Haltung der Bundesregierung zu Groß-Sägewerken
des Abgeordneten Dr. Knabe und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
An verschiedenen Orten in der Bundesrepublik Deutschland beabsichtigen österreichische Industrie-Kombinate derzeit die Ansiedlung zentraler Groß-Sägewerke.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Absicht österreichischer Firmen, Groß-Sägewerke in der Bundesrepublik Deutschland zu gründen?
a) Welche beabsichtigten Standorte sind ihr bekannt?
b) Ist ihr das Vorhaben eines Groß-Sägewerkes bei Wertheim (bayerisch-badischer Grenzraum) bekannt?
Wie steht die Bundesregierung solchen Sägewerks-Großprojekten gegenüber?
Ist der Bundesregierung bekannt, daß die Holzbearbeitung in Großsägewerken der geplanten Dimension zu erheblichen Rationalisierungsschüben führt?
a) Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Folgen dieses Rationalisierungseffektes auf die regionale Arbeitsplatzsituation?
b) Wie schätzt die Bundesregierung die sozialen Folgen der Schließung einer Anzahl von kleineren und mittleren Sägewerken infolge der starken Konkurrenz eines Großsägewerkes in der betreffenden Region ein?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Spaner- und Profilier-Technik in der Holzverarbeitung?
a) Wie steht die Bundesregierung zu der Aussage, daß die ungenügende Nutzung des Vollholzes bei diesen Techniken die Wertschöpfung an dem Rohstoff Holz erheblich vermindert und damit auch den volkswirtschaftlichen Nutzen wesentlich reduziert?
b) Auf welche Weise gedenkt die Bundesregierung dem aus betriebswirtschaftlichen Gründen bestehenden Trend zur Verminderung des volkswirtschaftlichen Nutzens des Rohstoffes Holz durch die o. a. Techniken entgegenzuwirken?
Wie schätzt die Bundesregierung die ökologischen Folgeschäden der Konzentration der Holzverarbeitung in zentralen Groß-Sägewerken in der Bundesrepublik Deutschland ein?
a) Ist der Bundesregierung bekannt, daß die Errichtung von zentralen Groß-Sägewerken und der damit provozierte Wegfall von in der Nähe der Holz-Wuchs-Orte befindlichen kleineren und mittleren Sägewerken erheblich längere An- und Abtransportwege für das Holz zur Folge hat?
b) Wie beurteilt die Bundesregierung die Notwendigkeit längerer An- und Abtransporte für Holz bei zentralen Groß-Sägewerken im Hinblick auf deren Folgen für Wald und Klima?
c) Welche ökologische Bedeutung haben die bei einer zentralen Entrindung und Aufarbeitung zwangsläufige Konzentration der Holzabfälle und die Verluste der in der Rinde enthaltenen Nährstoffe?
Inwieweit haben bundesdeutsche Forstverwaltungen oder Sägewerksfirmen auf die Bildung von Großsägewerken reagiert, und wird damit der Konzentrationsprozeß noch weiter beschleunigt?
Welche Möglichkeiten hat die Bundesregierung, diesem Konzentrationsprozeß entgegenzuwirken, und welche Maßnahmen hat sie eingeleitet oder wird sie einleiten?