Salzbelastung des Grundwassers im Grenzbreich Elsaß/Baden
der Abgeordneten Frau Teubner, Frau Garbe, Frau Flinner und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Die Belastung und Gefährdung des Grundwassers mit Nitraten und Pestiziden ist in Südbaden ein großes und bekanntes Problem. Um den Anforderungen der EG-Richtlinien an die Trinkwasserqualität zu genügen, werden zur Zeit verschiedene Brunnen gebohrt, um aus tieferen Bodenschichten sauberes Wasser zu gewinnen (z. B. in Sasbach am Kaiserstuhl).
Doch dieser Versuch, den oberflächlichen Verunreinigungen für einige Jahrzehnte auszuweichen, könnte sich als teurer Trugschluß erweisen. Erste Aussagen von Experten (Badische Zeitung Lahr 22. März 1990 und BZ Emmendingen 5. April 1990) deuten eine neue, große Gefahr für die Trinkwasserreserven Südbadens an, nämlich die großflächige Grundwasserverunreinigung tieferer Grundwasserschichten durch Salz. Spuren von Salz wurden bei Bohrungen in Sasbach am Kaiserstuhl festgestellt, und das geologische Landesamt Baden-Württemberg bohrt in Kehl-Marlen einen Tiefbrunnen, um die Wanderung von Salzen im Grundwasserstrom festzustellen.
Die große räumliche Entfernung zwischen dem letztgenannten Ort der Bohrung in der Ortenau und den möglichen Quellen der Verunreinigung geben Anlaß zur Sorge um die Trinkwasserreserven und die zukünftige Wasserversorgung.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen10
Welche Untersuchungsergebnisse über die Wanderung der Salze im Oberrheingebiet liegen bereits vor?
Mit welcher Geschwindigkeit breiten sich Salze im Grundwasser aus?
An welchen Orten im Elsaß und in Baden wurden bereits Auswirkungen in den Brunnen festgestellt, die sich auf Salzbelastungen des Grundwassers zurückführen lassen?
Wo ist im Moment die Spitze der Verschmutzungsfahne, wo wird sie vermutet?
In welchen Orten im Elsaß und in Baden sind die Trinkwasser-Grenzwerte aufgrund der Salzbelastung bereits überschritten?
Liegt die Ursache der Verschmutzung beim Kalibergbau im Elsaß oder sind auch die ehemaligen Kaliminen in Südbaden (Buggingen) Mitverursacher?
Sind die jetzt vorhandenen Belastungen auf die Auswaschung der Salzhalden und einen oberflächlichen Salzeintrag oder auf die Verpressung der Salze in tiefere Schichten zurückzuführen?
Läßt eine Analyse der geringen Verunreinigungen im neuen Sasbacher Brunnen Rückschlüsse auf mögliche Verursacher zu, oder ist diese Verunreinigung möglicherweise auf natürliche Salzvorkommen in der Umgebung der Bohrung zurückzuführen?
Wie beurteilt die Bundesregierung die langfristige Grundwassersituation im Grenzbereich Elsaß/Baden aufgrund der Belastung und Bedrohung durch Nitrat, Pestizide und Salz?
Was unternehmen die Bundesregierung und die französische Regierung konkret gegen die Ursache der Salzbelastung, d. h. gegen die Auswaschung der Halden und gegen die Verpressung des Salzes in tiefere Schichten?