Belastungen und Gefährdungen durch Flugbewegungen auf dem Hubschrauberlandeplatz Illesheim
des Abgeordneten Dr. Mechtersheimer und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Belastungen und Gefährdungen durch Flugbewegungen auf dem Hubschrauberlandeplatz Illesheim
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen29
Wie viele Hubschrauber sind zur Zeit auf dem Hubschrauberlandeplatz Illesheim stationiert?
Wie viele weitere Hubschrauber sollen dort in den nächsten Jahren nach den bisherigen Planungen noch stationiert werden?
Wie viele Flugbewegungen gingen aufgeschlüsselt nach 1988 und 1989 vom Illesheimer Heliport aus?
Wie viele Flugstunden haben die in Illesheim stationierten Hubschrauber aufgeschlüsselt nach 1988 und 1989 absolviert?
Wie viele Flugbewegungen der Illesheimer Hubschrauber fanden aufgeschlüsselt nach 1988 und 1989 ganz oder teilweise im Stadt- und Landkreis Ansbach statt, und wie viele davon fanden ganz oder teilweise nach 22 Uhr statt?
Wie viele Verstöße der Illesheimer Piloten gegen
a) Mindestflughöhe
b) Flugrouten
c) normale Flugbetriebszeiten
d) Sicherheitsabstände zu Sendeanlagen
haben 1988 und 1989 stattgefunden?
Wie viele der unter 6 a) bis 6 d) aufgeführten Verstöße wurden davon innerhalb des Stadt- und Landkreises Ansbach registriert, und wie wurden diese Verstöße geahndet?
Der örtlichen Presse war zu entnehmen, daß in der Nähe von Ortschaften nachts unbeleuchtet Stromleitungen von Militärhubschraubern unterflogen wurden.
Ist dieses gefährliche Flugverhalten erlaubt, wenn nicht, wie hat die Bundesregierung dieses unverantwortbare Verhalten geahndet?
Hält es die Bundesregierung für rechtlich zulässig, daß Niedrigstflüge von Militärhubschraubern innerhalb von Ortschaften durchgeführt werden?
Werden die zur Stationierung in Illesheim vorgesehenen Hubschrauber auf Korps- oder auf Divisionsebene zugeordnet?
Sollen in Illesheim auch Hubschrauber stationiert werden, die dem III. US-Korps zugeordnet sind?
Wenn ja, wie viele und weshalb erfolgt diese Stationierung im fränkischen Illesheim im Bereich des VII. Korps?
Wieviel Treibstoff wurde aufgeschlüsselt nach 1988 und 1989 von den in Illesheim stationierten Hubschraubern verbraucht?
Wie oft führen die in Ansbach und Illesheim stationierten Hubschrauber Verbundübungen mit Jagflugzeugen durch?
Wo sind solche Verbundübungen bereits durchgeführt worden, und wo ist zukünftig die Durchführung solcher Verbundübungen geplant?
Mit welchen Flugzeugtypen werden solche Übungen durchgeführt?
Hat die Bundesregierung rechtliche Möglichkeiten, den Einsatz der in Illesheim stationierten Hubschrauber für Einsätze der US-Armee außerhalb des NATO-Gebietes zu verhindern?
Welche Sicherheitsabstände zu Sendeanlagen müssen die in Ansbach-Katterbach und Illesheim stationierten Apache- und Blackhawk-Hubschrauber einhalten?
Wie viele Abstürze von Militärhubschraubern gab es (aufgeschlüsselt nach Jahren) in den letzten zehn Jahren in der Bundesrepublik Deutschland, und wie viele davon ereigneten sich (aufgeschlüsselt nach Jahren) in Wohngebieten?
Amerikanischen Presseberichten (in Santa Barbara News Press vom 7. September 1988) zufolge gibt es im westlichen Teil der Welt 306 Sendeanlagen, die für Blackhawk-Hubschrauber eine Gefahr darstellen.
Welche Sendeanlagen in der Bundesrepublik Deutschland stellen eine solche Gefahrenquelle dar?
Wie häufig und wo haben die in Illesheim und Ansbach stationierten Apache-Kampfhubschrauber Flüge mit scharfer Bewaffnung durchgeführt?
Welche besonderen Sicherheitsbestimmungen müssen die amerikanischen Streitkräfte bei Flügen mit scharfer Bewaffnung einhalten?
Bis wann ist die Härtung des Gesamtsystems aller in der Bundesrepublik Deutschland stationierten Blackhawk- und Apache-Hubschrauber auf 200 v/m abgeschlossen?
Der Bericht des Inspector General des DoD über die Blackhawks der US-Army von Juni 1988 enthält besorgniserregende Aussagen. Auf Seite 9 dieses Berichtes wird darauf verwiesen, daß auf den Basen der US-Army (Army land environment) elektromagnetische Wellen von 300 bis 800 v/m gemessen wurden.
Weshalb hält die Bundesregierung die vorgesehene Hartung von Apache und Blackhawk auf 200 v/m trotzdem für ausreichend?
In einer Erklärung des Hauptquartiers der US-Armee in Europa vom 13. April 1989 wird angeführt, daß Blackhawk in 650 000 Flugstunden in der Bundesrepublik Deutschland keinen Unfall hatte, der auf elektromagnetische Störungen zurückzuführen ist. Der Report des Inspector General kritisiert aber gerade, daß die Army des öfteren nach Unfällen gar nicht ausreichend untersucht hat, ob elektromagnetische Störungen sie verursacht haben (S. 17).
Wie beurteilt die Bundesregierung angesichts dieser Kritik durch den höchsten technischen Direktor des Pentagon die Glaubwürdigkeit bzw. die Aussagekraft der Erklärung von USAREUR?
Im Report des Inspector General über den Apache vom 20. Juni 1988 ist zu lesen, daß Tests des Gesamtsystems bezüglich der Anfälligkeit gegen elektromagnetische Wellen geplant sind. Apache-Hubschrauber sind in der Bundesrepublik Deutschland aber schon seit Herbst 1987 im Einsatz.
In welcher Form hat die Bundesregierung dagegen Einspruch erhoben, daß ungenügend getestete Militärgeräte in der Bundesrepublik Deutschland bereits in Manövern und im Flugbetrieb eingesetzt werden?
Dürfen die in Ansbach-Katterbach und Illesheim stationierten Hubschrauber außerhalb des Heliportes starten und landen?
Wenn ja, an welchen Stellen und mit welcher rechtlichen Grundlage?
Sind die Flugrouten auch für die in Katterbach stationierten Hubschrauber des Panzeraufklärungsbatallions gültig?
Welche Manöverschäden wurden in den letzten zehn Jahren (aufgeschlüsselt nach Jahren) von den in Katterbach und Illesheim stationierten Hubschraubern verursacht?
Wir bitten um eine aussagekräftige Schilderung der Art der Schäden und um Nennung der jeweiligen Schadenssumme.
Wie viele Chemiebetriebe befinden sich innerhalb eines Abstandes von 5 km zu den für Katterbach und Illesheim festgelegten Flugrouten, und inwieweit wurden für diese Betriebe Katastrophenschutzpläne erstellt, die die Gefahr von Hubschrauberabstürzen berücksichtigen?