestellten Ergebnissen und z. B. im Raum Tübingen aufgetretenen Vergiftungsfällen, die auf Pestizide zurückgeführt wurden?

7

Welche Konsequenzen sind nach Auffassung der Bundesregierung im Hinblick auf den Gesundheitsschutz

—für Anwohner/innen pestizidbehandelter Flächen,

—für im Umfeld pestizidbehandelter Flächen wandernde, Sporttreibende Menschen,

—für im Umfeld pestizidbehandelter Flächen spielender Kinder zu ziehen?

8

Besteht ein Zusammenhang zwischen den bis zu 90 Prozent der ausgebrachten Pestizidmengen betragenden Verdunstungen von Pestiziden und dem Waldsterben?

9

Welche Formulierungshilfsstoffe werden in welchen Mengen ebenfalls über die Verdunstung weiträumig in der Umwelt verteilt?

10

Welche Bedeutung haben die Ergebnisse der Untersuchungen für den Natur- und Artenschutz?

11

Welche Aussagen kann die Bundesregierung zum Verbleib der luftverfrachteten Pestizide machen?

Bonn, den 17. November 1989

Frau Garbe Frau Flinner Kreuzeder Dr. Lippelt (Hannover), Frau Oesterle-Schwerin, Frau Dr. Vollmer und Fraktion

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